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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-03-19 · Heft 12 (19.3.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 12 (19.3.1843)
Date
1843-03-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kmntniß des israelirischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgcgeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Wcrmarschem Land-Naddinen;n Sradl-Lengsfcld brr Eisenach. Sonntag, den IS. März 1843. IV. Jahrgang. Skr. LS. Jüdisch-mosaischer Religionsunterricht für die israelitische Jugend. Ein für den öffentlichen, auch Privat- und Selbstunterricht sich eignendes Lehrbuch der Hauptreligionswahrheiten und Lehren des Judentbums. Bearbeitet und auf dringendes Verlangen (?) herausgegeben von Salomon Pleßner, Religionslehrer.!(Berlin, Fernbach jun.) (Schluß von Nr. 11.) Dergleichen Beispiele könnten wir noch ganze Bogen voll anführen, unterlassen es aber uns mit der Bemerkung begnügend, daß die Willkürlichkeit schon daraus hervorgeht, daß der Verfasser bei den wichtigsten Lehren kerne Belege aus der h. Schrift an führt, überhaupt nimmer selbst spricht, ohne die Bibel, ja auch ohne irgend eine ältere Autorität sprachen zu lassen. Das ganze Religionsbuch besteht aus 641 Paragraphen. Unter oissen sind wenigstens 500, sage fünf Hundert §§, ohne irgend einen Beleg, ohne irgend eine Nachmessung, daß ihr Inhalt aus der heiligen Schrift oder sonst einer Quelle der jüd. Religion genommen sei. Nun sollte man wenigstens glauben, daß die angeführten Stellen wirkliche und wahrhafte Belege sind, aber dem ist auch nicht so und der Verfasser läßt sich einen doppelten Vorwurf zu Schulden kommen. Erstens führt er Stellen aus Talmud und Midrasch als Bibelstellen an; z. B. §. 230, 240 und so mehrere. Zweitens werden Stellen oft als Beweise angeführt, wo sie es gar nicht sind, wenigstens nicht nach ihrem einfachm Wortsinne. Wer wird z. B. sagen wollen, die heil. Schrift will in den Worten: ..Vertraue auf Gott mit ganzem Herzen, auf deine Vernunft stütze dich nicht" (Spr. 29, 18.) die Nothwenoigkeit einer göttlichen Offenbarung ausdrükken? (§. 26) Oder Sefaiaä 55, 8. 9. *) lehre, daß die in der geoffenbarten Religion vorkommenden sonderbaren, der Vernunft unbegreiflichen, Lehren den Vorzug der Offenbarung und ihren göttl. Ursprung beweisen? (§. 32). 3) Das Pleßnersche Religionsbuch enthält Vieles, was ganz falsch, ja sogar schädlich ist. Wir haben nicht weniger als 83 Stellen notirt. auf welche dieser Ausspruch paßt, und werden uns sohin nur auf einen ganz kleinen Theil beschranken müssen. Kleinigkeiten, wie falsche Definitionen (z. B. §. 8), ganz mit Stillschweigen übergehend. Nach §. 9 und 10 ist die Tugendhaftigkeit, das Gute zu thun und das Böse zu meiden, noch nicht Religion, sondern blos Vorbereitung zur Religion. Was wäre aber denn Religion? „Erkenntniß und Verehrung des höchsten Wesens und ist auch zugleich die vollendete Tugend und Moralität." Man sieht daraus, wie es dem Verf. durchaus an Klarheit fehlt, und er die in seinem Geiste bund durcheinander wirbelnden Gedanken eben so dunkel niederfchreibt. Ist denn die Tugend nicht grade die eigentliche Verehrung Gottes und setzt wahre Lugend nicht auch Gotteserkenntniß voraus? Die Seele der Religion, ihr Endzweck ist ja grade die Tugend, wie unzählige Stellen der heil. Schrift und der Rabbinen beweisen. *) Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege spricht der Herr.

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