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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-04-03 · Heft 14 (3.4.1842) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 14 (3.4.1842)
Date
1842-04-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SS Freude erschien vor sech-Jahren, alS den damaligen Ständen de» Königreichs ein Gesetzentwurf vorgelegt wurde, der zwar von völliger Emanzipation noch weit entfernt, doch aber als ei« merklicher Vorschritt zum Bessern von unS begrüßt wurde. Ach! dieser Tag der Freude war von Gott nur gesandt unS za prüfen in «nse.er Ausdauer und unserer Ergebung in seine Rathschlüsse'. Wie wurden dre Erwartungen aller jüdischen Einwohner dieses Königreichs getauscht, alS sie auS den damaligen ständischen Verhandlungen ein Gesetz hervorgehen sahen, daS dem wohlwollenden RegiecungS-Entwürfe kaum noch ähnlich jah, und wie groß war unser Schmerz, als wir gewahrten, daß durch eine unglückselige Verkettung von Um. ständen, am Ende auch diese verstümmelte Arbeit keine Ge« stßeSkraft erhielt! Statt dessen liegt Ihnen, hohe Ständeversammlung, jetzt ein Entwurf vor, in dem wir eme Verbesserung unserer Lage durchaus Nicht erblicken können, ja, der dieselbe j» vielen Fällen noch verschlechtert- Wir haben den Entwurf gelesen, und fragen uns, wozu noch eine gesetzliche Abgrenzung zwischen Schacher- und andern I rden dienen soll, wenn auch dieser letzrern angeblich bevorzugten Klasse kein Schatten von bürgerlicher und politischer Freiheit zugestanden wird? Was «st der jüdische Kaufmann, der jüdische Handwerker, wenn er ohne besondere Erlaubniß und Zustimmung seiner Ortsge-neinde kein Grundstück erwerben, nicht einmal ein Wohnbau» kaufen kann? WaS ist er, wenn er selbst mit dem unbescholtensten Rufe, keine Stimme zur Ausübung bürgerlicher Gerechtsame führe», keine freiwillige Bestimmung seinen Söhnen geben, keine Anerkennung rechtlichen Wa.delS gewärtigen darf? — Ist er da etwas mehr als der gedrückte Jude alter Zeilen, über den der Erbärmlichste unter dem Pöbel sich freuet, weil er sieht, daß es noch immer Leute giebr, die der Sraat unter ihn gestellt hat? Und wie kann uuS ein Ge. fetz befriedigen, welches in allen feinen Tdeilen, selbst da, wo es etwas m geben scheint, unsere Eristen; nicht nur von ewi, gem kollicitiren, sondern sogar von den Interpretationen der Behörden abhängig macht?" „Deßhalb, hohe Ständeversammlung, richten wir an Sie, so ehrerbietig als gehorsamst, die Bitte, Hochdieselden wollen 'geneigen dem jetzt vorliegenden Gesetz-.Entwürfe, dre Rechtsverhältnisse der Juden betreffend, Ihre Genehmigung nicht zu ertheilen " Eingegangene Schriften: Holdheim, Ueder das Gebetbuch nach dem Gebrauche deS neuen israelitischen Tempels in Hamburg. — Rieser, jüdische Briefe, zweites Heft. — Sendschreiben eines Familienvaters an seine israelitischen Brüder in Pommern. — Iolowicz, die fortschreitende Entwickelung der Cultur der Juden. — Herrheimer, Sabbath-, Fest- und Gelegenheits-Predigten. — Sommerfeld, Biblische Erzählungen. An die Manen der im Deutschen Befreiungskriege ge^ fallenen Juden. Ein Königs-Wort, ein heilig Wort, rief euch in wilde Schlacht: Ein Vaterland, ein freies Land, das galt es zu erfechten! Mit frohem Muth habt Gut und Blut im Tod ihr dargedracht; Deö Bürgers Krön', des Bürgers Recht zu lassen Euren Erben. So glaubtet ihr; so kämpftet ihr für solchen Sregeslohn: Im Heldentod habt LebenSglück den Andern «hr errungen: Doch Eurem K»nd und Äindeskind zum Dank war bittrer Hohn; Der Krieg verspricht, der Friede bricht, die Schwüre sind verklungen. — De» edlen Trieb in Herz und Geist treu haben wir bewahrt, Von Eures Ruhmes stiller Stätte ein heilig Angedenken: Euch große Manen ruf' ich auf nach frommer Sänger Art, Zeigt Euer wundes blutend Herz den Herrschern, dre unS lenken! Einst war verweichlicht, feigen Sinnes der Inden Volk per. schrien; Da zogen wir auS in Kampf und Schlacht, und Mancher sank getroffen: Jetzt wollen sie den Wehrst and selbst dem Juden auch entziehen, Man neidet'S ihnen, daß mi Tod auf beß're Zeit sie hoffen r Mein König, Du mein Friederich! hoch bau ich auf Dem Wort; Klar sieht Dein Aug', wie künstlerisch sie auch zu täuschen dichten. Du bist und bleibst für Iud' und Christ und alle Bürger Hort: „Gibst allen gleiches Bürgert hum mit gleichen Bürgerpflichten!" BreSlau. Ferdinand Goltz. Bekanntmachung. Bei F. W. Gröning in Bernburg ist erschienen und durch alle Buchhandlnngen, in Hersfeld und Homberg durch F. Schuster, zu beziehen: mrnn niD’ Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre für Schule und Haus. Von Dr. S. Herxheimer, Herzoglichem Lrmdeß. Rabbiner m Bernburg. Vierte unveränderte Auflage. Preis Sgr. Druck und Perlag von F. Schuster -u Herstel'.

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