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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-03-20 · Heft 12 (20.3.1842) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 12 (20.3.1842)
Date
1842-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für dieKenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. H e r a u s g e g e b e n von Dr. M. HeH, Weir.'.arsckrn Vau? •-•R.U'l'tm’.i;u <2 tau V :u'r.l?.! a 'co-'ä Mp. 12. Sonntag, Len 2V. März L^i-LT. 12 2. Jahrgang. Nottor Entschieden, fterunnig, murlwoll und v:al v. Die Netigion -es GeifteH, wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nach seinem Character, EnLwickelungsgange und Berufe in der Menschheit von Dr. S. Formfkecher, Prediger an kcr Synagoge;u Osi-ubach. Mit um so größerer Freude begrüßen wir diese Schrift, als sie die erste wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nach den vom Verfasser bezeichneten Momenten ist. Der Grund für diese Lücke auf jüdischtheologischem Gebiet ist nicht schwer zu finden. Als man bei uns ansing, Religionsbücher in deutscher Sprache und catechetischer Gedankensolge zu schreiben, da war das rationelle Judenthum noch in seiner ersten Bewegung, die wir am besten mit dem Stadium der bloßen Bildung und Aufklärung bezeichnen. Man hatte eben, angeregt durch Mendelssohn und seine Schüler, und ermuntert durch den humanen Geist der Zeit, angefangen, sich mit wissenschaftlicher Bildung zu befreunden, was denn zunächst zur Folge hatte, daß man das Mangelhafte und Verkehrte der Religionsschristen, die man bis dahin beim Unterrichte gebrauchte, einsah, und daran ging, Catechismen und Religionsbücher, wie sie in christlichen Schulen gebräuchlich waren, auch in den jüdischen einzuführen. In ihnen manifestirte sich die erste Bewegung des freieren religiösen Bewußtseins, das gedachte Stadium der Bildung und Aufklärung. Man ließ sich in denselben in gebildeter Sprache und geordneterer Gedankenfolge über die Wahrheiten der israelitische Religion vernehmen, und bekundete die religiöse Aufklärung dadurch, daß man Kapitel, welche man bisher beim Jugendunterrichte wenig beachtete, als die Lehre von Gortes Eigenschaften, Offenbarung, Unsterblichkeit, Sittengesetz rc. jetzt selbstständig behandelte, und namentlich die Wichtigkeit des letzteren und seinen höheren Wertb, gegenüber dein bloß Zermoniellen, dar-ustellen suchte. Zu einer wissenschaftlich theologische Anschauung war man aber in jener Zeit der bloßen Bildung und Aufklärung noch nicht gekommen, und konnte darum auch auf dem Felde der Literatur eine wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nicht unternehmen; denn was Peter Beer damals in seinem Handbuche der mosaischen Religion für Stndirende hierin versuchte, mochte schwerlich diesen Namen verdienen. Auch hatte bei dem damaligen philosophischen Standpunkte und besonders der Krisis, welche im Judenthume eingetreten war, eine solche Darstellung nur einseitig und unvollkommen ausfallen müssen. Die Philosophie war eben die kritisch Kan tische, welche in der Theologie den sogenannten Rationalismus erzeugt hatte. Der Character desselben war mehr ein negativer, man verwarf, verneinte alles, was nicht mit der Vernunft an sich

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