Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 9 (1.5.1866)
- Date
- 1866-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, am 1. Mai 1866. Ein Volksblatt zur Belehrung und Unterhaltung für Israeliten. Zweiter Iahrg. MWWK Pränumerationsbetrag ganzjährig 4fl. 50kr., halbjährig 2 fl. 30 kr. mit Postzusendung und Zustellung in's Haus. — Die einzelnen Nummern L 12 Neukr. — Für das Ausland ganzjährig 3 Thaler. — Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monats. — Verlag und Expedition bei Herzfeld L Bauer, Buchhändler, Leopoldstadt, Praterstraße Nr. 12. Redactionsbureau: Stadt, Schulerstraße Nr. st. 1. Stock. Wieder ein Fortschritt zum Bessern! — Unser Blatt erscheint von heute an dreimal monatlich. Unsere geschätzten Leser erhalten nicht nur die Fortsetzungen in kürzerer Zeit, sie kommen auch jährlich in den Besitz von 36 Biographien und Portraits, also einer hübschen Gallerte merkwürdiger Persönlichkeiten. Bei einer anzuhoffenden größer« Verbreitung dürften wir die „Deborah" bald zu einem Wochenblatte umgestalten. — Neu eintretenden Abonnenten, welche vom 1. April ab pränumeririn, werden die Blätter vom October 1865, wo die Novelle: „Die Hasmonäer" beginnt, uachgeliefert. Rabbi Salman Kahn. Mit diesem Ausspruche wollen unsere Weisen, wie bekannt, die Gelehrsamkeit, die Bildung und die Tugenden alle bezeichnet wissen, welche durch drei Generationen, wie ein „rother Faden" durch das Gewebe einer Familie sich hindurchziehen, und sollen diese Vorzüge in einem solchen Hause auch nicht aussterben. — Die Erfahrung hat diese Meinung sanctionirt. — Es gab und es gibt noch immer Persönlichkeiten, welche sowohl durch ihre eigenen hervorragenden Eigenschaften, wie durch Vorzüge ihrer Nachkommen sich auszeichncn, weil eben fortvercrbte Bildung und fortvererbte Tugenden in ihrer Familie sich eine unvergängliche Stätte zu verschaffen gewußt haben, und solche Männer und solche Familien verdienen einen Platz im Angedenken der Menschen. Den Stammvater einer solchen Familie siehst du, geschätzter Leser, in dem Bilde, das wir dir heute vorführen. Es ist das Portrait des hochseligen Rabbi Meschullam Salman Kohn, Oberrabbiners in Fürth. Wir können diesen ehrwürdigen Mann nicht besser charakterisiren, als mit den Worten, welche der Prediger Herr Dr. Jellinek am Sarge von dessen Tochter, der Frau Therese Brandeis, gebornen Kohn, den 14. Januar d. I. sprach: „Rabbi Meschullam Salman Kohn war unter dem Namen Meharsach als einer der berühmtesten Rabbiner zu Ende des vorigen und zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts bekannt*). Ich schweige von dem glänzenden Scharfsinne, welchen er in seinem rabbinischen Gutachten (LiZäe Lekuua) und als Richter in streitigen Fällen an den Tag legte; ich will ihn blos nach seiner letzten Schrift, welche die Summe seiner religiösen Ueberzeugungen enthält, und welche eine Anweisung für seine Nachkommen, Schüler und Freunde ist, vorführen. Unter dem Titel: ^aenlas Oivuus" hat er nämlich in seinem 70. Jahre sein Testament niedergeschriebcn, und was schärft er darin seinen Kindern und Enkeln ein? „Meine Kinder," schreibt er (Seite 6, o), „das wahre, reine, ideale Judenthum ruht, wie der Prophet Jeremias sagt, in unserem Innern und muß mit unauslöschlichen Zügen auf unserem Herzen geschrieben sein; ein solches Judenthum ist nichts Abgelerntes, nichts Aeußerliches, nichts Gemachtes, kein Lippenwerk, keine bloße Werkheiligkeit; ein solches Judenthum, das aus WS E