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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1840-10-04 · Heft 1 (4.10.1840) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 1 (4.10.1840)
Date
1840-10-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des »cunzchnlm tzatzrtzmd'ttls. Ein Wochenblatt für die Kcnntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von vr. Dt. HeH, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzoghum Sachsen-Weimar-Eisenach. Nr. 1. Sonntag de« 4. Hctober 184«.!I. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, milchvoll und wahr. £jie vielfache Theilnahme, welche dieses Blatt bei Israeliten und Christen gefunden, macht es möglich, daß dasselbe nun jeden Sonntag erscheint und für den geringen Preis von 1 -af 16 Conv. M. oder 3 Fl. rhein. jährlich durch alle Postämter und Buchhandlungen von dem Postamte in Meiningen und der Keffelring'schen Hofbuchhandlung in Hildburghausen und Meiningen bezogen werden kann. Alle, welche sich hiezu berufen fühlen, werden um Beiträge und Nachrichten (welche auf Verlangen honorirt werden), sowie diejenigen, welche ihre Schriften beurtheilt wünschen, um portofreie Einsendung derselben an die Redaction ersucht. Annoncen aller Art werden gegen 1 (-fi Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift ausgenommen. yCiT* Da nur diese Nr. als Probeblatt ansgegeben wird, so bittet man, alle Bestellungen bald möglichst zu machen. Auch sind noch Exemplare vom ersten Jahrgänge, der wegen seines meistens ans Aufsätzen und Recenfionen bestehenden Inhalts kaum etwas an Interesse verloren hat, zu haben. Der reine Mosaismus. Mit diesem Worte trat unser Blatt in die Welt und die Oeffentlichkeit ein. Aus den Gräbern der Vorzeit, aus den Grüften Mo si s und der Propheten, stahl cs dieses große Wort und rief cs hinaus in die Gegenwart und sendete es hin zu den Söhnen Israels und predigte seine Bedeutung und drang auf seine Ausführung, auf seine Geltendmachung in der Lehre und im Leben. Kein Wunder wenn die starren Rabbaniten deßhalb in Bewegung gcriethen; denn der starre Rabbinismus und der reine Mosaismus sind sich so entgegengesetzt, wie das Licht dem Schatten, wie das Wasser dem Feuer, wie die Bosheit der Tugend. Der reine Mosaismns will ein stetes Fortschreiten, ein lcbenvolles Scyn in dcr^ Religion; der starre Rabbim'smus einen ewigen Stillstand, ein vermodertes und faules Wesen. Der reine Mosaismus will Gedanke und Gesinnung, der starre RabbiniSmus nur Form und Buchstabe; der reine Mosaismus will sich vereinen mit der Wissenschaft' jmib dem Leben, der starre Nabbim'smus stellt sich beiden stracks entgegen. Mögen, also immerhin die starren Rabbaniten gegen uns scyn, wir wollen keinen Frieden mit ihnen. — Aber wer sollte es denken, selbst außerhalb des israelitischen Gebietes wurden Stimmen laut, ließen sich Angriffe auf die Tendenz unseres Blattes vernehmen. „Das ist doch eine große Befangenheit, (sagten die Einen) dem Mosaismus einen universellen Character zuzuschreiben, ihn zur Weltreligion erheben zu wollen, den Mosaismus, der voll separatistischer Gesetze ist; nur von den Christen kann jetzt das Heil der Welt kommen, wie es ehemals von den Juden kam, der in einen andern verwachsene Baum grünt für sich allein nicht wieder, besonders wenn das edlere Pfropfreis den wilden Stamm längst überwältigt hat." *) Die andern, welche gescheidter sein wollten, meinten, das ftp dem Herausgeber gewiß nicht entgangen, er sep eben *) Siehe Nr. 6 des Plauderstübchen zur Dorfzeitung.

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