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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-09-04 · Heft 36 (4.9.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 36 (4.9.1842)
Date
1842-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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146 Kanaan! du Land der Väter, Wo in Strömen Honig fließt, Wo ein ewig blauer Aether Sich um Cedcrnwipfel gießt. Land der Harfen, Land der Psalmen, Gottverheißnes Wunderland, Aus dem Schatten deiner Palmen Ist dein Volk verbannt, verbannt! In der Erde heißen Wüsten, Ueber die Gebirge weit, Und an allen Meeresküsten Isis verweht und hingestreut. Ein Benoni *) auf der Erde Jrrt's messiasgläubig hin, Hofft daß ihm Erlösung werde In tas Hcimathland zu ziehn. Wenn sie aufcrftchcn sollen, Die gestorben fcrncher. Werden die Gebeine rollen Qualvoll unter Land und Meer; Bis sic dem geweihten Boden Langsam, gräbersprengcnd nahn, Und des Lebens frischen Odem Füllt sie erst in Kanaan. Aber ach zu lang geknechtet, Seiner Abkunst kaum bedacht, Arg verhöhnt und bös geächtet, Nuhr's auf ihm mit finstrer Macht. kinen Abgott hat's erkoren Halb vcrbrcchrisch, thöricht halb. Und wie damals — sinnverloren Tanzt cs um ein goldncs Kalb.' In der Passanacht den Becher Füll: cs fromm mit Purpurwein, Hoffr, ein unsichtbarer Zecher, Stelle sich befreiend ein. Halbvcrstandne Weisen singt es In der Passahnacht hinan: »Ach wer bringt dein Volk, wer bringt cs Herr! zurück nach Kanaan?" Oeffnct ihm die Ländcrpsortcn, Alle Häsen thut ihm auf — Und es bleibt! ruft es mit Worten — Und es achtet nicht daraus! *) D. h. Sohn des Schmerzes, so nannte die sterbende Rachel ihren Sohn; Jacob aber nannte ihn Lensamin. CI. Mos. 35, 15 — 20.) Wie ein lang Gefangner nimmer Aus dem Kerker ziehen mag, Blendet es der goldne Schimmer, Fürchtet es der Freiheit Tag. Geist der Mutter, Geist des Trostes, Sehnsucht füllt das Herz nach dir! Ach, verlasse dein bemoostes Grabmal, lang schon harren wir! Deines Wandels Segensnähe Hast du immer ausgeübt, Wenn mit dunklem Wolkenwehe Sich der Kinder Tag getrübt. Gab ein Machtspruch die Befehle, Abzuschwören ihren Gott, Warst du nahe ihrer Seele, Und sie trugen Schmach und Spott; Warfen fort die goldnen Güter, Heimathlos in Nacht und Wind, . Freudig, daß sie noch die Hüter Des gesunknen Tempels sind. Abglanz wars von deinem Bilde, Der die Jungfrau überwob, Daß der truuknc, sinncnwilde Fürst zum Herzen sie erhob. Wenn ein Mann von unsrem Stamme Forschend bei der Lampe denkt: Du bist nahe, wenn die Flamme Sich wie eine Fahne 'schwenkt. Komm und sammle mild zur Einheit Jedes Geist- und Herzenslicht, Daß in wundervoller Reinheit Durch die Nacht die Sonne bricht» Lehre Heimweh deinem Volke; In ein Kanaan will sein Herz? Führe denn als Feuerwolke Seine Sehnsucht himmelwärts! Daß es hier auf Erden walle, Seiner Sendung sich bewußt, Und die Urim Tumim schnalle Pricstcrlich um seine Brust. Und ein Jeder von dem Stamme Trage wie das Würmlcin sacht, Still die reine Gottesflamme, Schützend durch die Erdennacht. Wenn sie dich verhönen, trage! Leuchtend wandte immerdar; Mache s o, verklärt, die Sage Don dem ew'gen Juden wahr. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersseid.

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