Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 2 (1840-1841)
- Issue
- Heft 17 (31.1.1841)
- Date
- 1841-01-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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68 bis Ende dieses Jahres, und so werden denn nächstens die Notabeln zusammenberufen werden. Die königl. Negierung handelte hierin mit großer Umsicht; denn nicht wie ehemals hier, und voriges Jahr zu Bonn, wurden diese Notabeln auf den Vorschlag des israelitischen Covsistoriums gewählt; was bekanntlich an letzterm Orte zu großen Beschwerden Anlaß gab, sondern gleich nach dem Tode des vorigen Ober-Rabbinen, wurde den Landräthen des ganzen Regierungsbezirkes eröffnet, von den meist Begüterten je nach der Anzahl der dort wohnenden Israeliten, Männer als Notabeln bei der königl. Regierung vorzuschlazen, um durch die größte Unparteilichkeit den würdigsten Kandidaten zum Rabbinen zu bekommen. Man ist auf das Resultat dieser Wahl sehr gespannt; denn gewinnt der Obskurantismus die Oberhand, so werden wir in der aufkeimenden Bildung gehindert. Auch sind die Künste und Wissenschaften, welche der Armuth vieler hiesigen Familien steuern könnten, bei den hiesigen Israeliten, nichts weniger als blühend. Daher hat der Kandidat M. Heß, ein Trierer, keinen Anstand genommen, schon in der Proberede, der Aufmunterung zu Handwerken das Wort zu reden, welches solchen Eindruck selbst auf die zahlreichen christlichen Zuhörer machte, daß diese sich erboten, nach Kräften dazu beizutragen. Es beruht indessen Alles auf den künftigen Rabbinen. Ueberhaupt nimmt ein guter Theil des christlichen Publikums großen Antheil an dieser Angelegenheit und wünscht allgemein, den genannten Heß in diesem Amte wirken zu sehen. Man sieht es hier gern, wenn die Israeliten der zeitlichen Bildung sich mehr annäheren. Es wäre wirklich ein Jammer, wenn ein Obskurant wieder allem Guten in den Weg treten sollte. Ich werde nicht ermangeln, über den Verfolg zu berichten."— Auf das unmittelbar beim Könige angebrachte Gesuch mehrerer Israeliten in Rheinpreußen, um Aufhebung der Beschränkungen in dem bekannten Napoleonischen Dekret, ist ihnen eröffnet worden, daß der König von dieser Eingabe Veranlassung genommen habe, die Beschleunigung der schon vorliegenden Arbeiten, die Regulirung der israel. Verhältnisse betreffend, an;uordnen. — Gesenius hat bei seiner letzten Anwesenheit in Prag auch Rapoport besucht und mehrere Stunden bei ihm zugebracht. Man verspricht sich von dieser Bekanntschaft zweier ausgezeichneten Orientalisten für die Folge einen ftuchtbaren Jdeen-Aus- An unfern Cremieux bei seiner Heimkehr aus dem Orient. nnn -jra nn« 7112 Priester des Rechtes, Du Bote des Friedens, Dreimal willkommen nach glücklicher Fahrt; Retter der schmachtenden Brüder des Südens, Hast Du der Menschlichkeit Schätze gewahrt! Groß durch die Rede, Stark durch die That, Sollst Du, getragen von Liebe der Deinen, Westen und Osten in Liebe vereinen. Gnädig durch drohende Schreckensgestalten Führte Dich hin ein allliebender Gott, Wo der Gefolterten Seufzer verhallten; Stumm war das Mitleid und giftig der Spott. Sprengtest die Riegel, Löstest die Fessel, Und aus des Kerkers umnachteter Enge Schollen Leichtathmender Freiheitsgesänge! Doch auch, die machtlos gebunden, verkleistert. Schrie aus dem Blute der Opfer empor, Wahrheit des Glaubens — Du hast ihr begeistert Furchtlos gewonnen der Mächtigen Ohr. Die Du geschützet, Ist Deine Göttin. Jetzt aus des Wahnes erstickenden Qualme, -Reicht sie Dir, wackerer Kämpe, die Palme! Sep uns willkommen am heimischen Heerde, Hast nun erreichet der Pilgerschaft Ziel. Sie ist vollendet, doch wie von der Erde Schwinden der heilsamen Früchte so viel. Freiheit den Sclaven, Bildung den Freien Hast Du geschaffen, wo keuchend einst kämpfte, Mose, als Zwingherr und Frohne uns dämpfte. Drum am hochstrebenden Baum der Geschichte Pranget Dein Name, ein grünender Zweig, Daß er noch Enkeln der Enkel berichte. Was Du errungen im finsteren Reich. Müde der Reise, Matt von der Last, Mög'st Du den Kelch der Erinnerung trinken, Liebend, geliebt an der Deinen Herz sinken! Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen von dem Postamte in Meiningen und der Kesselring'schen Hofbuchhandlnng zn Hildburghausen und Meiningen. Preis, einschließlich des ganzen Porto, 1 Thlr. 16 gr. C. M. od. 3 fl. rhein. jährlich. Alexander Friedländer. Heidelberg. Druck von Döll und Schäffer in Kassel.