Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1842)
- Date
- 1842-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcrzogl. Wcimarschen ^.'and-Radbinen;u Stavt LengZfcld, bei Eifenaci,. Skr. S Sonntag, den 27. Fe-ruar 1842. IIS. Jahrgang. Motto: Entschieden/ freisinnig, muthooll und wahr. Ueber die Beilegung -es jüdischen SabbathS ans den Sonntag. (Aus Schlesien eingesendet) Sie haben das in unserer Provinz erschienene Schriftchen *b r:s&', ob r der wahre Sabbath, in Ihrem Blatte zwar genannt, aber keiner weiteren Besprechung gewürdigt, und hatten damit auch ganz Recht; denn leider erinneit auch diese Brochüre durch ihre Seichtheit, Wissenschaftlosigkeit, schlechtes Deutsch u. s. w. an jene Zeit, wo die ersten Sonnenstrahlen der deutschen Cultur unter uns aufgegangen waren, und wo jeder, der nur einen besseren Gedanken im Kopfe hatte, oder nur einigermaßen mit der deutschen Sprache umzugehen wußte, sich gedrungen suhlte, etwas zu schreiben und zu veröffentlichen. Das ist jetzt anders. Wir trinken nun schon fast 40 Jahre aus dem Born deutscher Kunst und deutscher Wissenschaft, sind, wenigstens in dieser Beziehung, gleichberechtigte Söhne des Vaterlandes geworden, und sollten cs darum strenge rügen, wenn auch jetzt noch jeher, der in seinem praktischen Wirkungskreise, in der Mitte seiner Zöglinge und Kinder ganz gut sein und für einen Gelehrten gelten kann, zum Schreiben und Schriftstellern aber durchaus keinen Beruf hat, diesen dennoch in Anspruch nehmen und uns mit seinem Gewäsche unterhalten will. Wie gesagt, das Feld des Geistes, und der tiefen Innerlichkeit ist, ja bis jetzt noch das einzige, worauf wir, denen das äußere Leben noch immer verschlossen ist, frisch und frei uns bewegen können, und darum sollten wir hier auch einen edleren Standpunkt uns erhalten — und jeden, der denselben gefährdet, mit Beschämung zurückweisen. — Um meine Behauptung zu belegen, will ich Ihren Lesern die Quintessenz jener Schrift in möglichster Kürze vorführen. Den Anfang machen einige allgemeine Bemerkungen, bei denen es schwer hält, einen Sinn herauszufinden. — Nehmen Sie nur gleich die erste Stelle. „Wenn schon ein sehr hoher Grad von SelbSverleugung dazu gehört, um seinen Nebenmenschen üoerhaupt nach äußern Handlungen zu beurtheilen, und ein tiefes Eindringen in die Specialität seiner Ansichten und die dieselben realisirenden Motive erforderlich, so wie es anderseits nur Egoismus und Oftentantion vnräth, wenn wir absehend davon, was Andern hoch und theuer ist, dieses nur von unseren eigenen individuellen Standpunkte aus betrachtend, ins Allgemeine gewaltsam hinüberziehen und beurtheilen wollen, so gilt di-eß um so mehr von dem Beurkhciler einer fremden Religion." Sie haben gewiß lange keine solche undeutsche Periode gelesen. Nun zu dem eigentlichen Gegenstände übergehend, bemerkt der Verfasser gegen die Schritt von dem würdigen Pfarrer Haas, „Staatsbürgerthnm der Juden vom Standpunkte der inneren Politik beleuchtet," in welcher die Verlegung des Sabbaths als zulässig erklärt wird: „Wenn wir die Sendung Mosis als eine göttliche