Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1842)
- Date
- 1842-05-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, c»roß!,cr;?ql. Weimarfchem vanv -R.v.'din^i;u Emor i?cnbet Eisenach. Rr. SQ. Sonntag, den 15. Mai 1843. in. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muchvoll und wahr. Jüdische Briese. Zur Abwehr und zur Verständigung. Don Gabriel Rießer. 2teS Heft. Berlin, Beit u. Comp. 1642. Nießer hat schon oft unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen *), und wer von unseren Lesern sollte auch nicht gern und wiederholt sich mit ihm beschäftigen? Rießer zieht die Frage der rechtlichen Gleichstellung der Israeliten in das Gebiet des heiligsten, des sittlichen Interesses; er macht mit der ganzen ihm inwohnenden Gluth der Begeisterung geltend, daß wir nichts als eine uneingeschränkte Thatigkeit, als eine freie Aeußerung all' der edlen Kräfte wollen, mit welchen uns Gott, gleich jedem anderen Menschen, begabt, daß wir nichts als diesen menschlichen, als diesen sittlichen Ausspruch an die Völker und Regierungen stellen. Wie sollten darum die israelitisch-religiösen Zeitschriften nicht stets eine freudige Notiz von dem schriftstellerischen Wirken Rießers nehmen! Ist ja der Gebrauch unserer Kräfte, die Ausbildung derselben und ihre uneingeschränkte Anwendung zum Heile unserer Mitmenschen, die höchste Lebensforderung der Religion. Sind wir ja nur da, um zu wirken, und muß daher in den besonderen Gebieten, in welche die menschliche GeftUschaft sich theilt, in dem Staate und dem Gemeinwesen, jedes Glied, es gehöre an, welchem Bekenntniß es wolle, den freien Gebrauch seiner Kräfte, eine diesen angemessene Stellung und anpassenden Wirkungskreis fordern, fordern im Namen desjenigen, der die Oberhäupter der Völker dazu berufen, jedem Staatsgenossen den Platz zu übertragen, den ihre physische und geistige Befähigung den Gott selbst ihnen angewiesen. Kann darum die Ausschließung irgend eines Bekenntnisses von der staatlichen und öffentlichen Wirksamkeit in nichts Anderem seinen Grund haben, als in. Verkennung der wahren Forderung der Religion, als in Nichtachtung des heiligen und göttlichen Rechtes des Menschen, als in bewußter oder unbewußter Selbstsucht und Engherzigkeit, und verdienten darum schon die früdern Schriften Rießers Anerkennung in den jüdisch-religiösen Zeitschriften, so ist dieses noch in erhöhtem Grade bei seinen Briefen der Fall. Hier tritt er nicht nur gegen die bürgerliche Zurücksetzung der Israeliten auf, sondern bekämpft ganz vorzüglich die infamste Beschuldigung, die man gegen sie erhoben, den unmittelbaren Angriff auf die Sittlichkeit des Judenthums selbst, welche Menzel, Pfizer u. A. sich erlaubt hatten, in dem sie es in Verbindung mit dem „jungen Deutschland", wie sie es characterisirten, und zu welchen zufällig einige jüdische Convertiten gehörten, brachten. Hatten wir daher schon früher *) die Aufmerksamkeit unserer llcser auf das erste Heft jener „Briefe" gerichtet, so können wir uns dieses Jahrgang I, Nr. 5 u. 10 dieser Blätter. *) Jahrgang 1 Nr. 12 dieser Blätter.