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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-02-14 · Heft 19 (14.2.1841) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 19 (14.2.1841)
Date
1841-02-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 es wieder, der sich edelmüthig an den edeln Sir Moses Montesiore anschloß, um, wie einst jene göttlichen Abgeordneten, den Herrscher Mizraims im Namen des Rechts und der Gerechtigkeit aufzufordern, daß er schuldlos Gefesselten die Freiheit wieder gebe. — Unsere besten Wünsche, unsere inbrünstigsten Gebete folgten Ihnen über das Meer. Und nun Sie Ihre Mission so ehrenvoll und glänzend haben erfüllt, und in Frieden sind zurückgekehrt, preisen wir den Gott unserer Väter, der seine Engel hat für Sie entboten. Sie zu behüten auf allen Ihren Wegen, und der Sie nicht nur den Gefesselten Freiheit, den Bedrängten Erlösung bringen, sondern auch den, in der Finsterniß der Unwissenheit und Barbarei Schmachtenden eine schöne Morgenröthe vorbereiten ließ. — In jenen Gegenden, an welche sich Israels heiligste Erinnerungen knüpfen, wo Israels Gottesmänner verkündet haben die Wahrheit und das Recht, und in Aegyptens Städten, wo sich unter dem Scepter der Ptolomäer Juden und jüdische Wissenschaften eines königlichen Schutzes zu erfreuen hatten, und wo Jahrhunderte später jüdische Gelehrsamkeit wieder hat geblüht, da rufen Sie, edler Menschenfreund, in heiliger Begeisterung Schulen und Lehranstalten ins Leben, wo sich die Tiefgesunkenen wieder erheben, die Blinden wieder das Helle Soncnlicht schauen und in den Strahlen einer bessern Erkenntmß zu einem neuen, schönern Leben erwachen werden. — So werden einst Asiens und Afrika's Israeliten Sie, den sie fteudig als ihren Befteier begrüßen, auch als den Gründer ihrer Civilisation dankbar verehren, wie schon jetzt das europäische Israel Ihren Namen in dankbarer Pietät, in segnender Anerkennung nennt. Israels Geschichte aber wird Ihren gefeierten Namen mit goldenen Zügen in ihre Blätter schreiben, und Sie zu den Besten, Edelsten zählen, die für ihr Volk und ihren Glauben muthig und siegreich find in die Schranken getreten. — Möge die göttliche Vorsehung Sie noch viele Jahre in der Fülle Ihrer Kräfte erhalten, zum Heil und zur Ehre Israels, zur Zierde Ihres Vaterlandes! Mögen Sie, Hochzuverehrender Herr, in freundlichem Andenken bewahren Wien, d. 24. Nov. 1840. die Sie hochverehrendcn Vorsteher und Repräsentanten der Preßburger Israeliten-Gemeinde M. H. Singer, S. Schwabachcrsohn, Hermann Dukes, Adolph Lohn." Die Lebenswoche. opn mm us na pikt kVi Wie der hohen Feste Fackel Sieben Tage ward gezündet. Also war dem Staubgebornen An des Lebens Thor verkündet: Sieben Fackeln der Dezennen Sollen deinem Leben brennen! Auf der Kindheit Mährchenwelt Ruht der Ersten Zauberschein; Deiner Jugend Liebeshain Krönt der Zweiten Strahlenkranz; Auf die ersten Mannesthaten Fällt der Dritten Wiedcrglanz. Wildes Spiel der Leidenschaften Zehret auf der Vierten Mark; Lasset ihren eitlen Flimmer Zn dem Ernst des Lebens haften. Wenn der Fünften letzter Schimmer Euch ein halb Jahrhundert barg! Denn die beiden letzten Flammen, In der Weisheit Oel getaucht. Schlagen himmelwärts zusammen. Und das Leben ist verhaucht! Diesseits strahlt die Sechst' zurück, Jenseits streift der Sieb'ten Blick! Solchen Festgang hat das Leben, Juda, Dir Dein Herr gegeben; Rein und lauter hergekommen. Wandte rein zum Reich der Frommen. Der Blinde und der Lahme. Rabbinisch. Antoninus und Rabbi Juda, der Heilige. Antoninus. Wenn vor des Himmels Strafgericht Gezogen wird der Bösewicht, Kann dann mit Recht der Leib nicht sagen: „Die Schuld muß ganz die Seele tragen, Denn ohne sie bin ich ein Stein, Durch sie nur kann ich thätig seyn"? Und wiederum die Lwcle, kann Sie auf den Leib die Schuld nicht schieben. Indem sie spricht: „Was könnt' ich dann, Wenn er nicht wäre, thun und üben?" Rabbi Juda. Ein König hatte einen Garten, Der voll von edeln Bäumen war. Die Früchte trugen aller Arten, Und setzt' in ihn ein Wächterpaar, Der Eine lahm, der Andere blind. Da sprach der Lahme einst zum Blinden: „Wie schön o Freund, wie herrlich sind Die Früchte doch! — Sag an! wie finden Ein Mittel wir, sie zu erreichen? Wie müssen sie so schinackvoll seyu! — Doch halt! mir fällt ein Mittel ein. Laß deinen Rücken mich besteigen. Und ich entpflücke sie den Zweigen." Gesagt, gethan! Er warf die Krücken Von sich, bestieg des Blinden Rücken, Und raubte seine süße Last Dem reichsten Baume gänzlich fast. Und nun verzehrten sie den Raub Gemeinsam, voll von Wohlbehagen. So'Ltrieben sie's an vielen Tagen, Bis nichts den Bäumen^blieb, als Laub. Als eines Tags der König kam, Z Und sah die Früchte fehlen, nahm Er Beide vor, um zu gestehen.; Der Blinde sagte: „Kann ich sehen?" Der Lahme sagte: „Kann ich gehen?" Da setzte er sie aufeinander, Und straft auf Einmal sie selbander. Hildburghausen. S. Steinhard. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen von dem Postamte in Meiningen und der Kesselring'schen Hofbuchhandlung zn Hildöurghausen und Meiningen. Preis, einschließlich des ganzen Porto, 1 Thlr. 16 gr. C. M. od. 3 fl. rhein. jährlich. Druck von Döll und Schäffer in Kassel.;

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