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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-04-17 · Heft 16 (17.4.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 16 (17.4.1842)
Date
1842-04-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 satem" <5 Wehmü'thtg aussprach, für ein künftiges Jahrtausend. Doch zu jener Zeit machten Vernunft und Einsicht Riesenschritte, und schon wenige Jahre nach M e n d el s so h n's Tod trug der Baum, den er und seine Freunde gesaer, die herrlichsten Blüthen, deren Früchte zum Thcil schon uns und noch mehr unseren Enkeln einst zu gut kommen. Aber je mehr nach dem Tode Mendelssohn's die Fesseln sich lösten, welche die Juden in nationaler und politischer Absonderung gehalten, je mehr ihr eigenes Interesse, ihr eigenes Wohl und Weh sich mit dem ihres Preußischen, ihres Deutschen Vaterlandes identisizirte, um so häufiger mußten auch Einzelne die von unseren Vorvätern um das göttliche Gesetz gezogenen Schranken mit ihren neugesialteten so' zialen Verhältnissen unvereinbar finden. Diese Einzelnen, die nicht durch frivolen Leichtsinn, sondern eben nur in Folge zcv.t.- Annaveruii/,en zwischen Christen und Juden, in einen äußerlichen Widerspruch mit der Menge ihrer Glaubensgenossen gerathen waren, wurden glecchwol von diesen immer noch sehr hart beurtheikt. Die Menge geht niemals den tiefer» Gründen einer Erscheinung nach. Es kamen daher Konflikte vor, die ein Zusammenhalten der Eleichgesiunren nothwendig machten: es galt nicht bloß, die Freiheit des Gewis scnS zu vertheidigen, sondern auch physischen Schuß zu gewahren, besonders denen, die ohne Familie in Berlin lebten und in Krankheitsr oder andern Unglücksfallen keinen Beistand von denjenigen zu erwarten hatten, die damals innerhalb der Gemeinde im Besitze der Macht wie der herrschenden Meinung waren." Schluß folgt. Zu Amsterdam ist jetzt ein Israelit 3/6. BoaS vom Viceprasidenten des Criminalgerichtes zum Richter am Provrnzialhofe von Nordbolland befördert worden. Es ist dies dis zetzr die höchste Amts würde, dre einem Israeliten rn Europa zu Theil geworden. Immer rüstiger schreiten auch in einem anderen Lande Europas, das das Recht des Menschen und des Bürgers auch in den Israeliten achtet, in dem schönen Frankreich, die letzteren fort. Die Arbeitsschule in Straßburg gedeihet ,mmer mehr; Mit ihr wetteifert, eine gleiche Anstalt die jetzt in Mühlhausen durch die Fürsorge des Rabbinen Drey fuß errichtet worden und m erster Stadt wo die Gemein^ beschule bereits segensreiche Früchte getragen, geht man nun auch damit um, eine Mädchen r Schule zu errichten. Nach dem Moniteur Algerien, hatten die französischen Schulen in Algier im Jahr 1839 unter 1490 Schülern 238 Israeliten und nur 92 Mauren, die für die Eingeborenen zählten aber unter 1189 Schülern, 789 Juden und -100 Mauren. Angekommen: Zwei Predigten von Moritz Loewi; -Frankel, die Eidesleistung der Juden. An Hoffmann von Fallersleben. Willst du nicht veme Knechtschaft hassen, Nie ziehst du durch der Freiheit Thor!*) H. v. F. Uapolit. Lieder Bd. 2 S. lsss. E m a n e i p a t i o n. Wagst der Freiheit du zu singen, Feiler Knecht der Tyrannei? Willst du Freiheit dir erringen, Daß dein Bruder Sklave sei? Um die Schwachen zu verlocken In des Undanks schwarze Nacht, Hast du manchen säubern Brocken Ihren Lüsten dargebracht; Von dem Bettler bis zum Fürsten Alles gischt in deinem Sude; Das, wonach sie herzlich dürsten, Muß zuletzt hinein — „der Jude!" Freiheit, du bist loSgekettet Don solch' feilem Spatzensang; Musen, euch hat der verwettet, Der sich selbst in Fesseln zwang! — Breslau. Ferdinand Goltz. *) Diese Worte bilden den Schlnßvers eines judenfeindkichen Gedichtes des Herrn Hoffmann v. Fallersleben. Rev. Um übrigens unsere Leser zu überzeugen, daß Herr Hoff, mann selbst zur Zeit, wo er noch nicht einer unedlen Popularität huldigte, anders dichtete, setzen wir hierunter ein gleichfalls die mosaischen Glaubensgenossen betreffendes Ge, dicht, welches sich in dem ersten Bande seiner Poesieen findet. Redaction. Israel. Deine Sonne ging zu Rüste, Und dein Sabbathstag begann: Ewig soll dein Beten dauern, Uno um Israel dein Trauern, Denn es hebt nie wieder an- Kein Messias kann dich retten, Aber Gott erbarmet sich, Und erweckt durch deine Leiden Lieb' in Christen und in Heiden, Und die Liebe rettet dich. Druck uud Verlag von §. Schuster in Hersfelö.

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