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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-05-23 · Heft 32 (23.5.1841) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 32 (23.5.1841)
Date
1841-05-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des imiWnkcn tzahrhunhcrks. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von vr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Nv. A2. Sonntag den 28. Mai 1841. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freifinnig, muthvoll und wahr. Gedanken eines Israeliten über die Lehren Jesu und deren Berhältniß zur mosaischen Lehre. (Bon A. in L.) (Schluß von Nr. 31.) (Mach. 5, 43.) Ihr habt gehört: Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind re. Ich aber sage re. Entweder man muß das Vorherstehende so nehmen: Ihr habt gehört: „Liebe deinen Nächsten" — und daraus wird von Vielen gefolgert — „hasse deinen Feind," oder der Nachsatz ist apolrpphisch. Eine solche Stelle ist aber in der heiligen Schrift nicht zu finden. Gesetzt aber, es ließe sich beweisen, daß das mosaische Gebot nur den Nächsten, den Freund zu lieben anempfehle, und nicht was darüber hinaus liegt, wo steht aber auch nur angedeutet, daß, man den, der uns nicht Freund ist, hassen müsse? Aber wir kommen gar nicht so weit, wir haben nur gesprochen „gesetzt", Gott behüte, daß wir es zugeben. Es ist aber wichtig, bei der betreffenden Bibelstelle nicht der üblichen Uebersetzung zu folgen. In den Ucbersctzungcn heißt's freilich: Liebe deinen Nächsten, im Urtexte aber steht: -m-i7 rQN81 (3. V. M. 19, 18.). Nun ist allerdings die eigentliche Bedeutung von nyi oder JH Freund (Sam. II. 15, 37. 16, 16. Kön. I. 4, 5. Sachariah 3, 8); aber in der weit häufiger gebräuchlichen uneigentlichen Bedeutung, namentlich in einer solchen Eonstruktion wie in dem vorliegenden Verse, heißt cs nicht anders als Mitmenschen, Gefährten, Genossen, Anderem s. w., z. B. Spr. 18, 24 cryi N82 pm 2N8 LP /yjmnr6 „Werviele Gefährten hat, gefährdet sich; ein Freund ist aber anhänglicher als ein Bruder" — wo doch das jn dem 2N8 (Freund) entgegen gesetzt wird; Job. 30, 29 mjT nipb jp „Ein Gespiele dem Straußen", und in der indifferenten Bedeutung — Andere — wird ZP in der heiligen Schrift unzählige Mal gebraucht, "lnyi 7N er« rtQN'l „Sie sprachen Einer zu dem Andern" — Doch den schlagendsten Beweis liefert 2. B. M. 2, 13: Ein Jbri, so'wirv dort erzählt, hatte mit einem Andern eine Rauferei, — eben kein Zeichen freundschaftlicher Gesinnung — und doch ruft Moses ihnen zu: «i-jjp n2n HD1? JNP" Böser, warum schlägst du deinen ...." Darf nun natürlich das “jn hier nicht mit Freund, oder Nächster im edleren Sinne, so daß es den Feind ausschließe, übersetzt werden, warum denn anders bei jenem Liebesgebote? Wollte man aber erwidern: „Allerdings versteht man unter pyi den Nächsten, und zwar mit Ausschluß des uns Indifferenten, mithin bleibt im mosaischen Gebote die Fcindesliebe ausgeschlossen, und in jenem Falle Heist es: Böser, warum schlägst du den, der dein Nächster, dein Freund sein sollte;" nun, so hatte ja Moses die Feindesliebe schon in Egypten gepredigt! — Aber Jesus war auch weit entfernt, eine solche Ansicht dem mosaischen Gesetze aufbürden zu wollen, und die edlere Erweiterung und Ausdehnung der Nächstenliebe sich zuzuschreiben, und als etwas, eben erst durch ihn vom Himmel Gekommenes, zu verkünden. Führt er ja gleich zur Bekräftigung dieser Lehre ein von Moses

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