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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-07-10 · Heft 28 (10.7.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 28 (10.7.1842)
Date
1842-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ei« Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben, von Dr. M. Heß, Großhcr;oal. Wcimarschem Land-Radbinen;u Stadt-Lelrgsscld, bei Eisenrci,. Re. 28. Sonntag, den 1«. Juli I84T. III. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Hat -aS Iudenthum eine Zukunft? (Schluß von Nr. 27.) Mosaismus und Prophetenthum hatten endlich doch den Sinnen - Götzendienst des Heidenrhums, wie er auch die Israeliten lockte und verführte, überwunden; an seine Stelle war jetzt eine zu weit getriebene Innerlichkeit, die buchstäbliche und kleinmüthige Verehrung des göttlichen Gesetzes getreten. In diesem Gegensätze mußte demnach der Mosaismus eingehen und sich zum Thalmudismus und Rabbinismus gestalten. Doch auch dieser ward, nachdem politische Aufklärung die Barbarei von außen, und wissenschaftliche Bildung die Verschrobenheit im Innern verdrängt hatte, überwunden und also die erleuchtete Auffassung des Judentdums, wie es die Gegenwart beurkundet, möglich gemacht. Sein wahres Leben, seine fortwährende Entwickelung und dadurch seine Zukunft und Ewigkeit, welche das Judenthum im Kampfe mit Anthroporphismus, nationalen Vorstellungen, der thalmudisch-rabbinischen Anschauungsweise und der Ueberwindung aller dieser Gegensätze bekundete, hat es auch in seinem Kampfe mit den Ausschweifungen der philosophirenden Vernunft und den sie vertretenden Schulen bewahrt. Es ging bei Philo und dem Kabbalisten ein in die Ansichten der platonischen Schule, aber überwand diesen Gegensatz indem es ihn mit den Lehren des Mosaismus vermahlte und vermitteste. Dasselbe geschah von der arabischen Schule mit der aristotelischen Philosophie, von Mendelssohn mit der Wölfischen und von Formstecher und Hirsch mit der Schelling - Hegelschen Schule. Damit aber die Zukunft und Ewigkeit des Iudenthums nicht eine auf besten Glieder selbst beschrankte bleibe, sondern die ganze Menschheit umfasse, mußte dasselbe seine Mission an das Heidenthum richten, und dieses konnte nicht anders geschehen, als indem es sich dem Gegensätze desselben näherte, aber wieder nur, um ihn allmählig in sich aufzulösen. Diese Mission übertrug das Iudenthum dem aus ihm hervorqegangenen Christenrhum und Islam. Das Christenthum ging auf den Glauben an eine Menschwerdung Gottes und die hieran sich knüpfende Erlösung, wornach die damalige Menschheit sich so tief sehnte, ein, nahm noch dieses heidnische Element in sich auf, um die Vielgötterei zu stürzen und die Völker zur sittlichen Verehrung des Höchsten zu erheben. Der Islam huldigte der Sinnlichkeit und der materiellen Vorstellung der zukünftigen Welt, tv'.e fie den morgenlandischen Völkern eigen war, um auch diese zu dem Glauben an den einigen Gott des Judenthums zu führen. Wie wir aber im Iudenthum selbst den Gegensatz immer mehr verschwinden und in seine höhere Idee aufgehen sehen, so streifen auch seine beiden Missionen an die Menschheit, daS Ehristenthum und der Islam ihre heidnischen Elemente immer mehr ab und kommen dem Gehalte des reinen Mosaismus näher. Beim Christenthum ist dieses der Fall in dem rationellen Protestantismus und dem aufgeklärten Katholicismus und beim Islam wird es gesche-r

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