Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1842)
- Date
- 1842-09-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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<150 lauer Streite Notiz, und neigt sich, was von Bedeutung ist, | dabei der Parthei des Fortschrittes zu. Zn Hamburg starb einer der Vorsteher der deutsch-israelitischen Gemeinde, Zsaac Hartwig v. Essen, der nicht nur bei seinem Leben sehr wohlthätig war, sondern da er kinderlos geblieben, sein ganzes Vermögen (circa 800,000 Mk. Beo.) milden Stiftungen vermacht hat. Der Neujahrsmorgen. [ Ein Israelit des 19ten Jahrhunderts seinen lieben Glaubensbrüdcrn zum Neujahr! Roch war's nicht Tag — des Morgensternes Strahlen Verbreiteten ein ungewöhnlich Helles Licht, Wie sic sich heute durch die Scheiben stahlen, So klar, so festlich leuchtend say mein Aug' sie nicht. Und wachend träumend, von dem Glanz geblendet, Erhob ich schwermurhsvoll und stumm vom Lager mich, Den Blick nach jenem Sterne hingcwcndct Stand ich und schau'te, stierte — Lucifer erblich! „Schon jetzt erloschen — heut' so schnell verschwunden?" So klagt' ich, Thränen feuchteten die Wangen mir; Und wie durch eine Zaubermacht gebunden Verweilt ich lang — der Wehmuth Kraft erlag ich schier. Und immer tiefer in mich selbst versunken Vergaß ich, mich den Meinen anzureih'n, Tie von der freud'gcn Andacht heil'gcm Funken Entzündet, in des Tempels Hallen zogen ein. T'rauf, als mein Aug' sich gierig eingcsogcn Zn des cnlfloh'ncn Sternes dunk'le Wolkenhüll, Da brach heran am fernen Himmelsbogen Tie Morgcnröth', es schmolz das Grau in Feuers Full. Wie sanft mich ihre Noscnhand erfaßte, Zerrann mein Schmerz; nicht sehnt ich nach dem Stern mich mehr. Doch nur ein Weilchen — auch die Noch' erblaßte, Es zog mir Majestät des Tags Gestirn einher. Da trieb's mich fort — nicht dürft' ich länger weilen, Zum Gotreshause wandt' ich flugs den schnellen Schritt; Was mich bewegte, wollt' ich gläubig thcilen Mit meinem Schöpfer in der Jsra'liten Mitt'. An Stern' und Morgenroth' und Sonne lebte Erinnerung mächtig frisch in meinem Znn'ren fort, Der Schofar scholl — die Lippe flehend Lebte, Mir ward es leichter an dem gottgeweih'ten Ort. Die schönen Träume meiner Kindheit tauchten Aus jenen süßen Himmelstönen mir empor, Und durch des Schofars Schmetterflängc hauchten, — So wähnt' ich schwärmend — Engelstimmen mir ins Ohr: „Sah'st du, wie Morgenroth den Stern vertrieben, „Wie diese jählings wich der Soune Feuermacht? — „So bleib es deinem Herzen eingeschrieben: „Licht folgt auf Licht, es dringt stets neu aus dunklem Schacht! j „So wenn in'S Meer auch Jahr' auf Jahre sinken! „Es schlinget ihre Früchte nicht der Zeiten Fluth, „Doch an des neuen Jahres Baume winken „Wird gold'ner, was im alten noch als Knospe ruh't. „Und daß sie, nicht verkümmernd, sich entfalte, „Daß Herz und Auge sich an dem Gedeihen lab': „So sei's die Liebe, die so sorgsam halte, „Wenn Sturm und Wetter drohen ihr ein frühes Grab!" Brilon. Br. Alexander FriedlLnder. Angekommen: Lowositz, jüdische Absonderung; Geiger, Gutachten über die Miliärpstichtigkeit der Juden. Literarische Anzeigen. Bei Moritz Geber in Hamburg ist in Commission erschienen und durch alle Buchhandlungen, in Hersfeld und Homberg durch F. Schuster zu beziehen: Dev Gattgeweihete Bag in seiner dreifachen Bedeutung. Eine Predigt, gehalten an dem von den Vätern der Stadt angesetzten Buß- und Bettage (7. Juli 1842) im neuen israelitischen Tempel von Dr. Gotthold Salomon. Preis 3 Sgr. — 9 Kr. C-M. — 11 Kr. rhein. Der Ertrag ist mildihätigen Zwecken bestimmt. Von uns ist durch alle Buchhandlungen, in Hers selb und Homberg durch F. Schuster zu beziehen: Ansprache an meine GemeinHe. Von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner. Preis 5 Sgr. F. E. C. Leuckart in Breslau. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.