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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-05-02 · Heft 29 (2.5.1841) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 29 (2.5.1841)
Date
1841-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des ncunzchnktn Mrhmherls. Ein Wochenblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Hcrausgegebcn vr. M. HeH, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Nr. 2« Sonntag den 2. Mai 1841. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Rabbinenwahl, oder Fehde zwischen ®r. Lowositz und«r Holdheim. (Schluß von Nr. 28.) Daß übrigens die israelitischen Gemeinden selbst die Argumente des Hrn. Lowositz gar nicht anerkennen und nicht das geringste Mißtrauen zu der wissenschaftlichen Bildung der Nabbinatskandidaten haben, geht daraus hervor, daß man fast in allen und selbst den orthodoxesten, solche zu Rabbinen bestellt. Allein dennoch verdient das, was Hr. L. über den Widerspruch der eignen Ansicht der neueren Rabbinen mit ihrer Entscheidung der sogenannten Gewissensfragen sagt, Beachtung. So wahr es nämlich ist, daß so lange jene Funktion! einen nothwendigen Bestandtheil des Rabbineramtes bildet, auch der neue Rabbine sich ihr mit Liebe und innerer Achtung unterziehen werde; so unläugbar ist es, daß je-! der Volkslehrer, dem die Wahrheit und die gänzliches Uebereinstimmung auch seiner amtlichen Handlungen mit! seiner inneren Uebcrzeugung ein heiliges Bedürfniß ist, *) wünschen muß, es möchte eine Einrichtung getroffen werden, wodurch jene Funktionen ohne Nachtheil für diese selbst von einem Andern versehen würden. Einen solchen Vorschlag macht endlich auch (freilich, wie schon gesagt, in großem Widerspruche mit seinen früheren Be- *) Zn welcher Verlegenheit sich deshalb die christlichen Prediger von fast allen Meinungen befinden, weist Strauß am Schluß seiner bekannten Schrift nach. hauptungen) Hr. L. und wir dürfen es uns daher um sa weniger versagen, ihn im Wesentlichen hier aufzunehmen. „Daß aber auch selbst von einem in der hier bezeichneten Weise ungünstig influirten jüdischen Theologen der neuen Zeit eine im hohen Grade ersprießliche, wahrhaft segensreiche und selbst eigenthümliche religiöse Wirksamkeit ausgehen könne, bedarf kaum der besonderen Erwähnung. Wie nämlich im Allgemeinen jede besondere Form eines wissenschaftlichen oder künstlerischen Bildungsmoments, ihre eigenthümlichen Vorzüge hat, so wird auch hier jedenfalls wie der Rabbine der alten, so der jüdische Theologe der neuen Schule seine eigcnthümlichen Vorzüge haben und im Dienste der Religion zum Heil und Frommen der wahrhaft gläubigen Gemeine geltend machen können, wenn nur Beide sich sorgfältig hüten in eine falsche Stellung zu gerathen. Eignet dem Letzter« eine jugendlich frische religiöse Begeisterung, welche, in das Gewand der geistvollen und, als ein ächtes den geläutern (mithin europäischen) Geschmack ansprechendes Kunstgebilde, wahrhaft schön geformten Rede gehüllt, für die höchsten und heiligsten menschlichen Interessen: für Gottesfurcht, Wahrheit, Recht und Gesittung, das belebte und lebendige, das flammende, das gewaltige und siegreiche Wort führt; so möchte ihn hierin wohl kein Rabbi der alten Schule ersetzen können. 2n diesem Falle aber und für solche Wirksamkeit wäre denn auch das Verlangen nach einer solchen hochbegabten und ausgezeichneten Persönlichkeit, gewiß ein sehr natürliches und gleich achtungswerthes. Gegen den etwaigen Uebelstand einer Befangenheit durch

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