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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-08-06 · Heft 32 (6.8.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 32 (6.8.1843)
Date
1843-08-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit der neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Keimtniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgcgeben von I)r. M. Heß, Großhcrzogl. Wcimarschem Land-Rabbinen zn Stavt-Lengsseld bei Eisenach. Rr. SS. Sonntag, den«. Mngnst 184». iv. Jahrgang. Rabvinische Gutachten über die Verträglichkeit der freien Forschung mit dem Rabbinenamte. Zweite Abtheilung. (Breslau 1843.) (Schluß von Nr. 31.) Sehr beherzigungswerth ist, was Herr Rabbine Stein bei dieser Gelegenheit über die Starrheit der alten Rabbinen sagt: „Der Streit im jetzigen Iudenthume bewegt sich auf dem Gebiete der Form, und wir hoffen zuversichtlich, daß zwischen denen, welche ihr zu viel und denen, welche ihr zu wenig huldigen, die Vermittelung nicht ausbleiben werde. Allein um diese erwünschte Verständigung der Partheien allmahlig herbeizuführen, dazu wahrlich genügt nickt, wie Hr. T. (S. 16) meint — protestiren. Protestirt haben nun die alten Rabbinen bereits fünfzig Jahre, von der Zeit an, wo sie Protest gegen das Lesen der Mendelsohn'schen Thoraübersetzung einlegten bis auf den heutigen Tag, wo sie das deutsche Wort und die bessere Ordnung aus den Räumen der Synagoge hinausprotestiren möchten, aber die Zeit hat ihnen, seit die neuere Bewegung begann, das Terrain unter den Füßen weggezogen, und immer wollen sie noch nicht einsehen, daß das Verschanzen hinter die Autorität nicht mehr an seiner Stelle, und die Bewegung nicht mehr durch Worte zu bannen sei, vor welchen die Zeit sich nimmer fürchtet. Sie kommen mir vor wie Jemand, der einen langsam vorwärts ziehenden Wagen ohne Lenker an sich herankommen sah, und der, statt des Führersitzes sich geschickt zu bemächtigen, und der Pferde Meister zu werden, ihnen ein wiederholtes halt! stehet stille! zurief. Dadurch wurden die munteren Rosse ihrer Herrenlosigkeit und der eigenen Kraft erst inne, eilends gingen sie mit dem Wagen durch, und nun steht der Thor immer noch auf demselben Flecke an der Straße und ruft den Pferden immer noch halt nach, die weit über ihn hinaus sind und seinen Ruf gar nicht mehr vernehmen. Geradeso war es auch vor einem halben Jahrhunderte, da die Bewegung der neueren Zeit noch langsam herangezogcn kam, Pflicht der Rabbinen, des Führersitzes sich zu bemächtigen, der Bewegung Meister zu werden, indem sie sich der Bewegung anschlossen: statt dessen blieben sie unverrückt auf ihrem Flecke stehen, riefen dem Zeitgeist ihr protestirendes Steh' stille! zu, und wähnten das Rad der Zeit durch ihr Wort aufzuhalten. Ach, wie täuschten sie sich! Herrenlos gingen die Pferde mit dem Wagen durch, und sie, die einst feinem raschen Zuge hätten Einhalt thun können, ihr sehet sie immer noch wie vor fünfzig Jahren auf demselben Flecke stehen, und immer wollen sie noch nicht begreifen, daß der Wagen weit über sie hinaus ist, und die Pferde ihren Ruf nicht mehr vernehmen können. „Wir sind" — fährt Herr Stein fort — „der Uebereugung, daß die jetzige Zeit, wo, wie Hr. T. selbst erennt, die Anzahl der von den religiösen Formen sich selbst befreienden Israeliten so herangewachsen ist, daß ihre Schaar sich über ganz Europa (S. 15), also über einen so großen Theil Israels, ausgebreitet habe und immer weiter ausbreite, fei 'rh nwyb ny eine Zeit, wo für Gott etwas geschehen müsse, um der Willkühr und dem Mißbrauche Schranken zu setzen, eine Zeit, von welcher der Talmudist Raba

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