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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-06-06 · Heft 33 (6.6.1841) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 33 (6.6.1841)
Date
1841-06-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des ncmizchnkcn tzahrhundcrks. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung- H e r a u s g e g e b e n von Dr. M. He9, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eifenach. Nr. 33. Sonntag de« «. Juni 1841. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. E l i a h der hochbegeisterte Prophet des Herrn, der Kämpfer für Licht und Wahrheit. Ein heiliges Lebensgemälde. In neunzehn Kanzelvorträgen gehalten km neuen israelitischen Tempel zu Hamburg von l»r. Gotthold Salomo«. Hamburg, 1840. (Bei Perthes-Beffer und Maucke.) Kein Institut ist so innig mit der Sendung des israelitischeirVolkes verbundeil, und keines reicht darum auch in so weiter Vorzeit hinauf, als das des Lehrens und Predigens des göttlichen Wortes. Denn das Wort, das heilige Wort des ewigen Gottes, war es, worauf die Mission des ehemaligen israelitischen Volkes ruhete. Es sollte nichts anderes sein, als der Verkünder unbj Träger dieses Wortes, nach keinem anderen Vorzug trachten, nach keiner anderen Größe ringen, als nach der, welche sein himmlischer Gesetzgeber gleich bei seiner Berufung ihm vorgehalten, sich zu bilden zu einem priesterlichen Reiche und einem heiligen Volke, (2. Mos. 19, 6) zu einem Volke, welche das Gesetz der Wahrheit und der Liebe, das Gesetz des einigen Gottes', in sein Herz pflanzen, und in die ganze Verfassung seines Staates, in alle Adern seines politischen Lebens aufnehmen sollte. Darum waren denn auch die Anstalten zur fortwährenden Verkündung des göttlichen Wortes schon die edle Fürsorge seines ersten Lehrers. Von Zeit zu Zeit und namentlich am Sukkothfeste, zur Zeit des Schaltjahres, sollte nach seiner Anordnung die göttliche Lehre verlesen werden vor ganz Israel, vor Männern, Weibern und Kindern (5. Mos. 31, 10. 13). Ein Eremplar des göttlichen Gesetzes sollte ver Höchste im Staate, sollte jeder künftige König mit sich führen und darin lesen alle Tage seines Lebens. Und damit das Gesetz auch lebendig erhalten werde, damit es nicht verdorre zum todtcn Buchstaben, verheißt sein heiliger Verkünder, daß der Herr Propheten wie er, stets erwecken werde in Israel, denen dieses folgen und Gehör geben sollte. Und so war cs denn auch! Von dem Tode Mosis an bis nach der ersten Zerstreuung Israels fehlte eS dem göttlichen Worte nicht an Verkündern und Pflegern, und als die Stimme der Propheten verstummt war, da erhob sich die der Gesetzeslehrer und Nabbinen, da folgten auf die Jünger der Propheten (D’K'2jn 'aD die Schüler der Weisen, (□■’Gsn 'TO^n) da ward das in den Prophetenschulen verklungene Wort wieder gehört in den Lehrschulen und Synagogen. Prophetenschulen, Lehrhäuser und Synagogen waren darum auch die eigentlichen Lebensanstalten Israels; durch sie hat sich der Geist seiner Lehre, welcher der Grund ist seines Daseins und seines Lebens, erhalten, durch sic ist es selbst unversehrt geblieben in Jahrhunderten der Drangsale und Verfolgungen; durch sie wurde es stark gemacht, sich treu zu halten an den Namen seines Gottes und auch in den Leiden, welche cs überkamen, seine erziehende Hand zu verehren. Schmerzlich nur, daß neben der frommen Verehrung des göttlichen Wortes und dem überaus reichen Quell von

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