Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1842)
- Date
- 1842-08-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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142 dieselbe das dritte Buch MosiS und ist wie die vorhergehenden, in jeder Hinsicht zu empfehlen. *) Aus Mantua wird der Allgemeinen Zeitung geschrieben: „Schon seit einiger Zeit hatten sich mehre junge Leute, durch polemische Predigten aufgcrcizt, zur Verfolgung der Israeliten verbunden und warteten nur der Gelegenheit, uni ihr Vorhaben auszuführen. In einem Kaffeehause gab einer derselben am 30. Juni ohne die geringste Veranlassung einem Israeliten einen Fußtritt, und als dieser sich darüber beschwerte, eine Ohrfeige, worauf zwischen den andern anwesenden Israeliten und Christen ein heftiger Streit sich entspann. Dies war das Signal zu weitern Tätlichkeiten, welche sich mehre Christen auch gegen die Juden im Ghetto erlaubten. Der Platzoberst eilte herbei, um den Streit deizulegen, allein einer der Unruhestifter stieß ihn zurück und riß ihm den Orden von der Brust. Das mittlerweile herbeigekommcnc Militär sah sich endlich gcnöthigt, Feuer zu geben, einige der Aufwiegler wurden getödet, andere verwundet. Jetzt kam es zu einer völligen Erneute, die um so bedrohlicher wurde, als der Pöbel, der sich bis dahin ruhig verhalten hatte, mit den Soldaten ins Handgemenge gericth. Unglücklicherweise liegt in der Festung während der heißen Jahreszeit nur eine schwache Besazznng, die zur Herstellung des Friedens nicht hinrcichte, der in der That auch drei Tage lang gestört blieb. Das der israelrtischen Familie Finzi gehörige Landhaus wurde geschleift, sämmtliche Häuser, wo die Israeliten wohnten, mußten drei Tage lang verschlossen bleiben, und keiner durfte es wagen, sich auf der Straße blicken zu lassen. Am 2. Juli laugte endlich eine bedeutende Militärvcrstärkung aus Verona an, und man lebt jetzt der Hoffnung, daß es gelingen werde, die Ruhe völlig wieder herzusrcllcn." *) Archiv. Israel. ätrrrze Anzeige« und Kritiken. j) Israelitischer Musen-Almanach von Samuel Meyer. (Dinkclsbühl, Walther'sche Buchhandlung.) Die Idee eines israelitischen Musen - Almanachs ist allerdings nicht zu verwerfen, zumal in unserer glanbensarmen Zeit, die oft nur dann sich den höheren Interessen zuwendct, wenn dieselben ihr in einer ansprechenden, praktischen Form an's Herz gelegt werden. Doch scheint das vorliegende Werk in der Diction etwas matt, um auf einen hohen poetischen Werch Ansprüche zu machen. Dabei fehlt ihm das Wichtigste: die Begeisterung für den religiösen Fortschritt durch welche allein eine solche Schrift von segensreicher Wirrung sein kann. Gleichwohl ist Einzelnes ziemlich gut gelungen, und ohne Nutzen wird auch das Ganze, namentlich für einen gewissen Lesekreis, nicht sein. 2) Scduschan-Eduth, das ist: Erklärung der 5 Bücher Mosche's .für Israeliten beiderlei Geschlechtes, von Moses Mendelsohn. (Stuttgart, Halberger'sche Verlagshandlung.) Der Verfasser wollte in diesem Werke das für die jetzige Zeit liefern, was einst der bekannte (gottlob! aber bald verschollene) „Zeenah Wurenah" für die frühere war. Doch zur Lösung einer solchen Aufgabe gehört mehr philosophische religiöse Bildung ingleichen eine größere Dosis von gesundem exegetischen Sinn und Gewandheit der Sprache, als sie der Verfasser besitzt. Es läßt darum auch seine Schrift Vieles zu wünschen übrig. 3) Der Pentateuch. Hebräisch und deutsch von H. Arnheim. (Glogau bei Prausnitz.) Der Verfasser ist bereits durch das, was er in der Zunz'- schen Bibel übersetzt hat, rühmlichst bekannt. Er kennt die große Aufgabe eines Uebersetzcrs der'heiligen Schriften, die dahin geht, mit einem edlen, belebten Ausdruck auch die möglichste wörtliche Treue zu vereinen, damit die kindlich-einfache Weise, in welcher die biblischen Schriftsteller redeten, auch dem, der sie nicht im Originale liest, zugänglich werde; und hat dieser Aufgabe im Ganzen genügt, wenn auch hie und da die freie Mendelsohn'sche Manier noch nicht überwunden ist. An einem Werke wie daö des Verfassers, das lediglich auf die Uebcrsetzung sich beschränkt, und nur die sehr schwierigen Stellen mit einer kurzen Anmerkung erläutert, fehlt es ohnehin unseren Schulen noch sehr, und wir dürfen daher dem scinigen eine vielfache Verbreitung versprechen. Angekommen: M. Frankel, Theologische Gutachten über das Gebetbuch des Hamburger Tempels. Tickt in, Darstel-* lung des Sachvcrhältnisscs in der Breslauer Rabbinatsangelcgcnheit. Frankl, Rachel, romantisches Gedicht. Bekanntmachung. Zfraelilifche Schulbücher, zu Preisen. Von uns ist durch alle Buchhandlungen, in Hersfeld und Homberg durch F. Schuster zu beziehen: ABTAlLIOmr 1. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Preis gebunden 7i- Sgr. PartieprciS bei Abnahme von wenigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 5 Sgr., roh 4 Sgr. XL. Ist nur in größeren Partiecn roh zu haben, sonst stets gebunden. IBTALIOIS II. Ein Lesebuch für die israelitische Jugend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Vor dem Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfohlen vom Rabbiner Dav. Deutsch, Ober-Land- Rabbiner Hirsch, Dr. Ludw. Philippson und Dr I. M. Jost. Preis 15 Sgr., gebunden 17^ Sgr. Partie-Preis bei Abnahme von wenigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 12h Sgr., roh 10 Sgr. F. E. C. Leuckart in Breslau. Druck rnd Verlag von F. Schuster in Hersfeld.