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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-02-06 · Heft 6 (6.2.1841) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 6 (6.2.1841)
Date
1841-02-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit deS neunzehnten Jahrhunderts. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Großhcrzoql. Wcimarschen Land-Radbincn;n Stadt LengSfcld, bei Eisenach. 9fr. 6. Sonntag, -en v. Februar 1842. III. Jahrgang. Mono.- Entschieden, fmfimtig, muthvoll und wahr. Bo« -er vorgebliche» rationalistischen Re» ligionbpartei unter den Huden. Auch die evidenresten Wahrheiten darf man nicht zu wiederholen scheuen, so lange sie aus Unwissenheit oder aus Persidie bestritten werden, und so sei e6 denn hier wiederum aufs Entschiedenste und Unbedingteste gesagt, daß es unter den heutigen Juden durchaus keine rationalistische Neligionspartei in dem Sinne gibt, den man mit diesem Ausdruck in der theologischen Welt zu verbinden pflegt. Keine einzige Schrift eines jüdischen Religionslehrers oder Rabbinen seit Mendelssohn äußert auch nur den leisesten Zweifel gegen die Göttlichkeit und die^ Authenticität unserer heiligen Bücher, gegen die Realität der Wunder, gegen die Pflicht für alle Israeliten, aus diesen Büchern die Kenntniß des göttlichen Willens und der besonderen Pflichten zu schöpfen, die sie als Israeliten zu erfüllen haben. Die religiöse Lauheit und die Frivolität, über welche man auch unter den Juden zu klagen hat, sind, wie ich Jedem beweisen will, der widersprechen sollte, bittere Früchte der ehemaligen verkehrten Handhabung unserer religiösen Angelegenheiten, und wenn der unter uns herrschende Geist sich seit einem Jahrzehnd augenscheinlich zum Bessern hinneigt, so ist dieses eine offenbare Wircung des hohen Enthusiasmus und des heiligen Ernstes, ritt welchem unsere neuern Schriftsteller, Prediger und Lehrer die heiligen Bücher und die Grundprinzipien des Judenthums darstellen und zur Beherzigung empfehlen. Wenn die Juden jetzt eine sich selbst achtende, mit frommer Besonnenheit zum Bessern fortschreitende Glaubensgemeinde bilden, — wem haben wir diese erfreuliche Wendung sonst zu verdanken, als ihren literärischen Koryphäen Jost, Zunz, Riesser, Steinheim, Salomon, Mannheimer, Geiger und den Schulen, welche durch diese Männer hervorgerufen worden sind? Man betrachte übrigens nur den Gegenstand aller Polemik unter unfern Rabbinen und Theologen! Wirb etwa der göttliche Ursprung eines einzigen mosaischen Gebotes bestritten? Wer dies vorzugeben wagt, versuche es nur durch eine einzige Zeile aus allen bisher erschienenen Streitschriften zu belegen, und er wird gestehen müßen, daß er, aus Unkunde oder mit Absicht, eine verläumderische Anklage unterstützt. Der Streit betrifft nicht das Dogma, sondern die bereits in voller Auflösung begriffene Organisation des Ritualwesens, wie sie der Thalmud ohne alle canonische Pefugniß und mit Verkennung des wahren Geistes der mosaischen Lehre eingeführt hat. Diesem Geiste die ihm gebührende Geltung zu verschaffen, und dadurch das Jüdenthum von dem ihm drohenden Verfalle zu retten, dieß ist das einzige Streben, welches unsere helldenkenden Rabbinen, Lehrer und Schriftsteller mit dem alten Rabbinismus entzweit; die ehrwürdigen Grundlehren unserer Religion aber sind dabei ganz unbetheiligt. Was sagen aber hierauf unsere Gegner? ( „Diese Sprache ist Gleisner ei! Sie glauben innerlich weder die Göttlichkeit der mosaischen Lehre, noch eine

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