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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-04-24 · Heft 17 (24.4.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 17 (24.4.1842)
Date
1842-04-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kcnntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. H c r a u s g e g e b e n von I*r. M. Heß, Cr'src'Bi'cr',c'a[. Weimarfckcm VatiD - (?tadt Lcnassclv, bei Aeenack. Nr. IV Sonntag, den 24. Rpril 1S4S. III. Zahrgang. 'Motto; Eiirschiedcn, freisinnig, nnubvoll und wahr. Die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nach seinem Eharacter, Entwickelungsgange und Berufe in der Menschheit von I»r. S. Formssecher, UvtDnjcv an S»na.wgc;u Oncnvach. (Schluß von 16.) Hat der Verfasser in der Wrise, wie er sein philosophisches System mit den Aussprüchen der Bibel zu vereinigen suchte, Verstöße gegen die Wahrheit begangen; ist demnach seine Ansicht in Betreff des Verhältnißes der Philosophie zur Offenbarung nicht von einem äußeren Widerspruche frei, so begeht sie nicht minder einen innern, laßt ü'ch Halbheit und Jnconsequenz zu Schulden kommen, indem sie das philosophische System, von welchem sie ausgeht, nicht in seiner ganzen Strenge festhalt. Wir verlangen nämlich von dem Neligionsphilosophen, daß er entweder den Standpunkt der äußeren Offenbarung oder den des Gemüths und Bedürfnißes des Herzens, (wie Schleiermacher, Jacobk, Steinheim u. a.); oder den der Vernunft und freien philosophischen Anschauung cinnehme. Der Verfasser thut weder das erste, noch das zweite, sondern bekennt sich, wie wir gesehen, zur Schellingschen Identitatsphilosophie, weicht aber dieser, wo es sich um das höchste Sein, um die Idee des Absoluten handelt, wieder aus; er sagt: „Sobald die unvernehmbare Weltseele auf eine wahrnehmbare Weise sich den Sinnen darstellt, sobald zeigt sie sich auch auf irgend eine Weise bewegend und offenbart eine Kraft, welche die Bewegung und die Erscheinung hervorbrachte. Alle Kräfte, welche als Erscheinungen wahrgenommen werden, sind Kräfte der We'.tseele; die Pflanze, welche meinen Sinnen sich darbietet, ist eine verkörperte Kraft der W.ltseele, das ganze Thiergeschlecht ist die Hypostase einer Kraft derselben. Zu den erscheinenden Kräften der Weltseele, welche sie auf Erden manifestirt, gehört auch der Mensch, und zwar muß er als Cie qualitativ höchste Kraft betrachtet werden. Der Mensch stehet, nach^ seinem physischen Organismus, auf der höchsten Sprosse an der Stufenleiter aller übrigen Erscheinungen auf Erden und gehört als solcher zu denselben; befindet sich aber, vermöge seiner psychischen Eigenschaften, über derselben, also außerhalb aller übrigen Erscheinungen, denn er kennt sich selbst, er besitzt Selbstbewußtsein. Die Weltseele, welche in dem Menschen als Selbstbewußtsein und dadurch als Selbstbestimmung bei ihren Thätigkeiten sich darstellt, muß diese Eigenschaften, um sie als wahrnehmbare Kräfte erscheinen lassen zu können, für sich selbst besitzen, wenn sie dieselben auch nicht im Menschen geoffenbart hätte; der Träger aller Erscheinungen ist demnach nicht nur physische Weltseele, welche alle Bewegungen hervorbriugt, sondern er ist durch

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