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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1840-11-29 · Heft 8 (29.11.1840) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 8 (29.11.1840)
Date
1840-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des immzcßnlcn tzahrhundcrks. Ein Wochenblatt für die Kcimtniß des . israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtleugsfeld, im Großherzoghum Sachsen-Weimar-Eisenach. Nr. 8. Sonntag de« 2V. November 184«. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Diätetische Vorschriften -es Pentateuchs. (Schluß von Nr. 7.) Gegen die Zeit der Zerstörung Jerusalems gaben die Gelehrten, überzeugt, daß die Stunde, wo sie unter die Nationen zerstreut würden, gekommen sep, den diätetischen Regeln eine unbegrenzte Ausdehnung. Aber hier herrschte nicht mehr eine Rücksicht auf die Gesundheit, sondern sie betrachteten diese Vorschriften als ein mächtiges Bollwerk gegen den Einfluß des Fremdem Daher die Kleinigkeitskrämerei, in die sie verfielen, und die Mißbräuche, bei denen der.Philosoph nicht ausschließlich verweilen darf, weil die Quelle derselben weniger im Volke selbst, dem man sie vorwirft, entsprang, als in äußeren Ursachen, die., von allen Seiten auf dasselbe cinstürmend, es nothwendig machten, daß alleersinnlichen Mittel der Erhaltung aufgeboten wurden. Wenn man sich überzeugen will, daß diese Anstalten mehr für eine Vertheidigungsmaßregel, als für eine feindliche Grenzlienie gegen dit fremden Völker gelten müssen, so braucht man nur seinen Blick auf die Kirchenversammlungen von Agde, Epaone und Orleans im Anfänge des sechszehnten Jahrhunderts zu wenden. Es wird den Geistlichen und Christen überhaupt geboten, nicht ferner noch Mahlzeiten bei den Juden einzunehmen und diesen solche anzubicten — ein sicherer Beweis, daß das Gefühl eines abergläubischen und unbedingten Hasses bei den Juden nicht herrschte. Der Tert der Artikel ist merkwürdig genug, um angeführt zu werden; er legt der Küche beider Nationen eine Wichtigkeit bei, über welche man bei Leuten, für die materielle Dinge bedeutungslos sein sollten, nur staunen kann: „Daß alle Geistlichen und Laien sich hüten mögen, bei den Juden Mahlzeiten abzuhalten, und daß keiner seinerseits sie einlade. Denn da sie nicht dieselben Speisen, wie die Chrr'üen, genießen, so wäre cs eine unwürdige und gotteslästernde That, von ihren Gerichten zu kosten; es hieße bekennen, daß man ihnen untergeordnet sep." *) Ich erwähnte schon, daß die Kleider der Hebräer aus Baumwolle, Wolle, oder Zwirn bestanden; nie sollten die beiden letzteren mit einander verwebt werden, weil die Sitten der Zeit Alles, was an Vermischung Oimies deinccps clerici. sive laici Judaeorum convivia evilent. nee eos ad conviviuin qüisquam excipiat, quia, apuä christiauos cibis communibus non utantur, indignum est afque saerilegum, eorum cibos a christiaujs suini, qmini ea, qnae apostolo permittente nos suinimus, ab iliis judicenrur inununda, ac sic inferiores inciprant ess e c br istiani, quam Jndaei, si nos quae ab iliis apponantnr iitamur, illi vero a nobis oblata contcmnaut. (Concile d’Agde [506] art. XL. edit. de Labbe;>. 1390.) — Si superioris loci clericus haeretici cujiiscuaiqiio clerici convivio interfuerit, anni spatio paceiM Ecdesiae 11011 habebit. Huod juniores clerfci, si praesuiiipserint, vapulabunt. A JudaeorOm vero conviviis etiam laicos constilutio nostra prohibuit, nee cum il!o derico nostro panem comedat quisquis Judaeorum fnerit convivio iiv linalns. (Concile d%aone sau. 5t7| ait. XV. p. 157S.)

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