Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-06-12 · Heft 24 (12.6.1842) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 24 (12.6.1842)
Date
1842-06-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2566751-2566802-2566827--0369-2567996
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Israelit deneunzehnten Jahrhunderts. Ei« Wochenblatt für die Kcnntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegebe von I>r. M. Heß, Wrimarfchcnr l'isuD-OJ.UH’iii.'ii;»?e'.rasf>kl?, bet Crifcmi.i'. Rr. 24 Sonntag, den IS Juni I84S ii». Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, mmhvvll und wahr. DaS Leben Vefu und seine Lehre. (Schlup von Nr. 23.) Salvador unterscheidet nämlich zwischen einem orientalischen und einem acht jüdischen Dogma. Indeß jenes die Erde als ein Iammerthal ansiebt, und wir in allen seinen Glaubenssystemen einem absolut bösen Prinzipe begegnen, findet sich das jüdische recht behaglich in d.eftm Leben, und es wassert ihm gleichsam der Mund nach der Ruhe unter dem Feiglnbaume und Weinstocke. Die höchste Hoffnung des Volkes, ist Büroerglück, unter dem Schirme der Aufklärung, der Veredelung der Ruhe und des Friedens. Die Sorge und Hoffnungen, die sich über das Grab erstrecken, für das Jenseit, wo es kein Volk mehr gibt, kennt es, als Volk, nicht. Da finde sich jeder Einzelne zurecht, so gut er's kann, und so gut es ihn gelehrt worden. Der Himmel ist aller Welts Himmel , Nz:n p^n nrb vr c^iyn rcw -Ten aber für Palästina gab s Privathoffnungen, — wie der patriotische Preuße und Oesterreicher zur Zeit auch welche bat — und diese waren in Israel durch den Mund der Propheten ausgesprochen, und geknüpft an den Namen „Meschiach." — Von dem für Israel zu erwartenden Bürgerglück sollte auch das Licht der Aufklärung, die Triebe zur Veredlung, das Feuer der Liebe, Ruhe, Friede und Glückseligkeit für die übrige Erde ausgchcn. Es laßt sich ja auch gar keine Glückseligkeit so wenig bei Einzelnen, wie bei ganzen Staaten, denken in einer Umgebung von unglücklichen, elenden, rohen, und von zügellosen Leidenschaften beherrschten Menschen, oder Völkern. Es kann ja der Beste nicht im Frieden leben, wenn der Nachbar es nicht will. — Das achte Christenthum aber, behauptet Salvador, huldige der trüben orientalischen Lebensansicht „die gewöhnlich die göttliche Wohlthat in den Tod, unv dm Anfang des wahren Seins in seine unterirdischen Ttadte oder Nekropole versetzte." Daher will Jesus von keinem weltlichen, himmlisch-irdischen Reiche was wissen. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Diese, wenigstens ihre jetzige Natur und Ordnung, wird zusamn enbrechen, und auf ihren Trümmern wird ein irdisch-himmlisches Leben sich neu gestalten, und wer geglaubt und gestorben, der wird Bürger werden der erneuten Erde. „Einen Hauptumstand (bemerkt der Verfasser weiter) dürfen wir nicht aus den Augen lassen: Die Gemälde der Propheten, aus denen das Chriftenthum seine Beweise und Belege zu entnehmen niemals unterließ, stellen zusammengenommen zwei allmälige Zustande des Daseins für das jüdische Volk und die ganze Welt dar: eine Periode der Vergehungen, Verblendungen, Versuchungen, Leiden, Kampfe; und eine Periode der Weisheit, göttlichen Segnung des Friedens, der Glückseligkeit, die wieder in zwei verschiedne und aufeinanderfolgende Unterabtheilungen zerfallt. Der erste Hauptpunkt der Unähnlichkeiten, die Iesum und seine Schule von seinen Mitbürgern trennten, rührt gerade von ihrer Einschaltungsweise der Todten-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.