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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-07-24 · Heft 30 (24.7.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 30 (24.7.1842)
Date
1842-07-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. H e r a u s g e g e b e n. von ör. M. Heß, (v-.n-yrr-:.;[. Wrimarschem 'JaiiD -'Diabbincn ja Sta0t-Lenq?sclv. b«t Siscua^ 9tt. 30. Sonntag, den 34. Hu« 1843 III. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muchvoll und wahr. /Ist die Erlernung -es Hebräischen in den jüdischen Schulen nothwendig? (Schluß von Nr. 29.) Dieses führt uns denn auf eine andere wichtige Seite der Sache, nämlich auf die der Ausführbarkeit, der pädagogischen Möglichkeit. Früher nämlich, wo das israelitische Schulkind nicht noch so viele andere Gegenstände zu lernen hatte, war es wohl möglich, es im Hebräischen so weit zu bringen, daß auch später manches zurück blieb. Jetzt aber, wo der Elementarunterricht so vieles umfaßt, kann es höchstens (und auch da nur bei dem sehr begabten Schüler) dahin gebracht werden, daß das Kind die täglichen Gebete und die fünf Bücher Mosis übersetzen lerne. Nun kömmt es aus der Schule, widmet sich irgend einem bürgerlichen Gewerbe und vergißt, und muß nothwendig das Meiste wieder vergeßen, was es von der fremden, todten Sprache gelernt hat. Das sehen wir tagtäglich an hundert Beispielen. Warum also etwas lernen, was doch nicht bleiben kann? Warum Kraft und Zeit, die so kostbar und heilig sind, und viel zweckmäßiger anderen Gegenständen zugewendet werden können, so ganz unnöthigerweise verschwenden und vergeuden? Und nun vollends bei Kindern in großen Städten, die so vieles zu lernen haben, die nur unter vieler Abneigung und Ueberwindung auch dem Hebräischen einige Stunden widmen, später aber es mit keinem Blicke wieder ansehen. Was ist die Folge dieses erzwungenen Unterrichtes? Sie erinnern sich nur mit Widerwillen, mit einem gewissen Schauer, oder mit freudiger Empfindung, daß sie seiner los geworden, dieses Unterrichtes. Und das ist wahrlich gar nicht so gleichgültig, lieber Leser! nicht gleichgültig für die heilige Sache unserer Religion. Das Hebräische, welches er unter so viel Müde und Schweiß zu erlernen gezwungen ward, erscheint dem gebildeten Jüngling als zum Judenthum, zur Religion gehörend, und er trägt die Abneigung, welche er gegen jenes empfand, dann auf diese über. Sehet ihr, dahin bringet ihr es mit dem forcirten Unterrichte in einer Sprache, die für das Leben, für daS sittliche, religiöse Leben, durchaus keinen Werth bat! Denn wahrlich'die früheren Zeiten sind nicht mehr, wo man, um Judenthum zu lernen, Hebräisch und auch Chaldäisch und Rabbinisch lernen mußte, wo man die Folianten des Thalmuds und ihrer Ausleger studiren und jeder Jüngling aus diesen Fundgruben das lautere, himmlische Gold schöpfen mußte. Nein, gottlob! es ist euch, die ihr nicht gerade Rabbinen und Prediger werden wollet, jenes Gold in hundert Schriften, verfaßt und geschrieben in der lebendigen, verständlichen Muttersprache, geboten. Es existiren bereits eine Menge von Katechismen, Religionsbüchern, Uebersetzungen der Bibel, der Gebete, Predigten, Erbauungsschriften, die ihr Eltern lesen und auch euren Kindern in die Hand geben könnet. Und was das todte, ausgezeichnete Wort nicht thut, das thut noch mehr das mündliche, lebenskräftige in den Schulen und Gotteshäusern. Dieses gebt euren'

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