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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-02-21 · Heft 20 (21.2.1841) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 20 (21.2.1841)
Date
1841-02-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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80 Formen hängender Israelit gegen den noch bestehenden Gebrauch der Abfassung eines Traubriefes (miro) auf, indem derselbe nur eingeführt wurde, um dem Manne, der nach orientalischem Gebrauche selbst bei der kleinsten Veranlassung die Ehe auflösen konnte, solches zu erschweren (Baba Kamah 89), und der Frau, die nach mosaischem Gesetze gar nichts erbt, etwas zufließen zu lassen, Gründe, die bei der Beschränkung der willkührlichen Ehescheidung durch N. Ger sch om, sowie bei den überall nach den Landesgesetzen entworfenen Ehepakten, gar keine Anwendung mehr haben. — In Rußland (mit Ausschluß von Polen) lebten im Jahre 1839 1,080,224 Juden; in Galizien (1837) 259,104, und in der Regentschaft Tunis 150 - 200,000. Man rühmt von den letzteren, daß sie überall thätig wären, und fast die einzig arbeitende Klasse bildeten. — Die Gemeinden von Nikolsburg und Prag habenCremieur die Morenu verliehen. Aus der Rede, welche der Letztere in Alexandrien zum Dchufe der Errichtung einer wohlgeordneten Schule hielt, theilcn wir nach den Annalen folgende stellen mit: "Ich fühle mich glücklich, hier an dem Orte zu euch zu sprechen, wo einst Gott für die Kinder Abrahams, Isaaks und Jakobs große Wunder gethan hat. Ihr kennt die merkwürdige Veranlassung, welche mich hichergcführt. SirM.Montefiore und ich sind hergcsandt worden in dies Land, um unsre so schmählich beleidigte Religion zu rechtfertigen. Die plötzliche Lösung der damascener Angelegenheit durch die Entscheidung Mehcmet Ali's, die Unmöglichkeit, unter den obwaltenden Verhältnissen nach Damast zu reisen, hätten mich bestimmen sollen, heimzukehren. Aber dann hätte ich meine heilige Mission nicht als erfüllt angesehen. Ich hatte nicht bloß die äußern Umstände, sondern auch den inncrn Zustand der morgenländischen Juden im Auge; ihre Zukunft zu verbessern schien mir wichtig, und nur dadurch giiube ich meine Brüder in Europa zu befriedigen. Merket nun die Größe Gottes! Wie bewundernswürdig ist seine Weisheit, wie schafft sie Glück aus schwerem Unglück! Vor etwa dreitausend Jahren bedrängten entsetzliche Leiden das Volk Israel, und Mose ward zur Rettung gesendet! Seit der Zerstreuung haben die Europäer kaum einige Kunde von ihren Brüdern im Morzenlande, nur durch abgeordnete Almoftnsammlcr erfuhr inan von ihrer traurigen Lage. Da entsteht eine schreckliche Verfolgung; — eine schändliche Vcrläumdung bringt Bestürzung über Israel; vier unglückliche Opfer erliegen dem ttaurigen Schicksale, und sterben für die Religion, — allgemeine Trostlosigkeit in Israel. Die abendländischen Brüder vernehmen es, tief betrübt gedenken sie ihrer Neligionsgenossen, sie vereinigen sich und senden Abgeordnete, welche mit Muth und festem Sinn den Gefahren trotzen und den Widerstand besiegen; die geistige Verbindung ist wieder hergestellt. Die unglücklichen Brüder in Damask sind frei, die Ketten gebrochen, selbst die Todten gerechtfertigt. Aber das genügt nicht den abendländischen Brüdern, weiter hinaus dehnen sie ihre Fürsorge, sie wollen euch auch in Zukunft beglücken. Vor 50 Jahren standen auch die Abendländer auf der Stufe, die ihr setzt inne habt. Was hat sie dem Elende entrissen? Nichts als eine gute Erziehung. Seitdem sie die öffentlichen Schulen besuchen, sind alle Mitglieder des Staates gleich, die Unterschiede sind verschwunden, der Israelit wird wie der Christ als Mensch angesehen undjgeachtrt. Die Väter sind beglückt durch die neue Erziehung, welche sie ihren Kindern gegeben haben, indem sie sie so ehrenvoll dastehen sehen, und die Kinder segnen ihre Väter, daß sie so weise für ihr Wohl gesorgt haben. Meine Freunde, ihr sollt eben so glücklich werden!" Aus Mannheimers Predigten. Zuvorderst hätten wir uns darüber zu verständigen, ob eS überhaupt den Israeliten gestattet ist, oder gar zur Pflicht gemacht wird, in das innere Wesen und die innere Bedeutung der Zeremonien einzugehcn, nach Grund und Ursache, nach den N1LI2N 'PyP, wie die Schristgclchrtcn sagen, zu forschen; oder ob die Gotteslchrc von ihren Bekcnncrn einen sogenannten blinden Glauben fordere, und an dem Gehorsam, an der Uebung genug habe, so daß das HTlüp — "thue was dir befohlen ist« - ihr gleichsam natt der Gotteserkenntniß und der Gottesverehrung gelte. — Daß diese Frage von jeher ist.verschieden beantwortet worden, und noch immer verschieden wird beantwortet, nach dem Standpunkte derjenigen, die die Frage zur Beantwortung in Händen haben — wird jedem von uns bekannt seyn. Denn es stehen die beiden Ansichten im Leben, wie in der Schule, einander noch immer gegenüber. Sollten sie einst zur Verständigung und zur Einigung gelangen, und einen dauernden Frieden schließen, was wir gewiß alle von Herzen wünschen und von Gott uns erbeten — so wäre auch der Sieg der reinen Gotteslehre in Israel, und die Herstellung der volksthümlichen Würde nicht länger zweifelhaft. Zu welcher Ansicht wir uns bekennen, daß wisset Ihr, meine Freunde. Wir halten uns an das göttliche Wort unseres unsterblichen Gesetzgebers, der doch wohl Zweck und Bestimmung seiner Gesetze am deutlichsten inne hatte. D’pyn 'vyr? oarü’ai Dpnppn wn v »Es soll das Gesetz Eure Einsicht und Weisheit beurkunden in den Augen der Volker." Das gilt nur von einem vernünftigen Glauben, der Geist und Herz, beides in Anspruch nimmt, und nicht von dem olinden Glauben, der nur den Willen knechtisch dem Gesetze unterwirft. Aus eben diesem Grunde bekennen wir uns auch zu der Lehre des Maimonides. nnr-rv' np by ncmpn rrnnn 'esjstc» panrA 'in-, N7N ori* mmn pp ant? Dyp p oy.p 17 pr7 yy (nptn -p) D’tyypn 73 nonri mjnn 'prV? pimo may "Die Satzungen der heiligen Thora müssen mit Verstand »und Ueberlegung geübt und gehandhavt werden. Jede hat ihren »Grund und ihre Bedeutung, die sorgfältig zu ermitteln ist." Er suchet alle Zwecke der göttlichen Gebote in einem von den Dreien, die sich wohl auf unsere heutige Auseinandersetzung zurückführen lassen: "Entweder sollen sie unsere Vorstellungen berechtigen, oder unsere Sitten läutern, oder zur Herstellung und Befestigung der gesetzlichen und gesellschaftlichen Ordnung das Ihre beittagen." , , rwypai" nnoai - myna: onn pa rnn: 7an Q"p) ' nPHPn n:,n:n Das gilt, sagt er, von allen N1LQ .von- Wir halten auch deshalb den für den Frommen und Gottesfürchtigen in Israel, der einmal durch seine höhere Einsicht in göttlichen Dingen, durch eine lichtvolle, klare Anschauung des Göttlichen — niy72/ und dann wieder durch Reinheit der Sitten — N17P2, und dann wieder durch seine Leistungen und Bestrebungen für das gemeinschaftliche Wohl, sey es zum Besten seiner Glaubensgenossen, ftp es zum Besten seines Vaterlandes, seine Anhänglichkeit an Gottes Lehre und Gesetz bewähret und bestätiget. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen von dem Poftamte in Meiningen und der Kesselring'schen Hofbuchhandlung n Hildburg hausen und Meiningen. Preis, einschließlich des ganzen Porto, 1 Thlr. 16 gr. C. M. od. 3 fl. rhein. jährlich. Druck von Döll und Schaffer in Kassel.

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