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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-03-12 · Heft 11 (12.3.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 11 (12.3.1843)
Date
1843-03-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ei«- Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcrzogl. Wcimarschem Land-Ravlinen;n Stadt-Lengsseld bei Eisenach. Re. II Sonntag, den IT Marz 184S IV. JahegsMg. (Vorbemerkung der Redaction.) Nachstehende Aeußerungcn über das Pleßnerische Religionsbuch sind von einem unserer geachtetsten Rabbinen und dadurch veranlaßt worden, daß eine deutsche Regierung jenes Buch in den jüdischen Schulen einzuführen beabsichtigte, zuvor jedoch das Gutachten des betreffenden Rabbinen darüber vernahm, und als dieses aus den Grund der nachstehenden Betrachtung ab« fällig auSsiel, jene Absicht wieder aufgab. Wir glauben demnach letztere um so weniger unseren Lesern vorenthalten zu dürfen, als dieselben hierdurch den Bildungsstandpunkt der (gottlob! nur in geringer Anzahl vorhandenen) modernen mystisch-dialektischen Rabbinen auf'S Neue werden kennen lernen. Vielleicht dient diese Veröffentlichung auch dazu, die eine oder andere Regierung, falls die starrrabbinische Parthei sie zu einem gleichen Vorhaben veranlassen wollte, im-Voraus davon zurückzuhalten.) Jüdisch-mosaischer Religionsunterrichts für die israelitische Jugend. Ein für den öffentlichen, auch Privat- und Selbstunterricht sich eignendes Lehrbuch der Hauptreligionswahrheiten und Lehren des Judentums. Bearbeitet und auf dringendes Verlangen (?) herausgegeben von Salomon Pleßner, Religionsl'ehrer. (Berlin, Fernbach jun.) Der Verfasser scheint ein recht frommer Mann zu sein, und hat auch mancherlei Kenntnisse, aber eine klare s Erkenntnis der Religion har er nicht, und vor Allem! fehlt ihm die Befähigung, ein Religionsbuch zu schreiben.! Das Buch enthält angeblich die „Hauptreligionswahrheiten und Lehren", und doch sind oft die wichtigsten mit einer die Deutlichkeit beeinträchtigenden Kürze bearbeitet, während Nebensachen in's endlose Breite gezogen sind. Es soll der Religion Lehren und Wahrheiten enthalten, und enthält so Vieles, was sehr zweifelhaft und nur Ansicht des Verfassers ist; cs soll den „jüdischmosaischen" Religionsunterricht enthalten und nicht wenig darin steht mit diesem im Widerspruche; es soll ein Buch für die israelitische Jugend sein, und das Meiste darin ist für diese nicht geeignet, sowohl dem Inhalte als der Sprache nach. Schon die 38 Seiten starke Einleitung enthält des Tadel haften Vieles. So z. D. heißt es Seite 1: der jüvische Knabe sei „von Natur mit schärferer Fassungskraft und größerer Empfänglichkeit als Andere für das Heilige ausgestattet." Eine Behauptung, gegen die wir nicht blos aus Bescheidenheit, sondern auch aus Wahrheitsliebe, Religiösität, Erfahrung und Achtung vor unserer eigenen Religion protestiren. „Der Mensch ist nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen" ist der Ausspruch der heiligen Schrift, an den wir uns halten. Wenn ferner der Verfasser gegen alle Wahrheit, S. X, behauptet, „es sei in unfern Katechismen der göttliche Ursprung unseres Gesetzes wenig oder gar nicht berührt (auch nicht einen einzigen gibt es, den dieser Vorwurf trifft!!) und S. XI von „eignen Erfahrungen" spricht, die er über Gott und Seele und dergleichen gemacht hat, so enthüllt er moralische Blösen,

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