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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-07-10 · Heft 28 (10.7.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 28 (10.7.1842)
Date
1842-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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114 streuten Jehudim sammj und sönders nach Palästina wandern. Dazu wäre jenes Land weit zu klein, und ist ja auch bei der zweiten Erlösung unter Cyrus der größere Theil unseres Volkes in den glücklichen Ländern ihres Aufenthaltes zurückgeblieben, ohne daß sie deßbalb bei der Wiedererstchung des jüdischen Staates unthätig, oder gar thcilnabmlos gewesen wären! Auch soll diese Hoffnung Israels unser Pflichtgefühl gegen das Vaterland, worin wir geboren oder wohnhaft sind — gegen den LandcSvater, unter dessen Sccpter wir Schutz und Sicherheit genießen, keineswegs beeinträchtigen. Soll -za in jener prophetischen Zeit die ganze Welt ein höheres Vaterreich sein, in welchem sich die verschiedenen Fürsten und Obrigkeiten brüderlich die Hand bieten werden, um die Menschenkinder aller Zungen, Farben und Länder im Geiste ihres himmlischen VaterS zu regieren." Der blühende Weinfkoek. *) Samuel, der Richter und Hochmeister in Israel, besuchte eines Tages die Schule der Propheren zu Giboa, die er selbst gestiftet hatte, und es erfreuten ihn die Fortschritte der Prophctenschülcr in mannichfaltiger Weisheit und in der Kunst des Saitenspiels und Gesanges. Auch war unter ihnen ein Jüngling Namens Adoniah, der Sohn Milch«. Und Samuel hatte Wohlgefallen an dem Knaben. Tenn er war bräunlich und schön von Angesicht dazu der Ton seiner Stimme voll Kraft und lieblich. Aber seine Seele war voll Trotz und eitcln Wahnes, weil er es den andern zuvorthal in Weisheit und künstlichem Nachsinncn. Dazu dünkt' er sich verständiger denn sieben Werse, und gcbchrdete sich hochmüthig gegen seine Lehrer, und seine Lippen waren voll hoher Worte und Einbildung. Da jammerte den Richter in Israel des Knaben Adoniah, denn er liebte ihn vor andern, weil er voll Geistes war und von schöner Gestalt. Deshalb sagte Samuel: »Der Geist Gottes hat den Knaben zu einem Propheten in Israel ersehen. Aber er verdirbt cs selber." Und er führte den Jüngling hinaus in das Gebirge, in einen Weinberg, der da lieget gen Ramah. Und siehe, es war die Zeit, da der Wcinstock blühet. Da erhob Samuel seine Stimme und sprach: »Adoniah, was sichest du?" Und Adoniah sprach: »Ich sehe einen Weinberg und cs umwehet mich ein lieblicher Geruch der Blüthe des Weinstocks, der sieb in die Ferne verbreitet!" Da sprach Samuel: »Tritt hinzu und beschaue die Blüthe des Weinstocks." Und der Jüngling trat hinzu, beschattete und sprach: »Es ist ein zartes Blümlcin, unansehnlich von Farbe und dcmüthig von Gestalt. — Da antwortete Samuel und sprach: »Und dennoch bringt es *) Aus Ärummachers Parabeln. hervor eine Frucht GotteS, zu erfreuen deS Menschen Herz, und seine Gestalt zu erneuen, daß sie schon werde. Adoniah, so ist das edelste Gewächs des Weinstocks zur Zeit seiner Blüthe, bevor es die köstliche Frucht bringt! — Gedenke auch du des Weinstocks in deiner blühenden Jugend!" — Und Adoniah, der Sohn Milcha, nahm alle diese Worte Samuels zu Herzen, und gieng von nun an einher voll stillen und sanftmüthigen Geistes. Da liebten die Menschen Adoniah und sprachen: »Der Geist Gottes ist über den Jüngling gekommen!" Adoniah aber nahm zu an Weisheit und Anmuth, und ward ein Mann wie der Hirt von Thekoah und wie Jesajah, der Sohn Amoz, und sein Name ward gepriesen in ganz Israel. Bekarrrrtr»achurrgerr. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen, in Hersfcld und Homberg bei F. Schuster zu haben: Die israelitische Köchin, oder neues vollständiges Kochbuch für Israeliten; ein unentbehrliches Handbuch für wirthliche Frauen und Töchter. Nach vieljähriger Erfahrung herauegegebcn von Julie Löv. 2te Auflage. Prcßburg. brvch. 27z Sgr. Leipzig im Juni 1842. Eduard Kummer. Wir legen diesem Blatte die Ankündigung des in unserem Verlage erscheinenden Kalenders für Israeliten bei. Wir haben keine Mühe gescheut um etwas Treffliches, Gediegenes zu liefern, das den ganzen Beifall eines jeden Israeliten verdient, und sehen nun der lebhaftesten Theilnahme um so gewisser entgegen, als eö uns gelungen, von so hochgeschätzten, in Israel allgemein verehrten Männern Beiträge zu erhalten, daß jede fernere Anpreisung überflüssig wäre. Der bei eleganter Ausstattung äußerst niedrige Preis machen cs nun vollends zum lSraclitischen Volksbuche, dem die allgemeinste Verbreitung gewiß nicht fehlen wird. Wien, den 16. Mai 1842. Kranz Edler von Schmid und Z. Busch. Israelitische Schulbücher zu Partie-Preisen. Durchfalle Buchhandlungen (in Hcrsseld und Homberg durch F. L ch u st e r) ist von uns zu beziehen: ABTAIjIOIV I. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend, zur Weckung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Preis gebunden 7i Sgr. Partiepreis be Abnahme von wenigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 5 Sgr., roh 4 Sgr. IO*. Ist nur in größeren Partien roh zu haben, sonst sters gebunden. AJBTAI4Iö]1ir IC. Ein Lesebuch für die israelitische Jugend, zur Weckung und Hebung religiöser Gefühle. Von I. H. Jacobson. Vor dem Druck geprüft und zum Gebrauch für die Jugend empfoblcn vom Rabbiner Dav. Deutsch, Obcr- Land-Rabbiner Hirsch, Dr. Ludw. Philippson und!)r. I. M. Jost. Preis 15 Sgr., gebunden 17z Sgr. Partie-Preis bei Abnahme von wenigstens 20 Exemplaren auf einmal, gebunden nur 12* Sgr., roh 10 Sgr. F. E. C. Leuckart in Breölau. Truck und Verlag von F. Schuster in Hersfeld.

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