Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1843)
- Date
- 1843-04-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit der neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemitniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegebe» von Dr. M. Heß, Großhcr;ogl. Weimarfchem Land-Ravbinen zu Stadt-LengSfeld bei Eifena». Re. Lv lSotttttag, *ett 1«. Wptil 1843. IV. Alchr-tMA. Die Juden in Oesterreich, Preußen und Sachsen. Ihre allgemeine Stellung, ihre Rechte, Forderungen und Wünsche mit legalen Nachweisen belegt von Ferdinand Grafen Schiendnig. (Leipzig bei Friedrich Volkmar.) (Beurtheilt von L. Adler in Stadt-Lengsfeld.) Wir stehen heute an einem Bächlein, das sein faules Wasser vem großen Strome der Literatur des Jahres 1842 zuführt. Indem Referent mit der Untersuchung seines Laufes, Ursprunges und der Sondirung seiner Tiefe zu Ende gekommen ist und sinnend noch am Ufer steht, drängt sich ihm unwillkürlich der alte Traum Pharao's von den 7 fetten und den 7 magern gehörnten Thkeren, die dem Flusse entstiegen, auf. Es regt sich nämlich in diesem Werkchen, wie wir gern anerkennen, hie und da mancher gute und edle Gedanke, auch fühlt man sich zuweilen vom Hauche des Zeitgeistes — nach seiner erfreulichen Richtung angeweht; allein der schlechten, magern Gedanken sind wiederum so viele, daß sie die guten sammt und sonders verschlingen, ja der Traum Pharao's wird hier noch dadurch übertroffen, daß der gute Gedanke, kaum gedacht, kaum angedeutet, kaum zu einem hoffnungsvollen Kälblein herangediehen, von unzähligen gehörnten Aber'u und Jedoch'n angefallen und unter rohem Gebrülle verschlungen wird. — Referent will es nun versuchen, dem geneigten Leser den wesentlichen Inhalt des Bächleins kritisch vorzuführen. Dasselbe beginnt seinen Lauf mit einer Vorrede, die H der Seite V und § der Seite VI füllt. Sie möge ihrer Kuriosität halber, zum Tbeile wörtlich hier folgen: „Frägt man die Welt, welche Tendenz sie mit ihren Begriffen des Liberalismus verbinde rc., so kann der kalte, ruhige Lebensbeschauer darauf nur die Worte erwiedern, Freiheit der Idee, Freiheit der Handlung! Wohin beides im unbegränzten Maaße (aber wo ist die Gränze? Können sie uns das nicht sagen, so bat ihre Definition gar keine Bedeutung und die Welt muß besser antworten,) führen müße, zeigt Frankreich, (nun. Frankreich hat auch schon, wie manches andere Land, gezeigt, wohin die die eingepferchte Freiheit führt) wir brauchen Spaniens und Portugals nicht zu erwähnen. (Da thun Sie sehr klug daran, denn dort eben hat's wahrlich Jahrhunderte lang der Freiheit nicht an Grenzen gefehlt,. und des Guten ist wenig, was davon zu berichten wäre; die beklagenswerthen Ereignisse der Jetztheir, die aus jenen unglücklichen Ländern herüber tönen, sind nicht von der Sonne der Freiheit hervorgerufen, dort wandelt ein Sclave, der seine Ketten zerbrochen, wenn Sie es wissen wollen!) — Jetzt kommr der Trumpf! „Was ist Judenemanzipation? rc. Es ist die Gestaltung des Judenthums zu einer einzigen, der Handelsclaffe. (Auf was bezieht sich „einzigen?" Es fei das jedoch die erste und letzte Ausstellung der Art, so oft auch sich Gelegenheit dazu darbietet. Ob Jemand sorgfältig oder nachlässig schreibt, das thut nichts zur Sache des Rechts und der Humanität) — Wohin aber der unbegrenzte Geist des Handels führen müsse, (wie» der das fatale unbegränzt; die Gränze, die Gränze, Herr Schirndnig!) das zeigt Irlands hungriges verzweifeln-