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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-05-08 · Heft 19 (8.5.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 19 (8.5.1842)
Date
1842-05-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für dic Kkimtniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. H e r a u s g e g e b e n von I>r. M. Heß, cv>reül'er;o.il. Wnmarschcin VanO -- CK.u>l'iu;u;u (?taft Vcn.iSfctD, bet Eisenach'. Rr. 19, Sonntag, den 8. Mai I84S. III. ZFahpgang. 31 otto : üiuschicdcn, frciihmia, i'U'.chvoli und wahr. Das Gutachten -es Obeerabbinen Dr. Fpan kel in Dresden wider das Hamburger Gebetbuch. (Schluß von Nr. 18.) Es ist traurig, aus dem Munde eines rationellen Volkslehrers, für welchen sich Herr Frankel ausgibt, zu vernehmen, daß, fände das Beispiel des Hamburger Tempels Nachahmung, der noch schwache Ueberrest der religiösen Einheit in Israel sich gänzlich auflüsen müßte. Glaubt denn wirklich der Herr Dr., daß die religiöse Einheit durch Abänderung und resp. Verbesserung einiger Gebetsformeln gefährdet werde? Weiß er nicht, daß die religiöse Einheit Israels auf die hohen Wahrheiten seiner Lehre und seines Glaubens beruhe, daß es nur nöthig sei, daß der Gottesdienst diese ausspreche, und daß dieses auch der Hamburger Tempel gethan, ja alle älteren und wesentlichen Synagogengebete beibehalten, und nur äußerst selten sich eine Abweichung im Ausdrucke erlaubt hat? Man denke doch nur an das Beispiel der chnstlichen Kirche, wo fast ein jeder Staat sein eignes Gesangbuch hat; ist darum die religiöse und kirchliche Einheit zerstört? — Die stärkste Verblendung beweist aber Hr. Fr. am Ende seines Gutachtens, wo er meint, der Hamburger Tempel habe schon bei seinem Entstehen den Keim des Separatismus in sich getragen, er bestehe nun zwanzig Jahre und noch habe er außer dem Filialgottesdienste zu Leipzig während der Messe keine Nachahmung gefunden. Die Verbesserungen, die hinsichtlich des Gottesdienstes in den Gemeinden eingesührt wurden, seien nach dem Wiener Tempel getroffen worden. — Wir können kaum begreifen, wie Hr. Fr., nachdem noch kürzlich von den verschiedensten Seiten her, von den Rabbinen des Nordens und des Südens, öffentlich ausgesprochen wurde, daß der Tempelverein die heilsamste Wirkung auf die übrigen Gemeinden ausgeübt, und daß man seinem Beispiele die Verbesserungen/welche hie und da unternommen, zu danken habe, eine so befremdliche Ansicht aussprechen konnte Er muß es doch wissen, daß man von dem Wiener Gottesdienste erst seit einem Jahre, wo die Choräle einigermaßen bekannt geworden sind, etwas erfahren hat, wahrend das Hamburger Gebet- und Gesangbuch längst veröffentlicht und :n den verschiedensten Gemeinden bekannt worden ist. Und wie konnte Hr. Fr., der in der Nähe von Leipzig ist, sein Auge der Theilnahme verschließen, die der dortige Tempel bei einer so bedeutenden Anzahl Israeliten aus ganz Europa findet? Hat er nicht gesehen, oder gehört, wie diese Theilnahme besonders in den letzten Jahren sich vermehrt hat, wie die, welche nach einem erbaulichen Gottesdienste sich sehnen, am heiligsten aller Tage, am Versöhnungsfeste in Massen nach dem Tempel strömten, und wie seine Besucher nicht einmal der sogenannten heterodoxen Parthei, sondern meistens den Gemäßigten anqehören, und wie sonach in dieser Theilnahme die Huldigung dieses Gottesdienstes von Seiten aller bessergesinnten Israeliten Europas sich ausspricht? Auch würde,

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