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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-10-23 · Heft 43 (23.10.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 43 (23.10.1842)
Date
1842-10-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ei« Wochenblatt für. dieKenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von «r. M. Heß, Großhcrzogl. Wcimarschem Land-Rabbinen;u Stadt-LengSscld b«i Eisenach. Nr. 43 Sonntag, de» 2». Dctobee 1842. HI. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll rrnd wahr. Die «her das Gebetbuch des Hamburger Tempels erschienenen Gutachten. Zweiter Artikel. Ln Nr. 22 dieser Blatter haben wir über die sammtlichen, den obigen Gegenstand betreffenden Gutachten, soweit sie uns damals bekannt geworden, referirt. Die von Dr. M. Frankel veranstaltete Herausgabe sämmtlicher Gutachten *) enthaltenaber noch zwei, welche bisher nicht veröffentlicht waren. Das eine vom Rabbinen Gutmann in Redwktz bietet, so gediegen es auch ist, doch keine neue Seite in der Beurtheilung der fraglichen Sache dar **). Interessant ist jedoch die am Schluß erwähnte Thatsache: „Ich habe nur noch zu bemerken, daß vor sechs Jahren, .als auf allerhöchste Anordnung Sr. Majestät -es Königs von Barem die Israeliten meines Daterlan- *) Wir werden in der nächsten Nummer über diese durch -ihre treffende Einleitung höchst interessante Schrift reftriren. **) Damit ist jedoch dem selbstständigen Werthe desselben kein Abbruch gethan. Die Verfasser der verschiedenen Gutachten wußten ja, da die Tempeldirektion an alle zugleich geschrieben, nichts von einander und ihre zufäMge Ucbereinstimmung in den meisten Dingen gibt eben den Beweis, daß die Sache vom Standpunkte der fortschreitenden Ansicht nicht anders angesehen werden konnte. des zur Bildung von Kreissynoden veranlaßt wurden, welche sich unter Anderm auch über den Lehrbegriff ausgesprochen hatten, die Synode meines Kreises über die Lehre vom Messias befragt, sich einstimmig M ihren Rabbinen, Lehrern und Gemeindedeputirten dahin geäußert hat, daß sie diese Lehre in dem eben angegebenen Sinne auffassen und keinesweges eine Zurückführung nach dem ehemals den Vätern angewiesenen Lande, oder eine Wiederherstellung des jüdischen Staates erwarte. Demzufolge hat die nämliche Kreissynode auch den Antrag gestellt, daß alle diejenigen von Messias und Erlösung handelnden Gebetstellen, in welchen diese Zurückführung ausdrücklich genannt wurde, und die sich mithin nicht auf die geistige Erlösung deuten ließen, aus dem Gebetbuche sollten. Zu dieser Ansicht bekenne ich mich heute noch, und billige daher vollkommen, das von der Redaction Ihres Gebetbuches (d. h. des Hamburger Tempels) zu Grunde gelegte Prinzip." Auch das Gutachten des Oberrabbinen Chorin in Arad enthält über die Sache selbst nichts, was nicht unseren Lesern schon aus den übrigen Gutachten bekannt wäre. Aber es zeigt auf's Neue von der inneren Wahrheit des religiösen Fortschrittes und der von ihm geforderten Veredlung des Gottesdienstes, wenn derjenige, der ihr schon vor einer Reihe von Jahren das Wort redete, im greisen Alter mit derselben Kraft der Ueberzeugung für sie auftritt, ja das bald sich schließende Auge an den Segnungen sich erheben laßt, welche das Werk gottesdienstlicher Umbildung schon jetzt erzeugt hat.

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