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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-03-29 · Heft 13 (29.3.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 13 (29.3.1842)
Date
1842-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit dt» neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Hcrausgcgebcn von Dr. M. Heß, (Nroßhcr;oql. Wcimarschen Land-Rabdinen zu Stavl Len.zrselv, bei Siscnacb. 9>f. 13. Sonntag, btn »». März 1849. 111. Jahrgang Motto: Entschieden, freisinnig, rnuthvoll und wahr. Die Religion des Geifies, eine wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nach seinem Ebaracter, Entwickelungsgange und Berufe in der Menschheit von Dr. S. Formftecher. Prediger au V.r Synagoge zu Osienbach. (Fortsetzu!g von M 12 ) „Die sinnlichen Organe des Menschen (bemerkt der Verfasser) empfinden Eindrücke, es muß darum etwas da sein, welches diese Eindrücke erzeugt. Nicht die Form an und für sich, sondern der Träger derselben an und für sich kann ein Dasein haben, die Form an sich ist als Attribut ein nichtiges, sie existirt blos an dem Wesen des Welttragers und in der Vorstellung des Wahrnehmenden. Die ganze Welt, wie sie sich den sinnlichen Organen darstellt, ist demnach nur eine Erscheinung ihres Trägers, ihres Wesens, die wahrnehmbare Hülle ihrer unwahrnehmbaren Seele. Sobald die unwahrnehmbare Weltseele auf eine wahrnehmbare Weise sich den Smnen darstellt, sobald zeigt sie sich auch auf irgend eine Weise bewegend und offenbart eine Kraft, welche die Bewegung und die Erscheinung hervorbrachte. Alle Kräfte, weiche als Erscheinungen wahrgenommen werden, sind Kräfte der Weltseele; die Pflanze, welche meinen Sinnen sich oarbietet, ist eine verkörperte Krafr der Welkfeele, das ganze Thiergeschlecht ist Hypostase einer Kraft derselben. Die Weltseele, welche in dem Menschen als Selbstbewußtsein und dadurch als Selbstbestimmung bei ihren Thätigkeiten sich darstellt, muß diese Eigenschaften, um sie als wahrnehmbare Kräfte erscheinen lassen zu können, für sich selbst besitzen, wenn sie dieselben auch nicht im Menschen geoffenbart hatte. Der Träger aller Erscheinungen ist demnach nicht nur physische 'Weltseele, welche alle Bewegungen hervorbringt, sondern er ist durch sein Selbstbewußtsein u. durch sein Selbstbestimmen ein selbstständiger, freier Geist, er ist Gott." „Alle Erscheinungen der Welt, welche sich uns mit einer stehenden Regelmäßigkeit offenbaren, deren Bewegungen demnach unseren aufgestellten Gesetzen folgen müssen und somit der Nothwendigkeit — immer nur subjectiv aufgefaßt — angeboren, benennen wir mit dem universellen Namen Natur. Neben diesen Erscheinungen der Natur aber nehmen wir im Menschenleben auch Erscheinungen wahr, welche sich diesen Gesetzen der Nothwendigkeit nicht fügen wollen. Wenn das Individuum gegen das Gesetz des Universal- und des Jndividuallebens das Streben nach der Erhaltung der Gattung und nach der des Selbstes aufgibt, um dadurch das Lebensstreben eines ihm fremden Individuums möglich, oder auch nur leichter zu machen, so müssen wir behaupten, daß dieses Individuum nicht der regelmäßigen Nothwendigkeit unterworfen ist, daß es über seinem Naturgesetze stehet und demnach frei ist. Diese Freiheit finden wir im

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