Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 2 (1840-1841)
- Issue
- Heft 40 (25.7.1841)
- Date
- 1841-07-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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160 der Sommerauffertthalt in dem bei Prag gelegenen Dorfe Bub ent sch nur gegen eine bedeutende Abgabe gestattet werden sollte, wieder aufgehoben. Eben so wird es allgemein anerkannt, daß unter den Israeliten^ in Ungarn, seitdem der letzte Nationalkongreß einige Verbesserungen gewährte, ein neues reges Leben erwacht. Dort werden ungarische Prüfungen mit Beifall gehalten, da neue Schulen organisirt, hier mit Predigt und Chor Spnagogcn eingeweiht; Industrie nimmt überall zu und auch die eifrigsten Orthodoxen lassen ihre Söhne Handwerke erlernen; ja sogar der Militärcifer erwacht und an 500 junge Israeliten traten seit Januar freiwillig in die Reihen der, dem König bewilligten Rekruten-Subfidicn. Der israelitischen Gemeinde in Copenhagen wird nachgeriihmt, daß es vielleicht keine so zahlreiche Gemeinde gebe, welche wie sie so ganz nach einem Prinzip und von einem Geistlichen, der bei allen in Verehrung steht, geleitet werde. Auch dürfe keine Gemeinde der ihrigen in Betreff des Spnagogenbesuches an die Seite gesetzt werden. Das Hauptverdienst gehöre dabei dem würdigen Dr. Wolfs, welcher durch seine vortrefflichen Reden sehr belehre und erbaue, und dessen Wirkungskreis den besten Beweis gebe, daß die Anordnung, welche die Predigt zum integrirenben Theil des Gottesdienstes macht, höchst heilsam wirke. Als Cremieur vernahm, daß mehrere Israeliten des Departements Ober-Rhein beabsichtigten, ihm zu Ehren ein Medaille schlagen zu lassen, schrieb er an dieselben: »Seien Sie meiner innigsten Dankbarkett versichert. Sie alle, die sich so thätig dafür verwendet haben. Erlauben Sie mir aber, als eine besondere Gunst mir auszubitten, daß Sie der betreffenden Sammlung eine wichtigere Bestimmung geben: Sie wissen, daß ich zu Kahira und Alexandrien israelitische Schulen gestiftet habe; diese sind jetzt in voller Thätigkeit. In dem Rundschreiben, das ich an die deutschen Juden aussende, finden Sie einige sehr interessante Angaben, die ich durch das neueste Pakctboot erhielt. Sein Sie so gütig, meine Herren, die Summe, welche Sie zur Prägung einer Ehrenmedaille für mich bestimmt hatten, diesen Schulen zuzuwcnden." Aus Bvrne's Schriften. ES ist wie ein Wunder! Tausendmale habe ich es erfahren, und doch bleibt es mir ewig neu. Die einen werfen mir vor, daß ich ein Jude sei; die Andern verzeihen mir cs; der Dritte lobt mich gar dafür; aber Alle denken daran. Sie sind wie gebannt in diesem magischen Iudcnkreise, es kann keiner hinaus. Nein, daß ich ein Jude geboren, das hat mich nie erbittert gegen die Deutschen, das hat mich nie verblendet. Ich wäre ja nicht werth, das Licht der Sonne zu genießen, wenn ich die große Gnade, die mir Gott erzeigt, mich zugleich ein Deutscher und ein Jude werden zu lassen, mit schnödem Murren bezahlte — wegen eines Spottes, den ich immer verachtet, wegen Leiden, die ich längst verschmerzt. Nein, ich weiß das unverdiente Glück zu schätzen, zugleich ein Deutscher und ein Jude zu sein, nach allen Tugenden der Deutschen streben zu können, und doch keinen ihrer Fehler zu theilcn. Ja, weil ich in keinem Vaterlande geboren, darum wünsche ich ein Vaterland heißer als Ihr, und weil mein Gebursort nicht größer war als die Judengasse, und hinter dem verschlossenen Thore das Ausland für mich begann, genügt mir auch die Stadt nicht mehr zum Vaterlande, nicht mehr ein Landgebiet, nicht mehr eine Provinz; nur das ganze große Vaterland genügt mir, so weit seine.Sprache reicht. Und hätte ich die Macht, ich duldete nicht, daß Landgebiet von Landgebict, daß deutscher Stamm von deutschem Stamm auch nur eine Gasse trennte, nicht breiter als meine Hand; und hätte ich die Macht, ich duldete nicht, daß nur eiu einziges deutsches Wort ans deutschem Munde jenseits der Grenzen zu mir herüberschallte. Anzeige. Vollständiger Jahrgang von Terzett- und Chorgefangen der Synagoge in München re. H. Lieferung, enthaltend sämmtlichc Gesänge von ff überhaupt sowohl, als auch die besonder» für am wyenn rvoo, mynir, nos, und nun nntttr, welche sorgfältig gewählt, durch Einfachheit und Erhabenheit ihrem Zwecke auf das Vollkommenste entsprechen. Man bezieht dieselbe durch jede solide Buchhandlung, in München bei Johann Palm für 5 fl. 15. Kr. oder 3 Thlr. preuß. netto, welcher Preis bei der Reichhaltigkeit und Größe dreser 19 Bogen starken, also die erste um weit mehr als das Doppelte übersteigende Lieferung, im Berhältniß um Vieles billiger gestellt ist. — Für Porto wird noch eine mäßige Vergütung entrichtet. Die erste Lieferung (Gesänge für den Sabbath), ist noch um 3 fl. 30 Kr. oder 2 Thlr. preuß. netto zu haben. Zu bczichcn durch alle Postämter und Buchhandlungen von dem Postamte in Meiningen und der Kesselring'schen Hofbuchhandlung zu Hildburghausen und Meiningen. Preis, einschließlich des ganzen Porto, 1 Thlr. 16 gr. C. M. od. 3 fl. rhein. jährlich. Druck von Döll und Schaffer in Kassel.