Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1842)
- Date
- 1842-01-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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recte« Widerspruch gegen daS, was der König in der Kaki» «etSordre an die Berliner und Breslauer Gemeinde (S. die vorige Nummer dieser Blätter) verheißen, enthält, und wir den Gedanken nicht fassen können, daß Preußen seinen Israeliten (gleichviel den preußischen oder polnischen, denn auch diese betrachten sich nicht als ein besonderes Volk) ein Recht vehmen werde, war sie in allen cultivirten Ländern nun schon seit einer Reihe von Jahren besitzen. Dagegen verdient immer der fromme Eifer Anerkennung, mit welchem England und Preußen «ns der ewigen Seligkeit theilhaftig machen möchten. So heißt eS u. A. in dem, was der Erzbischof von Canterbury über das neue Bißthum in Jerusalem bekannt machen ließ: Man hoffe, daß daS Schauspiel der reinen Kirche von England die Aufmerksamkeit aller Juden der Welt (!) auf sich ziehen und sie zur Bekehrung bewegen werde. (?) Zn Hannover wünscht man nun aber trotz der proponirten Ablösung des Schutzgesetzes, daß das Gesetz über die Juden nicht zu Stande kommen möge. Bei den Ansichten der dermaligen Stände ser ein auf freieren Prinzipien basirteS Gesetz kaum zu erwarten, und daher der jetzige provisorische Zustand einer wenig freudigen desinitiven Regulirung vorzuziehen. — Doch geht es m der Türkei auch nicht bester als in Hannover, da dort der die rechtliche Gleichstellung aller Religionen sichernde Hattischerif von Gülhaneh, der ohnehin nur auf dem Papiere existirte, wieder aufgehoben und also gesetzlich der frühere Zustand der RechtSlosigkeit wieder sanctionirt werden soll! — Sitzung de* sfeanzöfischen) Deptttirtenkammer vom SS. Sept. 1841. Bericht, erstattet vom Herrn Laplagne, über den Entwurf des Budgets auf das Jahr 1841.*) Kapitel XVII. Skusgaven des israelitischen Cuttuö: 96,000 Franken. Auf das Jabr 1841 werden 5000 Fr. mehr verlangt, und zwar zur Unterstützung der Rückzahlung einer Schuld, welche zum Ausbau des Tempels in der Straße Neiive-8aü»t-Iiawrewt, in Paris, contrahirt worden war. Dieser Aufbau kostete 350,000 Fr.; er ward zu Stande gebracht mittelst eines durch Eubscription gedeckten und rn Serien zurückzuzahlendcn Darlehns. Bis zum 1. Jan. *) Diese von dem Archiv, israel. dem Moniteur entnommene Darstellung wird auch für unsere deutschen Elaubensbrüder Interesse haben, da es immer einen tröstenden Blick gewährt, wenigstens in einem Lande Europas die Forderung der Religionsfreiheit auf das vollständigste verwirklicht Zusehen. DieRedaction. 1832 hatte das israelitische Consistorium seine Verbindlichkeiten mittelst der Einkünfte des Tempels und des Ertrages der gesetzlich unter seine Glaubensgenossen eingeführten Taxen pünktlich erfüllt. Die Aufhebung dieser Taxen durch das Gesetz vom 8. Febr. 1831 hatte mit einemmale die Hauptquelle dieser Einkünfte versiegt; die Schuld beläuft sich erst auf 120,000 Fr. und das Consistorium vermag kaum die Interessen dieser Summe auszuschlagen. Zwar scheint cs uns, als ob mehr die Stadt Paris, als der Staat die Verpflichtung habe, dem Consistorium zu Hülfe zu kommen Wir haben auch erfahren, daß in der That deßhalb dem Municipalrath Vorschläge gemacht worden waren, und daß verschiedene Schwierigkeiten hinsichtlich der Eigenthümlichkeit dieses Baues, die Entscheidung verzögert hatten. Da das Staatsbudget unter der Form einer Unterstützung zu dem Aufbau und der Reparation der Gebäude der verschiedenen Culten beiträgt, so haben wir die verlangte Summe nicht verweigern gewollt; aber es versteht sich wohl, daß der Staat diese Summe nicht geben kann, wenn nicht die Stadt Paris ihrer Seits den größten Theil der Ausgabe übernimmt. Dieses wurde ohne Discussion in der Sitzung vom 4. Mai angenommen. Bekanntmachung. Bei F. Schuster in Hersfeld und Homberg ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Haufe, B., Drei Predigten, vorgetragen in den Synagogen zu Sterbfritz und Oberaula, gr.^8. broch. 74 Sgr. -Pr'edigt bei der Einweihung der neuen Synagoge in Oberaula. gr. 8. broch. 3| Sgr. Immer mehr kommt die deutsche Predigt tn den Synagogen in Aufnahme und wird gewiß dazu beitragen, mehr Licht in dieselben ru bringen. Darum ist's verdienstlich, wenn gute deutsche Predigten von züdlschen Religtonklehrern gedruckt werden, damit dieselben auch die häusliche Eei-auung befördern und beleben. Obige Predigten sind in vielen Re« censionen sehr gerühmt worden; in denselben herrscht die reine Moral, die über allen Sekten erhaben sieht. Druckfehler, welche man zu verbessern bitttet: Zn M 2 Sp. 6 Z. 6. v. u. lies nach „4>r. Löwi" wahrhaft lndigniren; In M 3 'Sp. I Z. I v. o. Statt L. lies B. Das. Z. 2 v. u. nach: Nicht statt de§ , lies mehr. Sp. 2 Z. 14 iv o. st. auszuführen f. auszusö'hnen. Das. Z. II v. u. st. ohne sie l. ohnehin. Sp. 3 Z. 7 p. u. st. l. «DDB* Sp. 5 Z. 21 st. erst neulich l. öffentlich. Das. Z. 24 u. 25 v. u. st. Bekennung l. Bekenner. Sp. 7 Z. 12 vost. denen l. ihnen. Druck und Verlag von F. Schuster ur Hersfeld.