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Deborah · 1866-04-01 · Heft 7 (1.4.1866) · page 6

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Journal
Deborah
Volume
2 (1866)
Issue
Heft 7 (1.4.1866)
Date
1866-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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— 76 — aus dem unterirdischen Tempel, und von unten herauf tönte der Grabeschor der Priester, die des Opfers harrten. Die Priesterinnen umrangen die schwankende Jphigenia, die Thüren zum untern Tempel öffneten sich und Aspasia gab das Zeichen für die Tempelwächter, zum Schutze der Priester sich aufzustellen; aber es antwortete Keiner. Nochmals und wieder gab sie das wohlbekannte Zeichen, und wieder vergebens. „Verrath!" rief sie mit bebender, heiserer Stimme. Da stürzten eine Masse syrischer Soldaten durch den Eingang zum untern Tempel, banden und knebelten die Priesterinnen, warfen einen weiten schwarzen Mantel um Jphigenia und trugen sie durch den untern Tempel. „Wisse, Aspasia, daß du in meiner Hand bist," rief Jonathan, der den Zug der Retter geführt, „ich könnte dich in Atome zerquetschen, aber ich tödte kein Weib, ich will dem Satan nicht vorgreisen. Wisse, Aspasia, deine Freunde da unten, deine Wächter und Priester schwimmen in ihrem Blute, und deine Freunde da draußen, Philippus, Apollonius und ihre Heere sind todt, von den Patrioten erschlagen. Lebe und verzweifle, bis die Hölle ihre Beute verlangt." Jonathan eilte seinen Leuten nach und ließ Aspasia gebunden und geknebelt neben den Priesterinnen liegen. Die Patrioten durchschritten einen langen unterirdischen Gang, der viele Krümmungen und Windungen hatte, bis sie endlich durch einen falschen Brunnen die Oberfläche erreichten. Den syrischen Marsch wirbelnd marschirten sie ungehindert durch die Stadt bis nach Bezetha, wo ihnen die Augen verbunden wurden. Sie wurden durch unterirdische Gänge auf und ab geführt und hörten nur den dumpfen Widerhall ihrer Tritte. Endlich wurden ihnen die Augenbinden abgenommen und sie standen außerhalb der Stadt, und zwar bei den Königsgräbern. „Gott segne die Söhne der Diener Salomons," sagte Jonathan, und Jphigenia ihn erkennend eilte mit ausgestreckten Armen auf ihn zu und als sie ihn erreicht hatte, schob er sie sanft von sich und versetzte kalt: „Auf jenen Bergen dort, wohin meine Freunde dich in Sicherheit bringen werden, dort bereue deine Sünden und söhne mit deinem Gotte dich aus. Wir sind quitt." Betäubt stand Jphigenia da und als sie den Blick wieder zu ihm emporrichten wollte, war er verschwunden. Bewußtlos beinahe ließ sie es geschehen, daß man sie auf ein Maulthier hob und sie fortführte. Sie hatte noch nicht Zeit gewonnen, die Worte Jonathans zu begreifen, wie ein schwerer Traum lag die Erinnerung bleiern auf ihrer Seele. Bewußtlos folgte sie ihren Führern. (Fortsetzung folgt.) Briest a«s Ungarn. MB' b rechtigt sind, einer schönen Zukunft entgegen zu gehen. Durch diese Worte, aus dem Munde des Königs zu den Vertretern des Volkes gesprochen, ist unsere Lage eine wesentlich freundlichere geworden und unsere Hoffnung eine bedeutende. Von verschiedenen Seiten ging man damit um, durch Adressen dem Gefühle der Dankbarkeit Luft zu machen. Doch fand man cs im eigenen Interesse für gut, vorläufig sich einer Das ist denn auch die Ursache, wenn wir uns für eine spätere Zeit eine jede Erörterung über diese Frage aufbewahren und für heute an diesem Orte nur hervorheben, daß im Ungarnlande die Emancipation als gesichert anzusehen ist, denn heute mein Auge in die verschiedenen großen und kleinen Gemeinden Ungarns schweifen laste und im Fluge die hervorragendsten Begebenheiten während der letzten Wochen in diesen Blättern registrire. Ta ist denn vor Allem Pest, welche Stadt unsere Aufmerksamkeit verdient. Nicht allein wegen des Einflusses, den diese Gemeinde als Landeshauptstadt ans die Landbevölkerung übt, sondern auch wegen der vorzüglichen Männer, die hier zum Lobe und zum Ruhme Israels wirken. Auch unseren Blicken ist das Fünfgestirn in der Landeshauptstadt nicht entgangen, da wir nur zu gut wissen, welchen erfreulichen Einfluß auf die ungarischisraelitischen Verhältnisse die Großen des Landes üben. Als Doctor noch bei der Feierlichkeit mit dem Orden zu sehen," waren ungefähr die Worte, als Seine Majestät, unser allergnädigster König und Herr, dem Tavernicus von Ungarn das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens überreichte und langte dieser denn auch eine Viertelstunde vor Beginn der Feierlichkeit Einladung ersehen, beabsichtigt dieser Rabbi im Vereine mit seinem Schwiegersohn Nebb Jehosaf ein Blatt zu gründen, dessen Aufgabe es ist, das ungarische Israel mit chassidischem Unsinne

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