Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1842)
- Date
- 1842-03-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Prediger Dr M.niheimer anve end wa-, und wo es sich hauptstichlich um der, TUmud drehte. Be;eichnete man Seite uns Zeile d efe! großen Werk», so wußte der Professor den Inhalt derlei'en anzuzeben und das Weitere auf? oder abr wärts aus dem Gedichtnisse Am Kassah feste. HI. „Was spricht der Unwissende? „Was ist daS?" So sage ihm: Mit starker Hand hat der Ewige uns geführt aus Aegypten aus dein Hause der Knechtschaft." (Hagadah). Mit liebender Belehrung heißet dich Religion jedweder Unwissenheit in religiösen Dingen entgeg nkommen, und dich, wie jener große Hillel. durch den Trotz, oder die ärgerliche Gleichgültigkeit des Fragenden, in deiner Geduld und in deinem Interesse für fein Seelenheil nicht stören zu lassen. Aber damit soll nicht gesagt sein, daß hier eine solche gleich,ültige Unwissenheit irgend wie zu entschuldigen sei, sie die höchstens nur durch ganz besondere Anstalten zu einem Ausrufe des Erstaunens und der Neugierde: „was ist das?" geweckt wird. Es ist nicht die Meinung, du dür'est dich bei Ereignissen und Vorschriften, die G)tt zu ihrem Urheber haben und die uns an seine Thaten und seinen Willen mahnen sollen, du dürfest dich hier damit entschuldigen, daß du sie nicht kennest, daß man sie dich nicht gelehrt habe, und daß du nicht wissest, w,s sie von dir fordern. Groß und mächtig und offenbar ist das Gesetz Gottes. Ihm dienen die Gestirne! Ihm gehorchet der Ocean und des Sturmes ungebändigter Trotz; das Meer vernahm seinen Willen und floh, der Jordan wich zurück, die Erde bebte und brausender stürzte der wilde Bergstrom vor dessen Wink, der Kiesel in Wasserquellen wandelt. Und auch dir, Israelit! ist fein Gesetz gegeben und dir ausgeschrieben worden mit dem Finger Gottes, daß du es als Erbtheil deines Hauses bewahren, daß du zu keiner Zeit deines Lebens der Pflicht vergessen mögest, in demselben zu forschen und dich mit ihm bekannt zu machen." IV „Und der nicht zu ftag n weiß, mit dem beginne du selbst zu reden, da es beißt: Sage deinem Sohn an dem Tage des Passah-Festes: Ich übe diese Vorschriften um dessen Willen, was Gott für mich that, als ich aus Aegypten zog." (Hagadah.) Deinem Kinde, das, noch im zarten Alter, seine Frage nicht recht zu stellen weiß, ihm sollst du mit deiner Belehrung entgegenkommen und es in die Kenntniß der religiösen Vorschriften und der Thaten Gottes, deren Fei r bas Fest geweihet ist, einführen, bevor sein reger, empfänglicher Sinn in Gleichgültigkeit versinkt, oder wohl gar, durch falsche Begriffe irre geleitet wird. Israelit! Wie die Welten Gottes ihren ewigen Gang durch die Himmel ziehen, so schreiten die Feste des Herrn, tröstend, mahnend, erhebend durch das Menschenleben. Felsen stürzen von ihren Höhen, rauschende Ströme versiegen in dürren Sand, einzelner Sterne Glanz erlischt, aber das Weltall dauert, gestützt, gehalten durch Gottes Wort. Also auch die durch dies Wort geweideten Feste. Das einzelne Menschenleben, das sie feiert und sie auf Gottes Gebot ins Leben ruft, sinkt dahin, auch seine Welle verrinnt in dürren Sand und, mag sein Glanz, sein Glück auch noch so helle leuchten, es kommt die Stunde, da es erlöschen muß. Ganze Generationen vergehen und machen andern Raum, Jahrhunderte verdrängen die Jahrhunderte, — aber nimmer ersterben die heiligen Feste, die Gott geweihet, und unablässig — mahnend, tröstend, erhebend — schreiten sie durch immer neu erblühendes Menschenleben." „Darum lehre deine Kinder die Feste Gottes mit frommem, kindlich ergebenem Sinne feiern, und ob dir gleich ihre Zukunft verhüllet sei, doch kannst du dann mit Bestimmtheit Tage zählen, an denen sie heiter und und glücklich sein und, wann du einst nicht mehr bist, in Innigkeit und dankbarer Liebe dein gedenken w rden. Wenn die Kerzen des Festes angezündet sind und sie den Kelch des Segens emporheben, dann schauen sie verklärten Blickes in das Paradies ihrer Kindheit zurück, und der „Daum des Lebens" in seiner Mitte ist noch nicht entblättert und noch immer tönt „die Stimme Gottes durch den Lebensgarten." Und wie in Sommernächten Abend- und Morgenroth in einander verschwimmen, so wird von Fest zu Fest ein verklärender Schimmer über alle Zeit ihres Lebens sich verbreiten, bis sie dereinst, gläubig und selig, dich im Gottestempel des Lichtes Wiedersehen!" Die öftere Lectüre von des unsterblichen Moses Mendelsohn Werken hat mich zu folgender Schrift veranlaßt: Moses Mendelsohns Deakel-Sprüche. Leuchtende Fackel des irren Geistes. Bestehend in den schönsten, erhabensten und gediegen- Stellen aus seinen Werken. Was dieser Wellwelse oer jüdischen uuö christlichen Welt war, m hinlänglich bekannt. *) Vorstehende Schrrft ist daher keiner Anpreisung benöthigt. Dieselbe erscheint, sobald sich zur Deckung der ^vItV< kosten eine hinlängliche An'ahl von Abnehmern nut 12 Gr. Conv. M. oder 54 kr. rhein. Vorausbezahlung ber Unrerzeich« netcn gemeldet haben. Die hochverdienten Beförderer dieser Schrift werden derselben nicht allein vorgedruckt, sondern sie bekommen auch Eeemplnre auf schöneres Papier. Der nachher^e Preis ist bedeutend höher. ^oachimsfohn. pr. Adr. deS Anuquars Z. Senf in Leipzig. *) Man vergl. d. Bl. lr Jahrg. I. Druck und Verlag von F. Schuster -n