Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 13 (10.6.1866)
- Date
- 1866-06-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien, am 10. Juni 1866. Ein VolkslüaN zur Belehrung und Unterhaltung für Israetiten. (Die Mem.) Zweiter Iahrg. Nr. 13 Pränumerationöbetrag ganzjährig 4 fl. 50 kr., halbjährig 2 fl. 30 kr. mit Postzusendung und Zustellung in's Haus. — Die einzelnen Nummern ü 12 Neukr. — Für das Ausland ganzjährig 3 Thaler. — Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monats. — Verlag und Expedition bei Herzfeld L Bauer, Buchhändler, Leopoldstadt, Praterstraße Nr. 12. Redactionsbureau: Stadt, Schulerstraße Nr. 9, 1. Stock. Ludwig August Frankl. Ludwig August Frankl ist iu der Stadt Chrast in Böhmen am 3. Februar 1810 geboren. Die erste Erziehung bekam Frankl im elterlichen Hause, und wurde darauf gesehen, daß der Knabe auch die czechische Sprache erlerne: gleichzeitig erhielt er von einem katholischen Geistlichen Unterricht in der lateinischen. Schon um diese Zeit erwachte in dem Knaben eine große Leselust; von seinen kleinen Ersparnissen kaufte er sich einigeDichterwerke, als: Snlis, Götter, Bouterwek, Mathisson, Hölty, Schiller und andere, und die reizende Natur seines ländlichen Geburtsortes, der durch den kleinen Prunk eines bischöflichen Residenzlebens und zeitweilige Theater-Vorstellungen einiges Leben erhielt, trug das Seinige dazu bei, den Sinn für Poesie in dem Knaben zu wecken. Ende 1823 wurde Frankl nach Prag geschickt und wurde Schüler des Piaristen - Gymnasiums auf der Neustadt. Hier zog er durch stylistische Ausarbeitungen die Aufmerksamkeit des?. Guido Lang auf sich, derFrankl's Aufgaben den Mitschülern zum Muster aufstellte. Die bereits im elterlichen Hause fleißig betriebenen Studien der Bibel und der Propheten wurden unter der Leitung des gelehrten Dr. Z. Frankel, eines Verwandten unseres Dichters, fortgesetzt. Eine Wendung in den bisherigen Verhältnissen erfolgte im Jahre 1825 mit dem Tode seines Vaters. Frankl war nun mittellos, sich selbst überlassen und angewiesen, sich durch Unterrichtgeben zu erhalten. Nach beendeten Gymnasial-Studien kehrte er nach Chrast zurück, und sollte als ältester Sohn die Leitung des an die Großmutter übergegangcnen kaiserlichen Tabakdistrictsverlags übernehmen. Doch kam es, durch die mehr ehrgeizige Sorgfalt der aus Mähren stammenden Mutter Therese, gebornen Hermann, nicht dazu, und Frankl ging Ende 1826 nach Leutomischl, um am dortigen Piaristen - Collegium Philosophie zu hören. Der feurige Vortrag aus der Geschichte, welche der k. Präsident lehrte, weckte die Lust dafür in den jungen Zöglingen; Pubitschka's Geschichtswerk überBöbmen machte Frankl mit der Geschichte der Heimat bekannt, die G.PLMWÄM KMK^N'MN' ML