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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-12-04 · Heft 49 (4.12.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 49 (4.12.1842)
Date
1842-12-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ei« Wochenblatt für die Keimmiß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von irr. M. Heß, Großherzogl. Wcimarschem Land-Rabdine» zu Stadt-Lengsfcld bei Eisenach. 9fr. 49. Sonntag, den 4 Deeernber I84T III. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. E. C. Hennelt's Untersuchung nver den Ursprung des Chriftenthums. Auö dem Englischen. Eingefuhrt von vr. David Friedrich Strauß. Stuttgart. Hallbcrgcrsche Verlagshandlung. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß der denkende Israelit keineswegs das Christenthum ignoriren dürfe, sondern das rechte Verhältnis desselben zum Judenthum sich klar machen müße. Elfteres steht nun einmal als eine welthistorische Erscheinung da; es rann nicht geleugnet werden, daß cs sich über einen großen Theil der civilisirten Well verbreitet hat, und immer mehr verbreitet. Zur Weltreligion soll aber auch das Judenthum sich erheben, der Inhalt desselben soll endlich das Gemeingut aller Menschen werden. Demnach müßen beide Religionen, wenn nicht die göttliche Weltregierung, die Lenkerin der Geschichte, in Widerspruch mit sich selbst kommen soll, als in organischem Verhältnis zu einander stehend betrachtet werden; es muß das Judenlhum als der Grund, als die Quelle, woraus das Christenthum seine Lehre schöpfte, angesehen, hingegen das Christenthum als die Botschaft des Judenthums an das Heidentum als das Glied, deßen dasselbe bedurfte, um jenes allmählich zu sich zu erheben, betrachtet werden. Demnach tritt uns im Christenthume ein zweifaches Element entgegen. Einerseits hob es die Vielgötterei auf und verkündigte den Gott der Liebe und die Beseligung aller Menschen, welche das mosaische und prophetische Judenthum lehrte, andererftits aber nahm es, nach dem Tode seines — noch ganz im Judenthume wurzelnden Stifters, noch methaphisische Elemente der heidnischen — besonders der indischen, persischen und platonischen Anschauung in sich auf, aber nur in der Absicht, oder vielmehr m der Ahnung, dieselben nach und nach in dem reinen Gehalte des Mosaismus aufgehen zu lassen. Dieser Proceß ging denn auch vor sich, sobald die Wissenschaft die dogmatischen Vorstellungen zu lautern ansing, und wenn die Rationalisten, alles Uebrige leugnend, doch noch die absolute Vollkommenheit Jesu beibehielten, so hat die neueste Theologie und an ihrer Spitze Strauß auch diese aufgehoben, und dadurch auf's Neue die reinmosaische Lehre von einem einigen und vollkommenen Gott und der Unvollkommenheit jedes menschlichen Individuums zur Anerkennung gebracht. So erfüllt das Christenthum — und eben dieses macht seine Geschichte auch den Israeliten so wichtig — seine wahrhafte Bedeutung als Mission des Judenthums an das Heidenthum immer mehr, bis es einst, vereint mit dem Islam das Recht seiner Mutter vollständig anerkennen und der Herr einig sein wird und sein Name einig " Dieser Anerkennung sehr nahe steht der Verfasser obiger Schrift, welche Strauß selbst in Deutschland ein-

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