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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-10-30 · Heft 44 (30.10.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 44 (30.10.1842)
Date
1842-10-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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19§ können die Richtung des Herrn Bobenheimer, Verbesserungen nur allgemach einzuführen und den reformatorischen Weg mit Behutsamkeit und Vorsicht zu wandeln, nur als eine heilsame bezeichnen. Auf diese Weise kommt selbst "der Widerstrebende unyermerkt in den Zug mit hinein und empfindet den Verlust dessen, was ihm als Althergebrachtes und Langgewohntes theuer ist, nicht allzuherbe; kurz, weder die Conscrvativen, noch die Reformen haben Ursach, sich zu beklagen. So ist Vieles bei uns gekürzt; die der Andacht so nöthige Stille vollkommen im Gotteshause vorhanden; der die Anbetung fördernde und verherrlichende Ehorgesang hat seinen Fortgang, wiewol wir ihm noch größeren Umfang und regere Theilnahme wünschen möchten." Deßgleichen ermahnte der würdige Oberrabbine Cahn aus Trier bei der Einweihung der neuen Synagoge in Merzig die Gemeinde, nun auch den Gottesdienst zu verbessern und Predigt und Ehorgesang für immer einzuführen. Den schönsten Lohn für sein erleuchtetes Streben hat aber der greise Oberrabbine Chorin in Arad gefunden. Die Töne der Orgel werden nun in der dortigen Synagoge gehört, und erheben das Gebet zur wahren und feierlichen Andacht. Pädagogische Revue. I. Abtalion. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, von I. H. Jacobson. U. Dasselbe, zweiter Theil. (Breslau bei Leuckart.) Nr. 1 ist eine sehr empfehlenswerthe Schrift, da der Verfasser ganz methodisch zu Werke geht, von Leichterem zum Schwererem, vom Einfachen zum Zusammengesetzten. Sehr gut gewählt find auch die kurzen Lesestücke, wie alles Uebrige, was im hebräischen Theile ausgenommen ist, die Meister- Hand verräth. Aber warum will .der Verfasser die deutsche und lateinische Druckschrift sowie die großen Buchstaben gleichzeitig gelernt haben? Als practischer Schulmann weiß er doch gewiß, daß die Ueberhäufuug den ersten Leseunterricht nur erschwert. Nr. 2. wird sich noch besser zum Erbauungsbuch, denn als Schulbuch eignen, da es für die letztere Bestimmung zu wenig Material enthält. 2n ersterer Beziehung ist es aber von vorzüglichem Werthe und in der jüdisch - pädagogischen Literatur sind beide Schriften eine um so willkommere Erscheinung, als ihr ungemein niedriger Preis — was bei uns noch selten ist — die Anschaffung sehr erleichtert. Deutscher Kinderfreund für Israeliten von Herxheimer. Berlin bei E. H. Schrocder. Diese Schrift ist zwar schon vor einigen Jahren erschienen, verdient aber immer aufs Neue empfohlen zu werden. Der Verfaßer hat sehr Recht, wenn er in dem Vorworte sagt, »daß Bibel und Religionsbücher nicht zu Lehrschristen für die jüngere Schuljugend sich eignen, leuchtet eben so sehr ei», als daß christliche Kinderfreunde nicht zur Bildung israelitischer Kinder passen," und er hat durch seine Schrift beiden Nebeln auf eine geschickte Weise abzuhklsen gewußt. Auch ist sein Buch dem Lehrer ein vortreffliches Hülfsmittel bei Erthcilung des Religionsunterrichtes und verräth überall so viel Erfahrung und pädagogischen Tact, daß wir uns über die vielfältige Verbreitung, welche es gefunden, gar nicht wundern können. Biblische Erzählungen mit Nutzanwendungen und Sprüchen von vr. Herrmann Sommerfeld. Elbing bei I. W. Namann-Hartmann. Wenn es der Zweck eines solchen Buches ist, der Jugend das Geschichtliche der Bibel, so wie ihren religiös-sittlichen Inhalt auf eine leichte dem kindlichen Gemüthe zusagende Weise vorzuführen, so ist nicht zu verkennen, daß dieser Zweck durch die vorstehende Schrift im hohen Grade erreicht wird. Ihre Sprache ist ächt biblisch, die Nutzanwendungen großentheils passend und die Sprüche nach einem jeden Kapitel gut gewählt. Doch hält sich der Verfasser in seiner Uebersetzung oft zu ängstlich an daS Wort und obgleich er durch eine poetische Diktion dieselbe hebt, so erschwert er doch andererseits dadurch das Verständniß wieder. Auch sind die Nutzanwendungen zuweilen erzwungen und die zeremoniellen Gebräuche, welche besprochen werden, von nur geringem Gehalt. Jngleichen kann es sich Ref. nicht erklären, warum von Jesaias, Jeremiah, Ezechiel und den übrigen Propheten keine Erwähnung geschieht, und eben so die Geschichte des Jonah, Tobias, der Makkabäer u. a. m. fehlt. Diese wenigen Mängel, thun jedoch dem sonst so gediegenen Büchlein, keinen wesentlichen Abbruch. D'airtD min Bei Veit und Comp, in Berlin sind erschienen und durch F. Schuster in Hersfeld und Homberg zu beziehen: Die vier und zwanzig Bücher der heiligen Schrift. Oder Bibel für Israeliten. Nach dem masoretischen Texte. Unter der Redaction von Vr. Zunz übersetzt von H. Arnheim, Vr. Julius Fürst, Vr. M. Sachs. Nebst der gratis beigefügten Zeittafel über die gelammte heilige Schrift von vr. Zunz. 52 Bog. Lex. 8. auf weißem Druckpapier für 1 «f. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.

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