Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 2 (1840-1841)
- Issue
- Heft 38 (11.7.1841)
- Date
- 1841-07-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des munzchnttn AaWm-m-. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Nr. 38. Sonntag den ii. Juli 1841. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. ♦pon Geleichtert den Bedrängten! Aufruf an die gelehrten einflußreichen Rabbinen des neunzehnten Jahrhunderts. Erste Abteilung. Ueber die drückende ungesetzliche Beschränkung deö Genusses der für die Armen unentbehrlichsten Lebensmittel an Pesahfreudentagen. ♦UHEn ^21 'Dy 1K3TTI Qzh HD (Jesaias III. 15.) Prag. Gedruckt bei Johann Spurnp. 1841. Obiges Schriftchen enthält zwar über den Gegen-, stand, welchen es behandelt, wenig Neues (wenn auch die Vorbemerkung des bescheidenen Verfassers, daß er sich bewußt sei, nichts Neues bekannt zu machen, sondern nur oft Gesagtes in's allgemeine Gedächtniß zurück zu rufen eben nur in seiner Bescheidenheit beruht), auch ist der Standpunkt, welchen es einnimmt, nicht neu, es ist nämlich der rabbinisch-reformirende, wo man die Lehre des Rabbinismus selbst unangefochten läßt, aber von dem nach den Aussprüchen der Rabbinen den jeweüigen geistlichen Behörden zustehenden Reformationsrechte da Gebrauch macht, wo noch bestehende Observanzen von rabbinischen Autoritäten selbst nicht gebilligt werden, zugleich aber nicht mehr zeitgemäß, oder vielmehr drückend bei der jetzigen freieren Stellung der Israeliten sind. Es kam diese Reformationsweise zu der Zeit auf, als auch die Rabbinen von der höheren Auffassung des Judenthums wie sie mit Mendelsohn Raum gewann, erfüllt wurden; ihren Gemeinden aber, welche sich zu jener Auffassung noch nicht erheben konnten, bei der ihnen gestatteten sreiern äußern Bewegung, aber das Drückende der rabbinischen Satzungen doch zu fühlen anfingen, wenigstens die wohlthätige practische Folge jenes höheren Bewußtseins, wenn auch für diese Letzteren, nur unter rabbinischer Gewährschaft wollten zufließen lassen. Nach dieser Seite hin wirkten besonders zwei Männer, der würdige Oberrabbiner Chorin in Arad, und der gelehrte Moses Brück in dem Theile seiner Schriften, welcher den Ursprung und die Entwickelung der vielen Mißbräuche (D^mo) nachweist. *) Der religiöse Fortschritt der Israeliten hat es indeß nunmehr ihren Volkslehrern möglich gemacht, jenen beschränkten Standpunkt, (der noch nicht einmal die Gewißheit gewährt, ob nicht das Recht auf Seiten der Stabilitätsparthei sei), zu verlassen und von reinmosaischen oder biblisch-philosophischen, das große Werk der Regeneration des Judenthums vorzunehmen. Seit diesem positiven und ideellen Wege sollte aber auch stets der negative und geschichtliche, der kritisch-thalmudische (wohl zu unterscheiden von thalmudisch-kritischen) verbunden werden, wo man näm- *) Nr. 12, Jahrg I. und Nr. 9, Jahrg. II. dieser Blätter.