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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-10-30 · Heft 44 (30.10.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 44 (30.10.1842)
Date
1842-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgcgebcn von Dr. M. Heß, Großherzogl. Wcimarschem Land.-Rabbinen;u Stadt-Len-Sseld bei Eisenach. Nr. 44. Sonntag, -en 30. Oktober 1842* III. Jahrgang* fVtottc: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Eheotogische Gutachten über das Gebetbuch nach dem Gebrauche des neuen israelitischen Tempels in Hamburg. Mit einer Einleitung. (Hamburg bei B. S. Berendsohn.) Wir hatten in der vorigen Nummer dieser Schrift als einer solchen erwähnt, die besonders durch ihre treffende Einleitung interessant sei. Dieselbe verdient es aber um so mehr, daß wir unsere Leser naher damit bekannt machen, da sie am besten geeignet ist, unser Endurtheil über die hochwichtige Angelegenheit des Hamburger- Tempel-Gebetbuchs zu vermitteln. Die sämmtlichen bisher erschienenen Gutachten kommen nämlich (mit Ausnahme des von Frankel, der aber auch das Urtheil des Herrn Bernays, daß man aus diesem Gebeibuche sein pflichtschuldiges Gebet nicht verrichten dürfe, als ein falsches erklärt) darin überein, baß der Hamburger Gottesdienst im Verhältniß zu dem in anderen Synagogen als ein sehr heilsamer Fortschritt zu betrachten sei, und jedenfalls auf dem Boden der Synagoge wurzele, jedoch glaubt ein Theil, daß derselbe hie und da zu weit gegangen sei, während ein anderer Theil und namentlich Geiger behauptet, er sei hinter den Anforderungen, welche seine eigne Idee mache, geblieben. In wiefern nun diese Ausstellungen gegründet seien, wird sich anr besten nach den Aeußerungen der Tempelgemeinde selbst durch das Organ einer ihrer Directoren ermessen lassen; sie kann am ersten der ganzen israelitischen Welt Rechenschaft darüber geben, wie sie selbst entstanden, welcher heiliger Zweck ihr vorgeschwebt und wie sie denselben im Berhältniß zu ihren Mitgliedern wie zu der Synagoge überhaupt, zu erstreben gesucht habe. Hr. Dr. M. Fränkel, den sie mit der öffentlichen Beantwortung dieser Fragen beauftragt, hat aber diesem Aufträge mit so klarer Einsicht in die Idee des religiösen Fortschrittes und in die Mittel zu seiner Verwirklichung, ingleichen, worauf es hier vorzüglich ankömmt, mit so scharfer Kenntniß der Eigenthumlichkeit und der Dedürfniße der Tempelgemeinde selbst, gelößt, daß wir in dem auf diese Sache gerichteten heiligen Interesse unserer Leser selbst nicht unterlassen dürfen, ihnen das Wesentlichste aus der fraglichen Schrift wörtlich mitzutheilen: Nach einer geschichtlichen Skizze über die Entstehung des Tempels wendet sich der Verfaßer zu dem Gebetbucke selbst und bemerkt hierüber: „Das Buch ging aus örtlichen Rücksichten hervor, was es mußte, wenn es belebend wirken sollte, und es ist keinem sachverständigen Mitglieds des Tempelvereins in den Sinn gekommen, dasselbe für stereotyp zu halten, — was sich bei Gelegenheit der zweiten Auflage unwidersprechlich kund gab. Es entsprach der Intention, wenn cs als ein „gelungener Versuch" bezeichnet wurde. Der Tempel ruht auf dem Prinzip der Fortbildung, und konnte sonach hier nichts Abgeschlossenes geben wollen.

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