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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 3 (1906) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
3 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibre 6metb. €in Uierteliafyrsblatt für Israeliten und freunde Israels. 1906 62. Jahrgang. Wo. 3. InhcckL: Das Rätsel des Lebens und seine Lösung. — Die Juden und die salzburgischen Auswanderer von \75[ und 32 — Frau (Emma Adeney. — Line Rei'e nach Beirut und Sidon. — Ans dem Leben von Markus Lev. — Lin Heidenmissionsjubiläum. — An Jesaia 49, 4. — Zu Matthäi 5—7. — Zn Johannis 5, 4b. — Zum Nachdenken. — Das Rurhospiz zu Johannisbad i. B. — Der Segen des Gebens. — Dreierlei Christen. — L. v. Hartmanns Christentum des Neuen Testaments. — Jüdische Chronik. — Antworten. Vas Rätsel des Lebens und seine Lösung. Leben ist Bewegung. Wo sich Leben findet, da regt es sich, da brennt ein Feuer, da keimt ein Samenkorn. Wie deuten wir die in den Lebenserscheinungen verborgene Lebenskraft? Woher stammt das Leben um uns? Wie erklärt sich der Gang der Gestirne, das Wachstum der Gräser, Sträucher und Bäume, der Flug und der Gesang der Vögel, die wunderbare Ausrüstung der gesamten Tierwelt? Und woher kommt das Leben in uns mit seinen leiblich-geistigen Fähigkeiten, die sich z. B. in Fabriken und Äasernen, in Aonzertsälen und Museen, in Schulen und Airchen kundgeben? Naturforschung und Philosophie haben Antworten bereit. Was zunächst das Leben angeht, welches den Menschen umgibt, so lehrt man uns: Es beruht auf Entwicklung (Evolution). Die ungeheure Geschwindigkeit, mit welcher sich der planet, z. B. die Erde, dreht, ist eine Folge der ungeheuren Hitze, die er als eine feurige Masse ursprünglich besaß. Aber wir fragen: Woher stammt das Urfeuer? hierauf bleibt man uns die Antwort schuldig. Auch das von Newton aufgestellte Gravitationsgesetz löst das Rätsel nicht. Der eigentliche Anfang der Bewegung wird nicht erklärt. Betreffs der psianzen und Tiere sagen uns die einen: Ihr Leben stammt aus Urzeugung, d. h. es ist von selber entstanden. Der Engländer Bastian war ein Hauptvertreter dieser Anschauung und meinte, das Recht derselben mit seinen Experimenten bewiesen zu haben. Aber es unterliegt keinem Zweifel, daß er sich hierbei getäuscht hat. Leben geht nur von Leben aus. In der ursprünglichen Gluthitze unseres Planeten konnte es natürlich keinen Lebenskeim geben. So findet sich denn auch in den ältesten Erdschichten keine Spur von Leben. Deshalb behaupten manche Denker: Das Leben der Pflanzen und Tiere ist von andern Himmelskörpern durch die Vermittlung von Meteorsteinen auf die Erde gekommen. Aber hiergegen ist einzuwenden, daß einesteils die Rälte des Weltenraums, andernteils die durch die Bewegung der Meteore verursachte Hitze die Lebenskeime vor ihrer Ankunft auf der Erde vernichtet hätten. Außerdem bleibt die Frage unbeantwortet: Wie entstand das Leben auf denjenigen Himmelskörpern, von denen es angeblich zu unserm Planeten gelangte, und die doch ursprünglich auch feurige Massen waren, also keine Lebenskeime enthielten? Ebenso unbefriedigend ist die Auskunft, welche die menschliche Wissenschaft mit Bezug auf die Entstehung des menschlichen Lebens erteilt. Man sagt uns: Nach dem Gesetz der Entwicklung entstammt es der Urzelle ebenso wie das Pflanzen- und Tierleben. Pflanzen und Tiere sind die Mittelglieder der Rette, an deren Anfang die Urzelle, an deren Ende der Mensch zu finden ist. Der Mensch ist also der Abschluß einer Reihe von Übergängen. Aber warum läßt sich heutzutage ein Übergang vom tierischen zum menschlichen Leben nicht feststellen? Er ist eben einfach unmöglich. Wenn man weiter behauptet, das geistige Leben des Menschen sei eine Folge davon, daß sich die Schwingungen seines Sehnervs in Erkenntnisse, Entschließungen und Empfindungen umsetzen, so kann auch diese Lr> klärung nicht genügen. Gegen die Annahme, daß das ganze geistige Leben nur eine unwillkürliche Tätigkeit des Gehirns sei, spricht die Tatsache der (wenn auch beschränkten) menschlichen Willenssreiheit. Ich kann mich einem Denkzwange entziehen. Ich kann den Denkprozeß nach meinem Belieben gestalten. So ähnelt der Gedanke dem Telegramm, welches bcm selbständigen Wirken des Telegraphisten an seinem Apparat die Entstehung verdankt. Wirklich gelöst wird das Rätsel des Lebens von der Bibel. Sie lehrt: Das Weltleben hat eine übernatürliche Ursache. Diesem Satze stimmen hervor-

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