Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1842)
- Date
- 1842-11-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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für die Grafschaft PkW»s-L?e Wd 4l. Abr-aH am Mr Stadt uüd : Grafschaft Southampton. Des Letzteren Mjchl geschah Mit Sti«-, mkueiyhevigkcit,. nachdem er schon zweimal 1836 und 1841, das erste Mal erach hartem Kampfe, einen Platz im .Stadtrach eimgenonwre« hatte, In Barhadoes (Westivdien) haben die Juden dieselben Rechte wie zp Jamaika erlangt, so. daß sie von jetzt an für alle Livllämter wählbar sind. Man denkt jetzt auch in Nordamerika an die Errichtung einer jüdischen Zeitschrift. Bis jetzt konnte, thcils wegen des geringen innern Zusammenhanges und der großen Zerstreuung der Juden in den vereinigten Staaten, theils auch wegen ihrer TheilrrahmlosigLeit an besonderen jüdischen Interessen noch kein , dergleichen Plan in Ausführung kommen. Doch hat man für die Zukunft bessere Aussichten. Die Zahl der Juden im weiten Gebiete der Bundesstaaten wird übrigens auf 20,000 geschätzt. — Die Gesellschaft zur Bekehrung der Juden ist aus Mangel an Mitgliedem und Proselvten, so wie durch die Angriffe untergegangen, die sie in einer zu New-Jork von einem Herrn S. H. Jackson in den Jahren 1824 und 1825 herauSgegebenm Zeitschrift „der Jude" fand. — Die israelitische« Deputirten (in der französischen Kammer) Ccrfberr, Cremieux u. Fould. (Schluß von Nr. 45.) Was redet ihr von Uneinigkeit? Sie ist in Frankreich nach einem solchen Ergebniß nicht mehr möglich. Bei uns gibt es keinen religiösen Unterschied mehr, keinen angeerbten Haß mehr, keine Gläubige, die da morden, mehr. Der Fanatismus ist eine Ruine, die Verfolgung tvdt, der Aberglaube ohnmächtig.' Inquisition , Fanatismus, Intoleranz, euer unreiner Athem wird nicht mehr über das Angesicht unserer großen Nation hinziehen; steiget wieder in datz Grab zurück, blutige Gespenster, der Tag ist da. Hier wird unsere Freude durch einen peinigenden Gedanken gestört; Unsere Brüder in anderen Ländern wird es das Herz zusawmenpreffen, wenn sie diese Zellen lesen, und unsere Mitbürger mit den ihrigen vergleichen; denn im Punkte der religiösen Freiheit ist Frankreich um hundert Jahre vor den mit ihm rivalisirendkn Völkern voraus, wo die Intoleranz nichts thut, als schlummern, gleich einem Vulkan, der da rauscht, so lange er nicht Lava auSströmt; aber wir trösten uns mit dem Gedanken, daß Frankreich das Herz der intelligenten Welt ist und daß seine Schläge die Glieder des europäischen Körpers in Bewegung bringe«. Bald, wir zweifeln nicht daran, wird England neidisch sein, uns nachzuahm'en, Deutschland wird erröchen, sich so noch zurück zu sehen, und Italien wird mit übereinander geschlagenen Händen kommen, um uns zu bitten, daß wir es von den zahlreich« vnchaten der Intoleranz frei.: sprechen,, welche ftineGe" schichte ^runstalten. Alsdann wird sich M gan^ Europa das schöne Wort des so bedanernswerthey Prinzen bewähre«,. dessen «eulicher Tod «ns alle mit Trauer bedeckt, , und. dessen Namen wir nicht aussprechen, ohne daß. eine Thräne aus unserem Herzen in unsere Augen steigt: „In Frankreich r— sprach er vor einigen Tagen zu dem geachteten Herrn Worms,. Präsident des Cvnsistrripmö von Metz — in Frankreich giebt es weder Christen noch Israeliten, hier gibt es nur Bürger, hier suchen die öffentlichen Aemter das wahre Verdienst auf, überall, wo es sich findet." Damit diese Wahrheit eine ewige werde, lasset jeden Tag uns des Titels französischer Bürger würdiger zeigen, und ohne von den Wegen unserer heiligen Religion abzuweichen, unsere« Kindern eine ganz nationale Erziehung geben, indem wir ihnen den schönen Rang zeigen, zu welchen: die Herren Cerfberr, Cremieux und Fould gelangt sind. Gleichwie jeder Soldat einen Marschallsstab in seiner Patrontasche hat, eben, so'hat jeder Bürger das Mandat eines Deputirten in seiner Tasche; um den Weg zu gehen, ist Alles gebahnt; — Wollen ist Können! Ben Levi. Ernpfe hlenswerthe Schriften. I. M. Jost. Legislative Fragen, betreffend die Juden im preußischen Staate. (Berlin, bei Schröder.) Der Name des Verfassers bürgt schon für die Gediegenheit der Schrift. Sie faßt die jetzt obschwebende Frage vom Standpunkte des wahren Rechtes und der richtig verstandenen Politik auf, zeigt die bisherigen Mißstände und gibt die rechten Mittel zur Herstellung eines fteien und glücklichen Zustandes an. Möchte sie in die Hände aller derer kommen, denen ein Mitwirken bei dieser hochwichtigen Angelegenheit gestattet ist. 1) Kalender für Israeliten. (Wesel bei Prinz.) 2) Volksbuch für Israeliten. (Daselbst.) Zwei recht interessante Schriften, da sie Themate der Zeit und hohe, heilige Angelegenheiten der Religion in klarer volksthümlicher Sprache besprechen. An einem solchen Kalender hat es uns in der That gefehlt und wir wünschen dafür beiden Schriften, die, obgleich schon ein neues Jahr begonnen, doch kaum etwas an Interesse verloren haben, die vielfältigste Verbreitung. Breier, der Fluch des Rabbi. (Wienb.Hirschfeld.) Ein launiger, lustiger Roman, aber doch auch für den ernsten Israeliten interessant, da er das religiöse Leben der Vorzeit, wie das erleuchtete Streben der Gegenwart mit einem vortrefflichen Pinsel matt. Ist auch Manches falsch aufgefaßt und flach geholten, so hat doch das Ganze eine schöne, edle Tendenz, und verdient wohl, daß man ein Paar flüchtige Stunden darauf verwende. Truck und Verlag von F. Schuster in Hersseld.