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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-02-19 · Heft 8 (19.2.1843) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 8 (19.2.1843)
Date
1843-02-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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33 eS die thun, welche sich Mieder eines christlichen Staates nennen —!" (Schluß des Berichtes aus Munster im Westphälißchen Merkur.) „Rach diesen Bemerkungen wenden wir uns zü den Leistungen des Vereins, wie sie in den vorliegenden Bericht « dargestellt werden. Ausgenommen wurden t während der beide« Jahre in die Elementarlehrer-Bildungsanstalt 29 Lehramts-Aspiranten, darunter 6 aus der Rheinprovinz; dagegen als wahlfähig zu Lehrerstellen entlassen (und bereits sämmtlich angestellt) 22, darunter 3 Rheinländer; so daß sich nunmehr die Zahl sämmtlicher aus der Anstalt hervorgegangener Lehrer, welche in jüdischen Gemeinden beider Provinzen mit segensreicher Thätigkeit ihrem Berufe obliegen, auf 84 beläuft. — Zur Ausbildung als Handwerker wurden auf Vereinskosten in die Lehre gegeben 36, darunter 16 Rheinländer. Davon bestimmten sich 7 zu Schuhmachern, 5 zu Messer-, Nagel- oder Kupferschmieden, 4 zu Glasern, Tapezirern und Anstreichern, 3 zu Tischlern, 3 zu Webern und zu Äappenmachern u. s. w. Außerdem finden sich darunter Sattler, Bäcker, Klempner, Bürstenmacher, Buchbinder, Drellmacher, Schneider und Färber. „lieber das Betragen und den Fleiß dieser Zöglinge (sagt der Bericht) haben wir größtentheils nur Gutes erfahren und beträgt die Gesammtzahl der aus beiden Provinzen jetzt auf Kosten des Vereins ausgebildeten Zöglinge 207. Biele haben sich bereits, nachdem sie sich in der Fremde noch mehr vervollkommnet, als Meister etablirt." Die Einnahmen betrugen n) für Westphalen inSgesammt 5949 Thlr. 22 Sgr. 3 Pf. Nach Abzug der eingegangenen Schulgelder (989 Thlr. 15 Sgr.) und der Beiträge des Herrn Rentners E. Marks zu Hamm (2000 Thlr.) und des Hrn. Dirigenten (400 Thlr.) vertheilt sich die übrigbleibende Summe, wie folgt, auf die einzelnen Regierungsbezirke: Arnsberg 958 Thlr. 9 Sgr., Minden 918 Thlr. 5 Sgr. 6 Pf., Münster 784 Thlr. 1 Sgr. I») Für die Rheinprovinz, mit Einschluß des vorigjährigen Kassenbestandes zu 690 Thlr. 8 Sgr. 8 Pf., insgesammt 2184 Thlr. 6 Sgr. 6 Pf. Davon steuerten bei: Düsseldorf 649 Thlr. 14 Sgr. 10 Pf., Coblenz 200 Thlr. 23 Sgr. 6 Pf., Köln 152 Thlr. 23 Sgr., Aachen 140 Thlr. 5 Sgr. 6 Pf.! Trier 120 Thlr. 21 Sgr. — Die Ausgaben ergeben für Westphalen (S. 139) ein Minus von 634 Thlr. 27 Sgr. 2 Pf.; dagegen für die Rheinprovinz (S. 200) ein Plus von 741 Thlr. 8 Sgr. 8 Pf. Solche Ergebnisse müssen auch die kühnsten Erwartungen befriedigen und den zahlreichen Wohlthätern gewiß zur freudigsten Geuugthuung dienen." Alls einer Predigt von Dr. G. Salomon. (Schluß aus der vorigen Nummer.) Ich will mir das Volk einmal gegenwärtig denken und fragen: Israel, du betest Gott tagtäglich ein-, zwei-, dreimal um Vernunft, und Verstand an, (njn N1N!"in&0 wirst du nun, dies Gebet beherzigend, verstandlos, vernunftwidrig handeln und der Thorheit und dem Wahn und dem Aberglauben huldigen können? — Israel, du betest zu Gott tagtäglich um Rückkehr zur wahren Lehre: (-jmm$ W2N U2*#n)' zur ächten Reue und Buße: (138 rte) — wirst du nun, dieses Gebet beherzigend, immer noch den Schmutz in den Händen halten und Gottes Lehre hinter den Rücken werfen? — Israel, du betest tagtäglich um Linderung der Uebel auf Erden — um Rettung und Genesung: Oü'NEn — fcU n&fO» und doch willst du selbst zur Abhelfung der Uebel so wenig thun? Ja du kannst die Uebel, die dich quälen, noch vermehren wollen? — Israel, du flehest Gott tagtäglich um glückliche Jahre anp (iyhy *pQ); wirst du nun es über's Herz bringen können, so viele Stunden und Tage unnütz dahin zu bringen und die köstliche Zeit zu vergeuden? Israel, du bittest den Herrn, er möge dich die Posaune der Freiheit hören, das Panier der Freiheit schauen lassen: -M2 PprD 5 und doch schleppst du so viele, viele Ketten mit dir herum? — Du flehest um treffliche Rechtsvflege und gewissenhafte Volksverweser; Cß'BSrtf rCTiS'n und willst doch denen nicht folgen, die dir Gott gegeben hat? — Th eil wollt ihr haben an dem Lohn der Frommen und Gerechten: (c'pHün bv)> ihr Lohnsüchtigen l und wollt nicht fromm und gerecht sein? — Du willst nach Jerusalem zurückkehren? (c^ISn^l): Gott soll es für dich bauen — Warum? damit du es wieder einreißen kannst?! Es war ja gebauet! Es war ja eine Wonne der ganzen Erde! Wer riß es denn ein? Eure Väter! weil sie nicht besser waren — wie ihr! Wer soll es denn erhalten? eure Pharisäer.?*) Ach wie wenig Religiosität findet sich unter denselben! **) eure Sadrreäer? Wodurch denn? durch ihren Unglauben? Oder sollen etwa die, die ärger sind, als beide Klassen, eure Heuchler mit dem gefärbten Glauben***) daS neue Jerusalem erhalten.-Ich könnte mit meinen Fragen fortfahren! doch es ist genug! — zum — Tröste auch genug! Zum Tröste? fragt ihr; wo liegt der Trost? Ich antworte: Da ihr doch einen Gottesdienst mit so trefflichen Gebeten habet: so werdet Gottes di euer! Fasset den Entschluß, euren Gottesdienst zu nützen! WaS ihr betet — fühlt! Was ihr fühlet — denkt! Was ihr denkt — thut! :c. Auf diese Weise finden wir das Verlorene wieder, giebt uns Gott Tempel -und Altar *) D'fcT© **) Von den sieben pharisäischen Klassen, die der Talmud (Sota Bl. 22.) aufzählt, taugen ssechs wenig oder gar nichts. Trefflich nur ist die eine zu nennen: die Pharisäer aus Liebe zur Tugend, CroriK BTlS)* ***)'DW22 Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.

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