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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-04-23 · Heft 17 (23.4.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 17 (23.4.1843)
Date
1843-04-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eilte Wochenschrift für die Kenntiiiß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großl,cr;ogl. Weimarschem Land -Radbincu zu Stadt-Lengsscld bei Eisenach. R*. IV. Sonntag, den 23. A'pril 1843. IV. Jahrgang. Die Inden in Oesterreich, Preußen und Sachsen. Ihre allgemeine Stellung, ihre Rechte, Forderungen und Wünsche mit legalen Nachweisen belegt von Ferdinand Grafen Schirm ding. (Leipzig bei Friedrich Volkmar.) (Schluß von Nr. 16.) Auf Seite 49 wandelt den Verfasser wieder ein guter Gedanke an. „Es läßt sich nicht leugnen," meint er, „daß die Anforderungen der Humanität unseres Zeitalters die einerseits gerechten Wünsche der Juden in vieler Beziehung unterstützen müssen, eben so wenig darf man aber auch außer Acht lassen, daß Oesterreich einen christl. Staat bildet rc. Wenn wir oben gesehen, daß der Verfasser die Humanität der Wahrheit und dem Rechte entgegen stellt, so überrascht es uns hier nicht, wenn wir ihn der Humanität und den gerechten Wünschen — das Christenthum entgegenstellen sehen. Die S. 49 durch das Christcnthum todtgeschlagene Humanität, wird aber S. 50 wieder in's Leben gerufen, und kömmt so zu Ehren, daß sie sowohl über das Judenthum wie über das Christenthum gestellt wird. Dort heißt's nämlich: „Die Menschlichkeit (also die Humanität) fordert uns aut', keinen Unterschied zwischen Juden und Christen zu machen rc." Von dieser Theorie der Menschlichkeit ausgehend, vergleicht der „kalte Lebensbeschauer" den Zustand des Juden mit dem des „seiner geistigen und physischen Freiheit beraubten Unterthanen" des Bauern Böhmens und Galiziens, von dem allbekannt ' wäre, daß er „nicht zu den begünstigten Kindern der Mutter Natur gehöre" (!), man dürfe also diesem durch eine Emancipation der Juden doch den Trost der Leidensgenossenschafr nicht nehmen! Ohne gerade unmensch-; lief) zu sein, soll es Referenten doch unendlich freuen,! wenn auch ohne Emancipation seiner Glaubensgenossen! in Böhmen u. s. w. die bäuerlichen Verhältnisse dorti selbst durch eine wohlthätige, durchgreifende Gesetzgebung ' eine dem Menschenrechte angemessene Wendung nehmen. Wie aber der Verfasser die Menschlichkeit ausbeutet, . müßte er, wenn etwas für die Bauern geschehen sollte, dieses gleichfalls zu verhindern suchen, da diese, aus! Rücksichten der Menschlichkeit, doch vor den Juden nichts j voraus haben dürften. S. 52 — 55 sind mit Sckmä-! Hungen und Ausbrüchen des Judenhasses ausgefüllt. : Das Loos des von Frohnden, Steuern und andern Ab-; gaben (?) gedrückten Bauern, zumal in den Theilen Böh-; mens, wo keine Industrie, kein Pferde- und Hornviehi Handel, kein Anbau von Hopfen und Raps und a. m. die natürliche Armuth des Bodens und die gedrückten! Steuerverhältnisse des Bauers unterstützt, werde, wie der Verf. meint, noch am meisten verschlimmert von den Juden. Man sollte nun meinen, daß bei solch' bewandten Umständen den Juden gar nichts zu thun übrig bliebe; der Verfasser ist aber anderer Meinung und drück: sich darüber. auch recht eigenthümlich aus, indem er (S. 54) sagt, „daß der Jude jener Kreise als eine wahre Landplage erscheint, die, wie ein hungriger Heuschreckenschwarm das spärliche Grün benagt, das kaiserliche Steuern und herrschaftliche Abgaben auf dem magern Felde des dortigen Bauers übrig gelassen." (Die

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