Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1842)
- Date
- 1842-11-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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194 größere» re." Ms Grund te.irb angeführt, daß sie sich fast ausschließlich. des Handels in den kleinen Städten bemächtigten und, wenn das so fort gehe, mit der Zeit alle bewegliche und fast alle unbewegliche Habe an sich reißen würden. Wir rathen dem Verfasser, Verse zu machen; er scheint eine Phantasie mit Kondorschwingen zu besitzen. Aber er müßte sich an solche Dichtungs. arten halten, bei denen es nicht auf Logik ankommt, z. B. Geburtstagsgedichte, Fest- und Feicrgesänge rc. Tie Juden haben sich meist in den Handel geworfen, weil ihnen alles Sonstige versperrt war. Dadurch sind Viele reich geworden. Dcßhalb, damit sic uns brfammcrnswcrthe Christen nicht verschlingen, muß hnen auch der Handelsbetrieb knapper zugemcssen werden! O Berliner Bürger, du bist eben so weise und gerecht, wie die meisten deiner Vorgänger auf diesem Felde. Daß die Juden sich seit Eröffnung mehrerer Lcbensbcrufe mit einem Male aus dem Jahrhunderte lang Betriebenen fortbcgeben sollen, ist eine wunderliche und ganz mäßige Forderung. Laßt sie kvoch ihr besonderes Talent kultivircn; und will man sic in größerer Anzahl als bisher für Laudbau und Handwerke gewinnen, so muß man auch das rechte Mittel ergreifen; Aufhebung alles noch auf ihnen lastenden Druckes. — Von besserem Geiste, als die Forderung, das gewöhnliche Gewerbe der Juden rinzuschränken, zeugt das Dringen des Vers, auf Gestattung der Ehe zwischen Juden und Christen. „Das Gesetz, welches eine solche Herrath verbietet, spricht der Natur geradezu Hohn :c." Daß aber die Kinder aus solchen Ehen „natürlich in der christlichen Religion erzogen werden müßten," sehen wir nicht ein. Der Neligionspunkt muß dem freien Uebereinkommen der Eltern überlassen bleiben. Da aber auch dies seine Uebelstände hat, so würde die eigene Wahl in reifem Alter der natürlichste Ausweg sein. Diese Praxis wäre überhaupt für alle Glaubensgemeinschaften höchst wünschenswerth. Warum über die Zukunst eines Menschen Verfügungnt treffen, welche doch so oft durch dessen Bildungsgang und Sch^sal vernichtet werden? Das Vernunftgemäßeste ist, dem eigenen Urtheil - anheimzustcllen, welche oder ob gar keine positive Konfession und Kirche man ergreifen will. Hierdurch würde, was sich sehr häufig in der Wirklichkeit schon ergibt, durch gesetzliche Form berechtigt. — In Bezug auf die Hindernisse, welche man der jüdischen „Aufllärung" öfter in den Weg gelegt hat, heißt es ganz richtig: „Nur eine unmoralische und für ihre Urheber wie die Verletzten gleich schädliche Politik kann solchem Ringen nach Licht und Wahrheit in den Weg treten." Sogleich aber kommt die schiefe Bemerkung hinzu, ein solches Verfahren „würde sie weit eher zu Garnichtsglaubendcn als zu Christen machen :c." Wir schließen mit einem Satze, von dem zweifelhaft bleibt, ob er in grammatischer oder logischer Beziehung fürchterlicher ist: „So zu Mitarbeitern an allen bürgerlichen Geschäften, theils herangcbildet, theils herangezwungen, und durch Familienbanden uns cinvcrleibt, würde nach einer Reihe von Jahren jede Beschränkung, die jetzt ‘ nur eine gerechte Nothwehr ist, eine Ungerechtigkeit sein." Bedarf es noch mehreren Beweises, daß dem Vers, der Kern der Judensrage unzugänglich geblieben ist?" Der Kaiser von Oesterreich hat! dein uttsern Lesern bereits bekannten liebenswürdigen Dichter Dr. med. Ludwig August Frankl, Redakteur des Sonntagsblattes, für die Ueberrcichung seiner literarischen Arbeiten die goldne Medaille: de literis mcrito zustellen lassen. Neuestes israelitisches Gebetbuch. Bei F. E. C. Leuckart in Breslau ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen, in Hersfeld und Homberg bei F. Schuster zu haben: Gebet- «nd dkndachtsbuch für fromme Israelitinnen, sowohl Frauen als Mädchen, zur öffentlichen und häuslichen «rkn-acht an Wochen-, Sabvath-, Fefi- und Faft-.Pagen, wie auch für alle Verhältnisse des Lebens, bearbeitet von F. H. Baeobson, Verfasser des Abtalion rc. 300 Seiten in 8. Elegante Ausgabe auf Velinpapier. Geh. Preis Sgr. Der Herausgeber obigen Buches hat in einer vollständigen Sammlung aller auf das tägliche.Leben bezüglichen Gebete seinen Glaubensgcnossinuen ein ehrenwerthes Mittel an die Hand gegeben, nicht nur die rituellen Verrichtungen im Tempel zu verstehen und richtig zu beurtheilerz, sondern auch bei allen Vorkommenheiten des Lebens, sich gewünschten geistlichen Rath und Trost zu erholen. Dem Charakter des Geschlechts gemäß, für welches das Buch bestimmt ist, hat der Verfasser sich einer edlen und einfachen Sprache beflissen; unnöthiges Wortgepränge ist sorgfältig vermieden. Die Beterin wird, durch die vorliegenden Gebete in den Stand gesetzt, ihre Wünsche, Gefühle, geistigen Zustände in der edelsten Form dem Geber alles Guten vorzuführen. Wir glauben daher, das israelitische Publikum um so mehr auf diese Erscheinung aufmerksam machen zu dürfen, als das weibliche Geschlecht, welches zerther-den liturgischen Verrichtungen ferner stand, einen Wegweiser in dem Gebiete des religiösen Cultus -ringenbedarf, und auch bei -er häuslichen Gottesverehrung dieses Buch mit immer wachsendem Interesse ergreifen wird. Israelitische Schulbücher, zu Partie - Preisen. Von uns ist durch alle Buchhandlungen, in Hersfeld und Homberg durch F. Schuster zu beziehen: ABTAMOlSr I. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. tu Jacobson. Preis gebunden 7^ Sgr. Partiepreis bei bnahme von wenigstens 20 Exemplaren apf einmal, gebunden nur 5 Sgr., roh 4 Sgr. . . NB Ist nur in größeren Parthien roh zu haben, sonst stets gebunden. 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