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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-01-03 · Heft 13 (3.1.1841) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 13 (3.1.1841)
Date
1841-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit ves NMWchMN MrtzWhms. Ein Woche nblatt für die Kenntniß des israelitischen Lebens., besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Re. IS. Sonntag den 3. Januar 1841. 11. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. pitn Gebete und Gesänge» ZUM Gebrauche bei der öffentlichen Andacht der Israeliten. Oder: Bausteine zur Auferbauung eines veredelten Spnagogengottesdienstes. Erste Lieferung: Neujahr und Nersöhnungstag. Hkrausgcgcben von Leopold Stein (Rabbiner in Burgkundstadt). Erlangen, bei Ferdinand Enke. 1840. Wir begrüßen mit Freuden diese neue Gabe eines Mannes, der sich schon durch mehrere literarische Leistungen und namentlich durch seine zu den Stufen frommer Anschauung führenden „Stufengesänge" einen wohlverdienten Ruhm erworben hat. In der vorliegenden Schrift hat aber seine Muße unmittelbar dem Heiligen gedient, hat sie sich einem hohen praktischen Zwecke geweiht, und ihre begeisterten Töne dem Gottesdienste der Synagoge geliehen, der ihrer am meisten und am dringendsten bedarf. Es^ist das nämlich der hohe Vorzug der Steinschen Poesie^ daß sie sich so recht in vergangene Zustände, in nationelle Gefühle, in das, was durch die besondere Geschichte und die eigenthümliche Bestimmung eines Volkes ihm werth geworden ist und heilig, zu versetzen weiß. Nun haben freilich in bürgerlicher Beziehung die Israeliten längst aufgehört ein Volk zu seyn, und wo sie es noch'scheinen, da-sind nicht sie, sondern die übrigen Staatsgenossen schuld, die sich leider! noch immer weigern, sie ganz und vollständig in chren Verband aufzunchmen, ihre Sympathieen nicht wollen, ihre Thcilnahme an dem Wohl und Wehe des Vaterlandes verschmähen. — Aber in religiöser Beziehung sind wir noch immer ein Volk; in religiöser Beziehung haben wir nicht nur unsere Vorzeit, sondern auch unsere Gegenwart; in religiöser Beziehung steht unsere Geschichte als ein ewiges und heiliges Denkmal da; in religiöser Beziehung waren die Leiden, welche der Allgütigc uns zugcschickt, die Verfolgungen, welche er gegen uns ergehen ließ, die Ströme von Martyrerblut, welche in unserer Mitte stoffen, eben so Mittel zur Verherrlichung seines Nanicns und zur Vollendung unseres! Berufes, als unsere glücklichsten Tage, als die Erwähj lung unserer Väter durch den einigen und wahren Gott,! und die Bekanntwerduug seines Namens und die Offenbarung seiner Herrlichkeit unter ihnen; in religiöser Be-! Ziehung ist der Faden unserer Geschichte noch nicht auögesponnen, währet die Sendung, wozu sie uns berufen, noch fort, so lange fort, bis der Einige, der in unserer Geschichte webte, herrschend ist im Leben der Völker, in der Geschichte der Menschheit. — Darum sind auch so manche unserer Fest-Gebete (Piutim), und namentlich die für das Neujahr und den Versvhnungstag bestimmten, von so bohem Werthe, weil deren Verfasser, weil die alten Pairanim begeisternde Blicke in die Geschichte ihres Volkes thaten, weil sie voll der tieferen Bedeutung derselben durchdrungen waren, weil die Geschickte und die Berufung Israels

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