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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-01-01 · Heft 1 (1.1.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 1 (1.1.1843)
Date
1843-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit der neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntmß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung, Herausgegeben von Dp. M. Heß, Großhcrzogl. Weimarschem Land-Rabbiuen zu Stadt-Sengsfeld bei Eisenach. Rv. 1. Sonntag, -en I. Januar 1843. IV. AahrglMg» An die vereheliche» Leser? Mit dem 1. Januar 1843 beginnt „der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts" bereits seinen vierten Jahrgang. Die Thrilnahme des Publikums hat mit jedem Jahre auf die erfreulichste Weise zugenommen. Gar bald würdigte man und mußte würdigen ein Organ, das sich zur Aufgabe gesetzt, das Judenthum zu regenrriren, es in Einklang zu bringen und zu erhalten mit den Forderungen der Zeit, mit den Ansprüchen der Wissenschaft. Alle, denen die Idee des Fortschrittes, denen ein erleuchtetes und lebenskräftiges Judenthum eine hohe und heilige Angelegenheit ist, haben daher auch dem „Israeliten des neunzehnten Jahrhunderts" ihre Theilnahme zugewendet, und selbst die Fürsten und Regierungen Deutschlands sind^ nicht zurückgeblieben. Unsere Zeit ist eine im Kampfe, im Kampfe für die heilige Sache der Wahrheit und des Fortschrittes begriffene; d i e se n zu dieuen, sie mit Liebe und Begeisterung zu vertreten, wird ferner das hohe Ziel dieser Zeitschrift sein! Wir zweifeln darum nicht, daß die verehrlichen Leser ihr ihr Wohlwollen erhalten, und daß dieselbe in immer weitere Kreise dringen werde. Der Preis des Jahrganges bleibt 3 Fl., oder i Thlr. 20 Sgr. und bittet man Bestellungen baldmöglichst bei der Nächstliegenden Buchhandlung zu bewirken. Annoncen aller Art werden gegen 1> Sgr. Gebühr für die gespaltene Zeile aus Petitschrift ausgenommen. Hersfeld, 1. Januar 1643' . . Die Buchhandlung von F. Schuster. Was wird «ns die neue Zeit bringe«? . Betrachtung! am Anfänge des Jahres 1843. j Wenn wir diese Frage aufwerfen, lieber Leser! wenn! wir aus liefbewegtem Herzen sie an die neue Zeit richten, , so denken wir dabei nicht an unser inneres Leben an! den Fortschritt in Lehre und in Cultus. Ob solcher immer j mehr gewonnen werde, ob wir fortschreiten in der er-! leuchteten Auffassung unserer Religion, in der erleuchteten. Uebung unseres Gesetzes, in der erbaulichen Gestaltung unseres Gottesdienstes hängt nicht von der Zeit, sondern von uns selber ab, von uns selber, in wie weit wir unser Herz dem Bessern öffnen, in wie weit wir den Willen und den Muth haben, es auszuführen im Leben. Aber jene Frage betrifft unser äußeres Leben, unsere Stellung im Verbände der Völker zu dem gemeinsamen Boden des Vaterlandes, dem auch wir möchten weihen die schöneren und edleren Kräfte des Menschen. Da hängt unsere Hoffnung allerdings nicht von uns selbst ab, da ist es die Zeit, da ist es jedes kommende Jahr, in deren Schooß wir sie bergen. Die Zeit ist ein gewaltiges Wort, die Zeit ist der lichteste Hvffnungsstern, der sicherste Anker, das zuverlässigste Heilungsmittel für die Genesung der Menschheit. Auf die Zeit, auf sich selbst, auf die immer größere Entfaltung ihrer inneren göttlichen Kraft, wie sie bisher sich hat bewahrt im Laufe der Geschichte, vertrauet die noch immer leidende Menschheit, von ihr erwartet sie Heilung, Genesung von den Uebeln, welche die Bosheit und Unwürdigkeit einzelner ihrer Glieder ihr fortwährend bereiten. Und darum ist sie immer so tief bewegt bei einem neuen Abschnitt der Zeit, darum segnet und grüßet sie den Anfang eines jeden Jahres. Aber noch mehr haben wir, wir Israeliten Ursache,

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