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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-02-12 · Heft 7 (12.2.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 7 (12.2.1843)
Date
1843-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemitmß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcr;ogl. Weimarschem Lanh-Navvinen;u SravI-LengSfcld bri Eisenach. Rv. V. Sonntag, de» IT. Bruno Bauer über die Judenfrage. (Fortsetzung von Nr. 4.) „Das Judenthum läugnete das Recht der andern Völker, aber ließ diese noch bestehen. Sein Fanatismus und seine Ausschließlichkeit war noch nicht That, das Wort noch nicht Fleisch geworden, das Feuer der ausschließlichen Religion noch nicht in die Welt geworfen." „Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden, heißt es im Evangelium; was wollte ich lieber, denn es brennte schon." „Das Christenthum hat mit der Ausschließlichkeit des Judenthums Ernst gemacht, sie zur That erhoben und gegen alle Volksunterschiede gerichtet." ^Die Selbsttäuschung, in welcher die jüdischen und christlichen Vertheidiger der Juden-Emancipation bisher gestanden haben, zeigt sich uns auf ihrem Gipfel, wenn sie fragen, wie in aller Welt darin, daß die Juden „in Religion und Lebensart in ewiger Absonderung von den Christen leben, ein Grund liegen könne, sie der Rechte der Menschheit und des Bürgers zu berauben." „Die Frage ist vielmehr, ob der Jude als solcher, d. h. der Jude der sich selber eingesteht, daß er durch sein wahres Wesen gezwungen ist, in ewiger Absonderung von Andern zu leben, fähig sei, die allgemeinen Menschenrechte zu empfangen und Andern zuzugestehen. Seine Religion und Lebensart verpflichten ihn zu ewiger Absonderung: warum? weil sie sein Wesen sind, als dies Wesen aber demjenigen, was Andre für ihr Wesen halten, widersprechen, entgegengesetzt sind und es ausschließen. Sein Wesen macht ihn nicht zum Menschen, . Februar,84». IV. Jahrgang. sondern zum Juden, so wie das Wesen, das Andre beseelt, sie auch nicht zu Menschen, sondern zu Christen zu Muhamedanern macht." „Wenn es den Juden darauf ankommt, die Widerfacher, die ihre Emancipation für unmöglich halten, zurückzuschlagen, so bezeichnen sie ihre Religion kurzweg als die mächtigste Stütze der geselligen und bürgerlichen Tugenden: aber welches ist diese Religion? Das mosaische Gesetz enthält nach ihrer Voraussetzung die reinste Sittenlehre, sie halten sich für Diener des mosaischen Gesetzes, und im Gedränge, wenn ihre Gegner die Ansichten und Gebote des Talmud als Waffe gegen sie benutzen, aber auch selbst von der Aufklärung ergriffm, die ihnen die talmudischen Satzungen verleidet hat, erklären sie meistens, daß die Rückkehr zum reinen oder zu einem gereinigten Mosaismus hinreichend, aber auch nothwendig sei, um den gesunknen Zustand ihres Volks zu heben." „Allein, wovon will man den MofaismuS „reinigen"? Von allem, was sich auf den Opferritus, die alte Priester-Verfassung und die gesetzlichen EigenthumS- Verhältnisse bezieht? Dann möge man zufehen, waS vom Ganzen übrig bleibt! Jene Bestimmungen find nicht nur ein bestimmter, auch nicht nur ein Haupttheil der sogenannten mosaischen Verfassung, sondern der Mittelpunkt, auf den sich alle andern Gebote beziehen, der Boden, den sie haben müssen, wenn sie nicht in der Luft stehen sollen, der Rückhalt ohne den fie fallen müssen." „Das chimärisch gewordne mosaische Gesetz, der ideal isirte, d. h. der fortfpintisirte, der im Kopf der So-

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