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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-06-26 · Heft 26 (26.6.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 26 (26.6.1842)
Date
1842-06-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großbcrzoql. Wcimarschem vauv-Ravbincn?u Start-LenqSsclS, bei Eisenach. Sonntag, den T«. ^uni I84T III. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Hat diese Zeitschrift eine destruktive Eendenz? (Schluß.) Die dritte mit dem Abschluß des Thalmuds beginnende Periode formell, nämlich in der kleinlichen und buchstäblichen Heilighaltung des göttlichen Wortes, der vorausgegangenen gleich, unterschied sich von dieser jedoch dem Stoffe und Inhalte nach, indem sie auch alle Vorschriften des Tbalmuds als einen Bestandtheil des göttlichen Gesetzes betrachtete, und dadurch dasselbe ins Unendliche erweiterte. Doch war auch diese Erweiterung, indem sie die ganze Geistesthätigkeit dem Forschen im göttlichen Gesetze zuwendete bei der Zunahme der Barbarei und der Verfolgungen das beste Mittel, das Zudenthum gegen die feindliche und gefahrvolle Außenwelt zu schützen. Damit indeß das Bewußtsein des, vom Rabbinismus allzusehr verdeckten, reinen Kern des Iudenthums nickt ganz erlöschte, hatten früher bei den Essaern und Hellenisten, und später bei den Rabblnen der arabischspanischen Sckule (theilweise wohl auch bei den Karaiten) das sittliche Element und die universellen Wahrheiten des Mosaismus eine sorgfältigere Pflege gefunden. Ja selbst der Mysticismns der Kabbala ist durch sein Semüthvolleres und lebendigeres Auffassen des göttlichen Gesetzes ein nicht unwirksamer Gegensatz zu der Starrheit des Pharisäismus geworden. An die neuere Zeit, wie sie mit Mendelssohn und seine Schüler begonnen, angekommen, nehmen wir bereits die wohlthätigen Wirkungen jener beiden Elemente der Vergangenheit wahr, wir sehen mit der erleuchteten Auffassung des Judenthums, wie sie die arabisch - spanische Schule vorbereitet, und die neuere Wissenschaft, ingleichen die freiere bürgerliche Stellung der Israeliten, fortgeführt hat, den frommen Glauben, und die Anhänglichkeit an die väterliche Religion, vereinigt. Dasselbe, tritt auch in dem Character der Gegenwart hervor, nur daß da noch ein pracrisches Element, die Reformation des Cultus und des Lebens der Israeliten (einem Bedürfniß, dem sich, gedrängt von der fortgeschrittenen Gesittung der Zeit, selbst die orthodoxen Rabbinen nicht ganz verschließen) hinzukömmt. De Erscheinung der allegorisirenden - stabilen Parthei, wie sie durch Hirsch, Plessner u. a. in unseren Tagen vertreten wird, so sehr auch ihre Grundsätze an sich bekämpft werden müssen, hat relativ, gewiß auch ihren Nutzen; sie führt nämlich aus der einen Seite diejenigen, welche sonst ganz blind und mechanisch rabbinische Satzungen ausüben, würden doch theilweise zu einem Bewußtsein der (wenn auch nur imaginären) religiös-sittlichen Gründe derselben, und demnach zu einer gesinnungsvolleren Frömmigkeit, auf der andern Seite aber vermittelt sie (natürlich ohne es zu wollen) durch den schroffen Gegensatz, durch das Geschraubte und Unwahre, welches ihr Festhalten an jeder minituösen Satzung des Rabbinismus und ihre sittliche Motivirung desselben hat, gerade die Wahr-

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