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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-09-25 · Heft 39 (25.9.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 39 (25.9.1842)
Date
1842-09-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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158 vcn 4900 Fr. und bestimmt, daß die Einschließung des israelitischen Gottesackers der der anderen Gottesäcker ganz gleich auSgeführt werde.-/ Ein schönes Scitcnstück zu beiden ist die Nachricht in der Augsburg. Allg. Zeit, daß unter den 500 Mitgliedern, welche der Verein für den Kölner - Tombau zahlt, 183 mosaischer Ncligion sind. Aber überraschend und erfreulich für alle, die an jüdischen Verhältnissen Theil nehmen, war das Resultat der am 3. d. M. stattgehabten Preisvcrtheilung an der Berliner Universität. Es waren in der medicinischen und philosophischen Facultät drei Preise zucrkannt worden, von denen zwei an Studircnde jüdischen Glaubens (Toktor der Mcdicin und Chirurgie Röhmann aus Märkisch-Fricdland und Stud. phil PH. Iaffö aus Schwcrscnz); außerdem wurde die Arbeit des Stud med Semon aus Danzig (ebenfalls jüdischer Konfession) einer ehrenvollen Erwähnung werth gehalten. Stettin hat ebenfalls einen wissenschaftlich gebildeten Rabbinen in der Person des Dr Mcissel gewählt. Am meisten ist jedoch Würzburg zu beneiden. Dort schaart sich wieder eine Anzahl junger Heute mit den Rabbinen, der nichts Geringeres im Sinne hat, als die alte Bachcrimszunft wieder aus der Gruft hcraufzubeschwören. Für das Sukkothfest. *) «Woran erkennt ihr den Beruf, die Bestimmung eines Volkes? Was gibt davon das lauteste, das unwiderlegbarste Zcugniß? Es ist sein Leben, seine Cie schichte. Nehmet ihr das schon bei andern Völkern wahr, um wieviel mehr bei dem Volke, das dazu berufen war, durch seine Geschichte anderen Völkern voranzulcuchkcn, bei dem Volke der Israeliten. Hier stehen nicht nur die drei Seilen einer jeden Geschichte, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in inniger und heiliger Beziehung zu einander, sondern cs tritt da noch die eigenthümliche göttliche Veranstaltung hervor, daß seine Geschichte, damit sie zur noch bessern Lehrerin ihm selbst könne dienen, sich in ihren Haupt-Erscheinungen wiederholt, daß der erste Verlauf derselben, ihr Anfang in Egvpien, ihre Fortsetzung in der Wüste und ihr Ende in dem Erbe der Väter, mir dem Verlassen dieses Erbes, mit der Wanderung unter die Völker, sich erneuert, damit die Nachwelt Warnung und Belehrung schöpfen kann aus der Vorwelt, damit die Kinder sich spiegeln können in dem, was der Väter Beispiel hat bewirkt. Das ist denn auch der Zweck, der große heilige Zweck unseres Festes. Auf die Vorzeit Israels richtet es eucrn Blick, damit ihr seine Gegenwart verstehet; seine Leidensgeschichte in Mizraim hält es euch vor, damit ihr seine spätere fasset und nützet: ■rpnn rracs ‘2 22*222 urr ^'22 ury ruofc' ctrn 2222 __♦ onsapND cma K'i‘122 Aus einer noch ungedrucktcn Predige des Herausgebers. «Zn Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage; auf daß da wissen eure Nachkommen, daß in Hütten ich wohnen ließ die Söhne Israels, als ich sie herauSführte aus dem Lande Mizraim." Also ist unser Fest eine Erinnerung an die Sklaverei in Mizraim, eine Erinnerung an die Vergangenheit Israels, an die trübe, traurige, schmerzliche Seite seiner Geschichte, wie sie auf dem. fremden Boden Egyptens hat begonnen und sich hat erneuert, als Israel aufs Neue betreten mußte den Boden der Gefangenschaft und der Fremde; denn dort, wie hier, ward in dem Israeliten der Mensch unterdrückt, der Mensch geschmähet und geschändet’JMHB 8WMWWWWWWWWM>W^dort, wie hier, verschwor sich der Frevel, verschwor sich die Tyrannei an des Menschen heiliges Siecht; dort, wie hier, sind sic die Ursache, tragen sie die Schuld an der äußeren und innern Erniedrigung Israels; an der Verkümmerung seiner Lehre, an der Verknöcherung seines Glaubens, wie sic Unfreiheit und Unterdrückung von außen haben bewirkt; dort, wie hier, wäre das Unglück nicht zu Ende, hätte der Herr nicht sein Erlösungswort gesprochen, hätte er nicht gerufen: "22y P2222 1222' N*?,22 22" Die Menschen sind nt eilt und daru m dürft ihr sie nicht als Sklaven behandeln (3. Mos. 25, 41.) M- Br. Ein großes Wort haben uns die Alten hinterlassen: Israel hätte nicht werden können, was es werden sollte, märe seine Vergangenheit nicht eine so lcidenSyolle gewesen. .'"22 tt6l?2 ]l2'2 2?\\'" "Welches ist der Weg der zum Lehen führt, fragte flehend einst der heilige Länger, «-pimK plC 228 2"2 28" Willst du das Leben, so mußt du auch die Leiden des Lc-bens wollen, erwiedcne die Weisheit des Herrn. Dieses hat sich nirgends so bewährt als in unserer Geschichte, m. Br.! Wohl hat die Vergangenheit unö tiefe, harte Wunden geschlagen; wohl hat sie das Licht unserer Lehre getrübt, den Geist verdunkelt, daS Herz beengt; aber es war doch nur die äußere Gestalt der Lehre, welche sie verunstalten sonnte, ihren inneren Gehalt, ihr wahrbastiges Leben hat sie nur gefördert. Zu einer so tiefen Frömmigkeit, zu einer so innigen Gottesfurcht, zu solcher Mäßigkeit, zu solcher Tcmuth, zu solcher Keuschheit, zu solcher Nüchternheit, zu solcher Hingebung würden unsere Väter sich nicht erhoben haben, hätten sie glücklichere Tage gehabt, hätte das Unglück sie nicht gestählt und gckräfligt. — Und das ist es, wozu unser Fest, wozu die Erinnerung an die trübe Vorzeit auch uns anhalten möchte! WaS die Väter im Unglück gelernt, das sollen wir im Glück bewahren. Was allein nnsern Stolz kann bilden und unfern Ruhm, was die Wurzel ist unseres Bestehens, unseres Lebens : der fromme, ernste Lehenssinn, die Herrschaft über den Leib, die Würde und die Freiheit des Geistes, darin sollen die Kinder den Vätern nicht nachstehen, darum sollen sie mit ihnen wetteifern und kämpfen. .22221 2212 21222dl 2222h 2222 221' büb 2'22 22121 Es soll, wie der Prophet spricht, das Bild unseres Festes, cs soll uns sein die Hütte zum Schutz bei Tag vor der Hitze und zu Schutz und Zuflucht wieder Sturmwind und 3! egen"! (Zes, 2.) Die Hitze des Tages m. Fr,', das sind die Gefahren welche der Weltgcnuß, welche die Freuden des Lebens uns bringen. Mochten wir uns dagegen schützen durch den Hinblick auf die stille, bescheidene Hütte; durch die Tiefe und den Ernst des Lebens, an die sie uns ermahnt und erinnert.-« Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.

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