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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-06-25 · Heft 26 (25.6.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 26 (25.6.1843)
Date
1843-06-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcrzogl. Wrimarschem Land-Raobinen;n Stadt-Lengsfeld bei Eisenach. Rr. Sv. Sonntag, den SS. Juni 184». IV. Jahrgang. Eine Unteererung mit Bruno Bauer über die ^«denfrage. (Fortsetzung von Nr. 25.) Es ist hier natürlich nicht der Ort, darzuthun, wie viel Anschauungen und Manifestationen des Göttlichen möglich sind und welche derselben im Laufe der Entwikkelung des menschlichen.Bewußtseins geschichtlich geworden sind, noch kann hier gezeigt werden, wie die Philosophische Kenntniß des Absoluten bei den Bekennern, sowol geschichtlich gewordener, als noch im vollen Leben blühender Religionen dem Inhalte ihres religiösen Gefühls entspricht. Dies gehört in die Religionsphilosophie. Ich will nur an die zwei gebildetsten Völker des Alterthums/die Indier und Griechen erinnern. Diese wie Jene, gingen in ihrem philosophischen Forschen und vernünftigen Erkennen nicht über die Anschauung des Absoluten hinaus, die schon in ihren Religionen unbewußt liegt. Die theosophischen Indier brachten es in ihrem philosophischen Erkennen Gottes nur bis zum reinen Sein, das in ihrer religiösen Vorstellung Brahma darstellt; die Griechen, dieses größte Volk der Erde, konnten das Göttliche, ohngeachtet der Tiefe ihres Denkens und Forschens, nicht als Geist begreifen, und zwar darum nicht, weil ihre religiöse Anschauung vom Göttlichen zu dieser höchsten Stufe des Bewußtseins, zum Geist, nicht einmal unbewußt gekommen war. Dasselbe Verhältniß läßt sich bei den Chinesen, Persern und allen übrigen alten und neuen Völkern der Erde Nachweisen. Es kann nun aber nicht geläugnet werden, daß die Anschauung des Absoluten in der orientalisch-religiösen Vorstellung der Griechen und der meisten übrigen Völker qualitativ und total verschieden ist von dem göttlichen Inhalte des religiösen Gefühls bei den mit christlichem Bewußtsein versehenen Nationen. Da nun die Anschauung und der Begriff des Absoluten und somit auch das Absolute selbst im Bewußtsein der meisten Bewohner der Erde ganz verschieden ist von der Auffassung des Absoluten bei den christlichen Völkern, so muß auch ihre ganze Weltanschauung im theoretischen und praktischen Leben, ihr Begriff von Sittlichkeit, Moral, Recht?c. unterschieden sein von dem christlichen Begriffe dieser höheren Sphäre des menschlichen Lebens; gerade in der Sittlichkeit und im Staat, wo sich das practische Leben der Menschen am meisten manifestirt, ist auch der Inhalt des Absoluten, wie es im religiösen Gefühle vorgefunden wird, practisch am wirklichsten. Daher bin ich mit Bauer ganz einverstanden, wenn er behauptet, das die religiöse Anschauung des Menschen sein ganzes theoretisches und practisches Sein und Leben anhaucht und durchdringt; seine Behauptung daher, daß verschiedene Religionen in demselben Staate in ihrem theoretischen und practischen Wirken in Collision gerathen und deren Bekenner, indem sie verschiedene Kasten bilden, sich gegenseitig hinsichtlich ihrer Privilegien und Rechte ausschließen, weil sie, als von verschiedener Gottesanfchauung durchdrungene Machte, sich feindlich gegenüberstehn und gegenüberstehn müssen, ist von mehreren seiner Dekämpfer vergeblich bestritten worden. Es entsteht aber die Frage, haben die beiden Königinnen aller Religionen ihrem reinen Grundprincipe, ihrer Anschauung des Göttlichen nach, einen verschiedenen Gehalts

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